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Behindertengerechtes Wohnen

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Auf der anderen Seite der Ache wird das Wohnprojekt für 24 behinderte Personen verwirklicht. 2017 soll es fertig sein. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Hinter dem Triftplatz gelegen, auf der anderen Seite der Ache soll die neue Einrichtung der Lebenshilfe Berchtesgadener Land entstehen. »Das Grundstück ist für unsere Belange perfekt«, sagt Erwin Lederer, der bei der Lebenshilfe für die Wohngruppen zuständig ist. Spätestens 2017 soll das Haus bezugsfertig sein, 24 geistig behinderte Bewohner werden dort betreut wohnen können. Auch im Berchtesgadener Gemeinderat freut man sich auf die Realisierung.


Erwin Lederer ist zufrieden, dass die Planung des geradlinigen Baukörpers mittlerweile abgeschlossen werden konnte. Die Finanzierung steht, die Regierung von Oberbayern ist mit im Boot, der Bezirk ebenso, beträchtliche Geldmittel für die Einrichtung stammen aus Spendengeldern. Immerhin sucht man schon seit vielen Jahren nach einem geeigneten Grundstück im südlichen Landkreis, das für ein betreutes Wohnen infrage kommt.

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Unterhalb der Königsseer Straße hat man es nun gefunden und wenn es nach Erwin Lederer geht, sollen die Arbeiten für das ambitionierte Projekt bereits im März starten. Das mit dem Zeitplan ist aber so eine Sache. Bereits im Jahr 2012 war man sich bei der Lebenshilfe Berchtesgadener Land sicher, bis Anfang 2015 fertig sein zu wollen.

Einrichtungen der Lebenshilfe für behinderte Menschen gibt es im südlichen Landkreis zwar noch keine, dafür gibt es Unterkünfte in Adelstetten, Marzoll, Thundorf, Oberteisendorf und Freilassing. Mit der Errichtung sollen insgesamt 24 Wohnplätze zur Verfügung gestellt werden. Zwei Wohngruppen mit jeweils acht Personen wird es geben, darüber hinaus vier Plätze innerhalb der Wohngruppen für Kurzzeitwohnende. Weiterhin plant die Lebenshilfe vier Appartementplätze für Wohntraining beziehungsweise ambulant unterstütztes Wohnen.

Das Grundstück ist zentral gelegen, direkt an der Ache, die Hochwassersituation ist in den Planungen berücksichtigt. Nahversorger befinden sich in der Nähe, Ärzte ebenso, auch stimmt die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Tagsüber sollen die Wohnheimbewohner in den Pidinger Werkstätten arbeiten, abends geht es mit einem Bus zurück nach Berchtesgaden. »Die zentrale Lage ist ein großer Vorteil für den Standort«, sagt Erwin Lederer.

Zwischen zehn und zwölf Arbeitsplätze werden geschaffen, zusätzlich bedarf die Einrichtung einer Hauswirtschafterin und eines Hausmeisters, so Lederer.

In der Vergangenheit hatte es in der Oberschönau bereits Pläne zur Realisierung einer vergleichbaren Einrichtung gegeben, daraus wurde dann aber nichts.

Das Gesamtprojekt beläuft sich voraussichtlich auf rund 2,3 Millionen Euro, die für die Erschließung des Grundstücks und für den Neubau fällig werden. 30 Prozent davon, so hieß es bereits im Jahr 2012, muss die Lebenshilfe aufbringen. Berchtesgadens Gemeinderat sprach sich am Montagabend einstimmig für den Bauantrag aus. Kilian Pfeiffer

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