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Bei großer Lkw-Kontrolle: «rollende Zeitbomben» aus dem Verkehr gezogen

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Bei großer Lkw-Kontrolle: »rollende Zeitbomben« aus dem Verkehr gezogen
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Eine Polizistin kontrolliert auf einem Rastplatz einen Transporter. (Foto: Robert Michael/dpa)

Traunstein/Oberbayern – Mehr als 1400 Verstöße stellte die Bayerische Polizei bei der bundesweiten Kontrollaktion «Brummis im Blick» fest. An insgesamt zehn verschiedenen Kontrollstellen wurden in der Region zahlreiche Lastwagen überwacht und teilweise aus dem Verkehr gezogen.


Viele Fahrer verstießen unter anderem gegen Tempolimits, Ruhezeiten und die vorgeschriebenen Abstände. In 92 Fällen in ganz Bayern durften die Fahrer nicht mehr weiterfahren. Auf sieben Fahrer kommt ein Fahrverbot zu. Innenminister Joachim Herrmann erklärte, es seien teilweise «rollende Zeitbomben» unterwegs gewesen.

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27 Beamte der Verkehrspolizeidienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren am Donnerstag am länderübergreifenden Aktionstag beteiligt. Insgesamt wurden von ihnen 143 Fahrzeuge kontrolliert. Bei 14 in der Region kontrollierten Fahrzeugen wurde die Weiterfahrt untersagt. Acht Lkw-Fahrer wurden angezeigt, da sie den erforderlichen Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht einhielten. Bei neun Fahrzeugen war die Ladung so schlecht gesichert, dass dies ebenfalls eine Anzeige zur Folge hatte. 14 Fahrer verstießen gegen die Sozialvorschriften. Zur Sicherung der Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden insgesamt 2500 Euro als Sicherheitsleistung erhoben.

Die Verkehrspolizeiinspektion Traunstein hatte im Bereich der Bundesstraße 306 bei Siegsdorf eine Kontrollstelle eingerichtet. Gegen 15.30 Uhr wurde ein 33-jähriger Lkw-Fahrer samt Fahrzeuggespann einer Kontrolle unterzogen. Hierbei fielen den geschulten Augen der Verkehrspolizisten schnell etliche Ungereimtheiten auf.

Der Fahrer händigte den Kontrollkräften einen bulgarischen Reisepass und Führerschein aus. Die Beamten stellten jedoch schnell fest, dass sowohl der Reisepass, als auch der Führerschein, Totalfälschungen waren. Letztlich konnte der 33-Jährige dann doch noch seine Originaldokumente finden, sodass seine „echte“ Identität festgestellt werden konnte. Der Mann war nämlich gar kein bulgarischer, sondern türkischer Staatsangehöriger. Einen erforderlichen Aufenthaltstitel konnte er nicht vorweisen.

Somit wurde die Weiterfahrt zunächst unterbunden und der 33-Jährige musste die Beamten zur Wache begleiten. Hier wurden gegen ihn mehrere Anzeigen, unter anderem wegen Vergehen nach dem Aufenthalts- und dem Fahrpersonalgesetz, erstattet.

Eine weitere Kontrollstelle der Verkehrspolizei Traunstein mit Unterstützungskräften des BPFI Ainring befand sich auf der Bundesstraße 20 bei Piding. Hier wurde gegen 17 Uhr ein ungarischer Lkw-Fahrer mit seinem Gespann aus dem Verkehr gezogen. Am Fahrzeug konnten schnell erhebliche technische Mängel festgestellt werden. So waren unter anderem am Lkw mehrere Rahmenschrauben gerissen und der rechte Außenspiegel lediglich mit Klebeband fixiert, welches jedoch quer über das Spiegelglas geklebt worden war.

Bei der Begutachtung des Anhängers verschlimmerte sich der erste Eindruck noch mehr: Sämtliche Befestigungseinrichtungen für den aufgeladenen Container waren beschädigt, eine Containerstütze war zudem nicht in Fahrtstellung eingerastet. Aufgrund dessen und da zudem noch weitere Mängel festgestellt werden konnten, war die Fahrt für den 29-jährigen Fahrer an der Kontrollstelle beendet. Er und der Fahrzeughalter wurden angezeigt. 

red/Polizei/dpa/lby