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Bayerns neues Traumpaar stimmt sich ein

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Doppel-Sechs
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Bastian Schweinsteiger (l) und Javier Martínez könnten am Samstag Seite an Seite spielen. Foto: Marc Müller Foto: dpa

München (dpa) - So wenig Öffentlichkeit war beim FC Bayern München selten. Nur eine Handvoll Zuschauer verfolgte in der Allianz Arena den ersten gemeinsamen Auftritt von Javier Martínez und Bastian Schweinsteiger, 90 Minuten durfte die neue Doppel-Sechs im Geister-Testspiel gegen Katar (1:0) ran.


Am Samstag aber ist die große Bühne mit 71 000 Zuschauern bereitet, im Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz 05 könnte das neue Traum-Duo des deutschen Fußball-Rekordmeisters seinen Pflichtspiel-Einstand geben.

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Beim 6:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart vor der Länderspiel-Pause hatten Schweinsteiger und der gerade erst an der Isar eingetroffene 40-Millionen-Mann Martínez noch nacheinander agiert. An seinem 24. Geburtstag löste der Neuzugang den starken Taktgeber Schweinsteiger ab. Ein langer Pass über 40 Meter, 14 Minuten Schaulaufen für die Fans - am Ende seines Kurz-Einsatzes durfte Martínez schon einmal mit seinen neuen Kollegen jubeln. «Ich bin wunschlos glücklich. Das ist alles sehr beeindruckend», sagte er.

Nach dem langen Gezerre um seine Verpflichtung zählt nur noch das Sportliche. «Jetzt ist viel mehr Ruhe, ich kann mich auf Fußball konzentrieren», sagte der Neuzugang fast erleichtert. In Abwesenheit aller Nationalspieler konnten sich Martínez und sein neuer Partner Schweinsteiger in den vergangenen Tagen aneinander gewöhnen - spielerisch wie menschlich. «Er versucht, Spanisch mit mir zu sprechen. Er ist eine große Hilfe für mich», lobte der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte.

Schweinsteiger steht dem prominenten Neuzugang zur Seite - und setzt im Verbund mit Martínez auch auf das endgültige Ende seiner Leidenszeit. Seit seiner Fußverletzung Anfang des Jahres hatte er schmerzhafte Monate verlebt - auch mental: dreimal Zweiter mit Bayern, eine verkorkste EM und als besonderes Drama der Elfmeter-Fehlschuss im Champions-League-Finale.

Doch gegen Stuttgart meldete sich der Nationalspieler mit einer starken Leistung zurück und krönte diese sogar mit einem Tor. Endlich konnte Schweinsteiger wieder lachen. «Ich bin einen Tick glücklicher, weil ich beschwerdefrei bin. Es ist das erste Mal seit Februar, dass ich keine Schmerzen habe. So macht Fußball Spaß.»

Doch noch habe er «etwas Rückstand», betonte Schweinsteiger - und lief statt gegen die Färöer und Österreich im Dauer-Training mit Martínez auf. «Die Zeit braucht er, um in seine beste Verfassung zu kommen», erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf den 28-Jährigen.

Zeit braucht auch das neue Traum-Duo - und offenbar viel, viel Ruhe. Ohne offizielle Ankündigung ging am vergangenen Freitag die Testpartie der Münchner gegen die Nationalelf von Katar über die Bühne. «Psst, Geheimspiel!», schrieb die «Bild»-Zeitung - und der Rekordmeister konnte sich freuen, dass der erste Auftritt seiner neuen Doppel-Sechs ohne Medienrummel ablief. Das dürfte sich bald ändern - möglicherweise schon am Wochenende.