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Beeindruckende »Strukturen der Landschaft«

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»Grand Capucin«, Acryl auf Holz von Thomas Krause.

»Eigentlich habe ich immer schon gezeichnet«, sagt der in Staudach-Egerndach geborene und aufgewachsene Thomas Krause. Bisher ist der 49-Jährige mit seinen erstaunlich ausgereiften Bildern noch selten an die Öffentlichkeit getreten. Gut, dass er es jetzt tut. Seine Ausstellung ist bis einschließlich Samstag in der Alten Wache im Traunsteiner Rathaus zu sehen.

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»Struktur der Landschaft« nennt Thomas Krause seine Bilder, meist in Acryl gemalt, aber auch anderen Techniken wie der Frottage, Kohle und Pastell, die Krause einsetzt, um seine Bilderwelten aus alpinen und heimischen Landschaften in organische Strukturen umzusetzen. Der Bergsport ist für den Maler und Zeichner seine erste geliebte Freizeitbeschäftigung, gleich gefolgt vom Malen und Zeichnen, was natürlich bei ihm eng zusammenhängt. Besonders fasziniert ist er von den Felsmassiven im Wilden Kaiser, den Geißlerspitzen in St. Magdalena oder der Nordkante auf dem Großschartner.

Aber auch Pflanzen wie die Königskerze oder eine Zypresse auf Malcesine haben es ihm angetan. Der Schwerpunkt von Thomas Krauses Malerei liegt auf der gegenständlichen Landschaftsmalerei, verwebt mit Einflüssen aus dem Surrealismus und der abstrakten Malerei. Die überwiegende Farbgebung liegt bei blau, grün, ocker, grau, weiß – laute Farben wie knallrot oder leuchtend gelb fehlen ganz. Bleibende Einflüsse haben bei dem Künstler Max Ernst und Walter Angerer der Jüngere hinterlassen, wie er erzählt, zum Beispiel beim besonderen Blick auf die Landschaft und so manchen, oft unauffälligen Verfremdungen in der Bildkomposition. Krause hält es für möglich, dass seine Begabung für das Malen von seiner Großmutter Therese Löhning aus Bernau kommt, die weithin bekannt und beliebt für ihre Bauernmalerei war. Er selbst wuchs mit einer Schwester im Haus seiner Eltern in Staudach auf, besuchte die Achental-Realschule und machte nach der Mittleren Reife eine Lehre als Drucker bei Systemform in Prien. Nach dem Zivildienst bei einer Umweltorganisation bei Holger Melzer legte er das Fachabitur im Fachbereich Gestaltung in München ab – unter 700 Bewerbern war er mit 29 anderen nach Einreichung einer Mappe und einem Aufnahmetest aufgenommen worden.

In der Zeit legte Krause auch viele Praktika im Umgang mit Materialien ab, wie Metall, Glas, Textil etc. Ein Wissen, das ihm heute sehr zugute kommt. Nebenbei arbeitete er damals an den Münchner Kammerspielen als »Teilzeitrequisiteur«, um Geld zu verdienen. Nach dem Fachabitur arbeitete er in Vollzeit als Requisiteur am Gärtnerplatztheater und studierte vier Semester Grafik am Privatinstitut für Grafikdesign in München. 2007 ließ er sich im Bereich der digitalen Grafik bei Macromedia in München ausbilden, arbeitete dann als Grafiker sieben Jahre in Kirchanschöring und seit fünf Jahren bei einer Firma in Siegsdorf.

Die Ausstellung »Struktur der Landschaft« mit Bildern von Thomas Krause in der Alten Wache ist einschließlich Samstag täglich von 10.30 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet.

Christiane Giesen