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Barocke Kompositionen in neuem Licht

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Musizierten kongenial miteinander: Trompeter Zoran Curovic und das Kammerorchester »Corona« unter der Leitung von Hildegard Ruf. (Foto: Janoschka)

Für das Konzert des Kammerorchesters »Corona« unter der Leitung von Hildegard Ruf bot die städtische Galerie im Alten Feuerhaus Bad Reichenhall sowohl akustisch als auch mit der Ausstellung »[IM]Materiell. Über das Geistige im Stofflichen« einen passenden Rahmen. Die Konzertmeisterin und Leiterin des Orchesters gab eine kurze Einführung in das Thema des Konzerts, nämlich »alte Musik« und deren Rezeption in nach-barocker Zeit – also in der Romantik und im 20. Jahrhundert. Die einzelnen Programmpunkte gaben Aufschluss darüber, wie und in welcher Form Barockes in späteren Kompositionen in Bearbeitungen wieder aufgetaucht ist.


Arthur Honegger (1892 bis 1955) zum Beispiel nutzte die barocke Form der »Intrada« für sein 1947 komponiertes Werk für Trompete in C und Klavier, das Hildegard Ruf für Trompete und Streichorchester arrangiert hat. Der Solotrompeter der Bad Reichenhaller Philharmoniker, Zoran Curovic, stellte diese großartige Symbiose aus modernem Klang und barocker Form mit strahlendem Legato in den Tempi Maestoso, Allegro und Maestoso vor.

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Die Sinfonia VI in Es-Dur für Streichorchester mit den Sätzen Allegro, Menuetto mit Trio I und II und Prestissimo ist ein Werk des erst 12-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847). Die Fugenteile in den einzelnen Sätzen, die Läufe im Prestissimo im Stil einer Etüde, die Verschränkungen der melodischen Passagen in den verschiedenen Registern erzeugten durch das gut vorbereitete Spiel der Musiker ein transparentes Klanggefüge und ließen auch hier die Verbindung zum barocken Kompositionsstil gut erkennen.

Auf einer Trompete in A spielte Zoran Curovic das Concerto in f-Moll für Trompete und Streichorchester. Brillante Glanzlichter des Blasinstruments und ein empathisches Zusammenspiel zwischen dem Orchester und dem Solisten machten dieses originale Barockstück mit Kongruenz in Form und Klang zu einem Höhepunkt des Programms.

Für das restlos begeisterte Publikum gab es als Zugabe aus Georg Friedrich Händels (1685 bis 1759) Oper »Amadigi di Gaula« die Arie »Sento la gioia«, wunderbar »gesungen« von Zoran Curovic auf seiner kleinen Trompete mit hoher Stimmung. Brigitte Janoschka