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Beeindruckend: Taubitz nächste deutsche Spitzenrodlerin

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Julia Taubitz
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Julia Taubitz feierte in Calgary ihren ersten Weltcup-Sieg. Foto: Darryl Dyck Foto: dpa

Nach drei zweiten Plätzen holt Rodlerin Julia Taubitz ihren ersten Weltcup-Erfolg - und schlägt Olympiasiegerin Natalie Geisenberger. Felix Loch muss dagegen weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten.


Calgary (dpa) - Julia Taubitz konnte ihr Glück kaum fassen. Ein letzter Blick Richtung Anzeigentafel - dann ballte die Rodlerin aus Oberwiesenthal die Faust und streckte im Ziel die Arme in Höhe.

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»Ich glaube, ich habe geschrien wie eine Bekloppte«, sagte die 22-Jährige. »Ich kann das noch nicht richtig glauben.« Mit zwei beeindruckenden Läufen sicherte sich die Nachwuchshoffnung des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) in Calgary ihren ersten Weltcupsieg. Taubitz fuhr in beiden Durchgängen Bestzeit und setzte sich nach drei zweiten Plätzen in dieser Saison erstmals gegen die bis dahin ungeschlagene Olympiasiegerin Natalie Geisenberger durch (+0,104 Sekunden).

»Saugeil. Dass das hier passiert, hätte ich nie gedacht«, sagte Taubitz, der Geisenberger für ihren Auftritt Respekt zollte. »Julia ist zuletzt so oft Zweite geworden, sie hat es sich verdient, ganz oben zu stehen«, lobte die 29-jährige Miesbacherin. »Das ist ein super Zweikampf mit ihr, der viel Spaß macht.«

Die beiden deutschen Damen sind bisher das Maß aller Dinge. In den vier Weltcup-Rennen bescherten sie dem BSD jeweils einen Doppelerfolg. Damit führen Geisenberger mit 385 Punkten und Taubitz (355) auch den Gesamtweltcup an.

Wirklich überraschend kam der Erfolg von Taubitz nicht. Bereits zum Auftakt in Igls deutete sie mit Bahnrekord im ersten Lauf und Rang zwei an, dass mit ihr zu rechnen ist. Chef-Bundestrainer Norbert Loch war sich vor zwei Wochen jedenfalls schon sicher, dass »Julia damit den Durchbruch geschafft hat. Wir werden noch sehr viel von ihr hören.« 

Loch sollte recht behalten. Während die Olympia-Zweite Dajana Eitberger (Sturz im zweiten Lauf) und Weltmeisterin Tatjana Hüfner (Platz 7) weiter ihre Form suchen, nutzt Taubitz eindrucksvoll ihre Chance. Mit der Team-Staffel jubelte die Junioren-Weltmeisterin von 2016 sogar ein zweites Mal. Sie war als Siegerin des Einzels erstmals gesetzt und legte den Grundstein für den Erfolg mit Felix Loch und den Doppelsitzern Tobias Wendl/Tobias Arlt. 

Für den zweimaligen Einzel-Olympiasieger Loch, der mit Platz zwei in Whistler steigende Form zeigte, lief es ansonsten nicht ganz rund. Nach einem völlig missratenen ersten Lauf fuhr er mit Bestzeit im zweiten Durchgang zwar noch von Platz 13 auf Rang 4 vor - für einen Sieg reichte es indes auch beim dritten Weltcup nicht.

Besser lief es bei den Doppelsitzern Wendl/Arlt. Im Duell mit ihren Dauerrivalen Toni Eggert und Sascha Benecken setzten sich diesmal die Olympiasieger durch und sicherten sich ihren ersten Saisonerfolg.

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