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BBL-Halbfinale: Bayern souverän - ALBA gewinnt Krimi

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Vojdan Stojanovski
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Vojdan Stojanovski (l) erzielte 16 Punkte für die Berliner. Foto: Oliver Mehlis Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Branchenprimus Bayern München verzückte mit seinem Gala-Auftritt auch den stets kritischen Matthias Sammer, Pokalsieger ALBA Berlin zitterte sich erst in der Verlängerung zum Sieg.


Zum Auftakt des Playoff-Halbfinals in der Basketball-Bundesliga haben die Favoriten den ersten Schritt zum Traumfinale getan. Der Titelfavorit aus München deklassierte am Sonntag im ersten Spiel der Best-of-Five-Serie Vizemeister EWE Baskets Oldenburg mit 85:67 (46:35), der Herausforderer aus Berlin hatte beim 81:79 (72:72,44:34) nach Verlängerung gegen die Artland Dragons mehr Mühe als erwartet.

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«Jetzt ist der Zeitpunkt in der Saison, wo es um etwas geht. Wir sind sehr entschlossen», sagte Bayern-Nationalspieler Heiko Schaffartzik, «aber es ist noch nicht viel passiert. Wir haben gut gespielt, gewonnen und führen mit 1:0.» Auch Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski wollte die Pleite nicht überbewerten: «Wir waren nicht aggressiv genug und haben die Bayern ihr Spiel spielen lassen. Das werden wir im zweiten Spiel besser machen, denn wir wollen ins Finale.»

Vor 5596 Fans kamen die Bayern im zweiten Viertel richtig in Fahrt und stellten mit einem 11:0-Lauf vom 18:19 zum 29:19 vorzeitig die Weichen zum Sieg. Danach gelang praktisch alles. So traf Schaffartzik, der mit 17 Punkten zweitbester Werfer nach Malcolm Delaney (22) war, mit dem Halbzeitpfiff aus der eigenen Hälfte. «Es waren noch 1,5 Sekunden auf der Uhr, da habe ich nicht lange überlegt. Von zehn Versuchen geht vielleicht einer rein, das war der heute», meinte der Nationalspieler. Die Gäste, die in Julius Jenkins (16) ihren besten Werfer hatten, erholten sich davon nicht mehr.

In Berlin lieferten sich beide Teams vor 9644 Zuschauern einen Basketball-Krimi, in dem Reggie Redding zum gefeierten Helden wurde. Der Amerikaner war mit 19 Punkten nicht nur bester Werfer für ALBA, sondern rettete die Hausherren in einer dramatischen Schlussphase drei Sekunden vor der Sirene mit drei verwandelten Freiwürfen in die Overtime. Dort sorgte er 27 Sekunden vor Schluss für die Entscheidung.

«Ich muss meinem Team ein Kompliment machen, weil es nicht aufgegeben und doch noch einen Weg gefunden hat, das Spiel zu gewinnen. Das war erst der Anfang und wir können uns alle noch auf eine extrem harte Serie einstellen», erklärte ALBA-Coach Sasa Obradovic.

Die Gäste, für die David Holston (19) am erfolgreichsten war, standen trotz einer starken Vorstellung mit leeren Händen da. Knackpunkt war das Foul kurz vor Schluss der regulären Spielzeit bei Reddings Dreipunkteversuch, der den Berlinern drei Freiwürfe verschaffte. Ein taktisches Foul zuvor hätte nur zwei Versuche von der Linie und damit den sicheren Sieg für die Mannschaft aus Quakenbrück bedeutet. «Berlin hat hart gespielt und gut getroffen, aber wir haben nicht aufgegeben und unsere Möglichkeit erhalten. Ich bin jetzt natürlich enttäuscht über die Niederlage», sagte Artland-Coach Tyron McCoy.