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Bauamt soll Chieminger Ortsumfahrung planen

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So soll die Fassade des Hauses des Gastes in Chieming nach der Sanierung aussehen. Architektin Ulrike Heide Oel stellte den Entwurf jetzt dem Gemeinderat vor.

Chieming – Die Ortsumfahrung Chieming kommt, zumindest, wenn es nach dem Willen des Gemeinderats geht.


Mit 9:4 Stimmen nahm das Gremium in seiner jüngsten Sitzung den Bericht von Bürgermeister Benno Graf aus einer Besprechung mit dem leitenden Baudirektor des Staatlichen Bauamts Traunstein, Christian Rehm, zur Kenntnis. Außerdem beauftragt der Gemeinderat die Behörde, in die Planung einer Ortsumgehung für Chieming einzusteigen.

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Eine kommunale Sonderbaulast – hätte die Gemeinde die Baukosten »vorgestreckt«, hätten die Bauarbeiten eher beginnen können – wird nicht in Erwägung gezogen.

Graf erinnerte an den Chieminger Gemeinderatsbeschluss vom 20. Februar mit 12:5 Stimmen mit einem eindeutigen Votum für die Ortsumfahrung. Dieser biete die Grundlage für das Staatliche Bauamt, zu gegebener Zeit in die Planungen einzusteigen. Voraussetzung ist aber, dass die Mehrheit stabil und dauerhaft ist und die Gemeinde das Projekt voll unterstützt.

So sollte die Gemeinde zunächst entscheiden, ob sie die Ortsumgehung Chieming in kommunaler Sonderbaulast übernehmen möchte und beschließen, dass das Staatliche Bauamt gebeten wird, in die Planung einer Ortsumgehung einzusteigen. Ab 2019 würde das Staatliche Bauamt dann eine Kartierung und eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen und anschließend in die Vorentwurfsplanung einsteigen.

Graf stellte noch fest, aus Sicht der Chieminger Verwaltung habe die kommunale Sonderbaulast keinen zeitlichen Vorteil. Hinzu kämen die Risiken einer Vorfinanzierung und der voraussichtliche Kostenanteil der Gemeinde von rund 20 Prozent der Planungs- und Baukosten, hieß es. Schließlich sprach sich der Gemeinderat dafür aus, das Staatliche Bauamt zu beauftragen, in die Planung einer Ortsumgehung einzusteigen. Eine kommunale Sonderbaulast solle nicht übernommen werden.

Vor der Abstimmung hatte Elisabeth Heimbucher (Grüne) beantragt, dass die vorgenannten Entscheidungen einzeln abgestimmt werden sollten, denn erst, wenn der Gemeinderat die kommunale Baulast ablehnt, kann entschieden werden, ob die Staatliche Bauverwaltung gebeten werden soll, in die Planung einzusteigen. Da dieser Antrag abgelehnt wurde, verwies Sebastian Heller (Grüne) darauf, dass die Chieminger Grünen den Verzicht auf die kommunale Baulast uneingeschränkt unterstützen, aber die vorgeschlagene Planung einer Ortsumgehung ablehnen. »Daher haben wir Grüne und Anton Maier (BBW), der die Ortsumgehung ebenfalls ablehnt, gegen den Beschlussvorschlag gestimmt«, betonte Heller.

Architektin Ulrike Heide Oel stellte dann die geplante Sanierung des Hauses des Gastes vor. Der Umbau diene vor allem der Barrierefreiheit. Das Haus werde in einem modernen Stil umgebaut, es werde energetisch saniert, ein Aufzug werde eingebaut und es werde heller und großräumiger gestaltet. Als Heizmittel ist Gas vorgesehen, auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant und neu wird es einen Eltern-Kind-Raum sowie auch einen großzügigen Lesebereich geben.

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So soll die Fassade des Hauses des Gastes in Chieming nach der Sanierung aussehen. Architektin Ulrike Heide Oel stellte den Entwurf jetzt dem Gemeinderat vor.

Aufgrund neuer Vorschriften, zum Beispiel beim Brandschutz, werden sich die Baukosten von angenommenen 1,5 Millionen auf 1,9 Millionen Euro erhöhen. Die Architektin erwartet aber eine Förderung von 760 000 bis 800 000 Euro.

Josef Mayer (CSU) sagte, für ihn hätte die Sanierung der Chieminger Schule allererste Priorität, Stefan Reichelt (CSU) und Elisabeth Heimbucher (Grüne) hielten die Kernsanierung am Haus des Gastes für richtig und notwendig. Auch Heinz Wallner (BBW) befürwortete die Sanierung. Sebastian Heller (Grüne) meinte, das Haus des Gastes müsse auf die Zukunft ausgerichtet sein. Christian Fischer (CSU) meinte, das Haus des Gastes müsse schon was hermachen, denn es solle auch ein Aushängeschild für Urlauber und Gäste sein. Der Gemeinderat billigte letztlich mit großer Mehrheit die Planung wie auch die Kostenberechnung. OH