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Bauboom in Teisendorf hält unvermindert an

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Der Ortsteil Punschern soll auch in Zukunft ein Außenbereichssplitter von Teisendorf bleiben. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Der Bauboom in der Marktgemeinde ist ungebrochen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind bereits 20 Prozent mehr Bauanträge bei der Bauverwaltung eingegangen, informierte Bauamtsleiter Theo Steinbacher in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Fünf Anträge musste der Ausschuss in dieser Sitzung behandeln – für alle wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen hergestellt.


In einem Anwesen in Schleifmühl möchte der Bauherr für seine Familie eine zweite Wohnung einbauen. Dabei sollen auch der Dachstuhl erneuert und im Umbaubereich neue Geschoßdecken und Zwischenwände eingezogen werden. Gegen dieses Vorhaben im Außenbereich sei planungsrechtlich nichts einzuwenden, erläuterte Steinbacher, denn die Erweiterung eines Wohngebäudes auf bis zu höchstens zwei Wohneinheiten sei möglich, wenn diese vom bisherigen Eigentümer oder seiner Familie selbst genutzt würden.

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In Hochmoos sollen ein Bauernhaus sowie Teile eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes abgerissen und ein neues Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten errichtet werden. Da der Ersatzbau nicht an derselben Stelle wie das alte Haus geplant ist, wurde ein Vorbescheid beantragt. Der Ausschuss sieht das Vorhaben positiv. Alle gesetzlichen Vorgaben für Bauvorhaben im Außenbereich sind eingehalten worden. Damit ist das Vorhaben planungsrechtlich zulässig.

Zwei weitere Vorhaben liegen in Teisendorf. An der Bahnhofstraße soll an eine Doppelhaushälfte ein Anbau erfolgen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Auch die Garage soll abgerissen und neu gebaut werden. Nach Realisierung der Pläne kann das Grundstück südlich des Gebäudes nur durch eine Garage erreicht werden. Darauf machte der Bauamtsleiter aufmerksam. Hier wäre eine sogenannte »geschlossene Bauweise« geplant, zum Unterschied von den anderen Häusern des Straßenzugs, die offen realisiert worden seien.

In einem bebauten allgemeinen Wohngebiet solle man darauf achten, dass sich Vorhaben in die vorhandene Bebauung einfügen. Dennoch stimmten die Ausschussmitglieder zu. Aufgrund der gewünschten Nachverdichtung und der geringen Grundstücksgrößen, sollte man diese Art der Bebauung hier dulden, so ihre Meinung.

Bei einem geplanten Doppelhaus an der Traunsteiner Straße, zu dem der Ausschuss bereits im Oktober seine Zustimmung erteilt hatte, hat der Bauherr jetzt eine Änderung am Dach beantragt. Das ursprünglich geplante Vordach soll wegfallen, weil nach Meinung des Bauherren die Gebäudeform ohne Vordach prägnanter und schöner wirken würde. Die seitliche Wandhöhe bleibt erhalten.

Der Bauherr argumentierte, dass das Haus sich noch weitgehend innerorts befände und daher als Stadthaus eingestuft werden könne. Für ein Stadthaus sei ein Dachüberstand städtebaulich nicht zwingend erforderlich. Da die beiden Nachbarhäuser jeweils ein Walmdach haben, das wesentlich flacher geneigt sei, wäre die Einbindung in die umgebende Bebauung auch ohne Dachvorstand gut. Der Ausschuss folgte dieser Argumentation und gab sein Einverständnis.

Auch in Weildorf soll ein Wohnhaus abgerissen und neu gebaut werden. Die Ausmaße sollen unverändert bleiben. Auch die Garage soll abgerissen und westlich davon neu errichtet und unterkellert werden. Planungsrechtlich sei das Vorhaben zulässig, erklärte der Bauamtsleiter. Damit das Vorhaben aber realisiert werden kann, müssen zuerst die Innenbereichssatzung »Weildorf – Westliche Hauptstraße« geändert und die darin enthaltenen Baugrenzen aufgehoben werden. Ein Verfahren dazu läuft.

Beschlossen hat der Bau- und Umweltausschuss auch die erste Erweiterung der Außenbereichssatzung Punschern um zwei Bauparzellen in Richtung Westen. Bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans hatte sich der Marktgemeinderat gegen eine weitere bauliche Entwicklung von Punschern ausgesprochen, um es als Außenbereichssplitter zu belassen. Das Landratsamt hatte nun bei der öffentlichen Auslegung gerade diese Absicht durch die Erweiterung gefährdet gesehen.

Nach eingehender Diskussion kam der Ausschuss aber zu dem Schluss, dass bei dieser geringfügigen Erweiterung Punschern gerade noch als Siedlungssplitter gelten könne. Zukünftige Erweiterungen von Punschern über diese zwei Parzellen hinaus sind im Außenbereich aber nicht mehr möglich. Nach dem Beschluss als Satzung wurde die Verwaltung beauftragt, das Verfahren fortzuführen, bis es rechtswirksam wird. kon