Bayern unter Kritik wegen Personal-Rotation

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Der Schalker Manager Horst Heldt rügt die Rotation der Bayern. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa

Berlin (dpa) - Mit seiner radikalen Rotation bei der 0:1-Niederlage beim FC Augsburg hat sich der FC Bayern deutliche Kritik von Teilen der Bundesliga-Konkurrenz eingehandelt.


»Natürlich kann man gegen Augsburg verlieren. Aber wenn ich mir die Aufstellung ansehe, muss ich schon sagen, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied«, sagte Eintracht Frankfurts Armin Veh. »Wenn man das gegen Mannschaften macht, die um die Europa-League-Plätze oder gegen den Abstieg spielen, und du schenkst nur ab, dann finde ich das nicht gut.« Veh hatte beim 0:5 in München Anfang Februar aber selbst einige Stammspieler wegen drohender Gelbsperre draußen gelassen.

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Auch Schalkes Manager Horst Heldt war nicht einverstanden mit der Personalrochade von Bayern-Coach Pep Guardiola, der vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester United auf zahlreiche Stars verzichtete. »Das ist kein guter Stil, wenn man so agiert, dass es für andere Probleme geben könnte«, sagte Heldt. »Es gibt ja auch immer schlaue Sprüche aus München, die alle anderen aufzunehmen haben. Das hat auch etwas mit Charakter zu tun.«

Heldt befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung an den abschließenden fünf Bundesliga-Spieltagen zugunsten der jeweiligen Gegner der bereits als Titelträger feststehenden Bayern. Am nächsten Samstag treten die Münchner gegen Borussia Dortmund an. Der BVB kämpft unter anderem mit dem Revierrivalen aus Gelsenkirchen um die Champions-League-Plätze. »Ich glaube, dass das sicherlich eine Ausnahme gewesen ist heute«, betonte Heldt jedoch mit Blick auf die Bayern im »Deutschlandfunk«.

Augsburg rückte dank des Erfolges mit nunmehr 42 Punkten näher an Mainz (44) heran. FSV-Coach Thomas Tuchel verkniff sich jedoch jegliche Kritik. »Das ist nicht mein Bier. Wenn ich ein paar Jahre mehr auf dem Buckel habe wie der Armin, äußere ich mich gern dazu«, sagte Tuchel und fügte süffisant hinzu: »Ich bin noch ein junger Trainer. Ich kann nicht zur Lage der Liga Pressekonferenzen geben.«

Es gab jedoch auch unterstützende Stimmen für Guardiola. »Ein Trainer wie er will jedes Spiel unbedingt gewinnen«, betonte sein Freiburger Kollege Christian Streich. Auf die Frage, ob er Bedenken habe, antwortete der SC-Coach: »Null! Ich habe doch keine Bedenken bei einem Mann wie Pep Guardiola.«

Am letzten Spieltag tritt der VfB Stuttgart in München an, so dass Präsident Bernd Wahler bereits auf weitere Nachlässigkeiten spekulierte: »Ich hoffe, die Bayern machen so weiter wie heute, so dass wir das Spiel auch noch nicht ganz abschreiben dürfen.«

Mit Ironie fasste der Gladbacher Sport-Geschäftsführer Max Eberl den Sieg der Augsburger über den deutschen Meister auf und spottete: »Naja, die Bayern-Amateure...«