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Bei Mozart gewinnt immer das Licht

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Rolando Villazón, Künstlerischer Leiter der Mozartwoche, mit dem Programmheft der diesjährigen Mozartwoche. (Foto: Aumiller)

Als Künstlerischer Leiter will Rolando Villazón in den fünf Salzburger Mozartwochen von 2019 bis 2023 ausschließlich Musik von Mozart, dem »beliebtesten Komponisten aller Zeiten« zum Erlebnis werden lassen. Für die kommende Mozartwoche vom 24. Januar bis 2. Februar 2019 übernimmt er erstmals die künstlerische Leitung. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Elisabeth Aumiller spricht er über diese neue Facette seines Künstlerlebens.


Herr Villazón, Ihre prominente Sängerkarriere identifiziert man hauptsächlich mit dem italienischen Fach. Wie ist ihr Bezug zu Mozart, zum Mozarteum und zur Mozartwoche?

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Villazón: Ich empfinde meine Aufgabe hier als große Verantwortung, die ich mit großer Energie und Liebe angehe. Ich liebe es, alle Ideen in der Zusammenarbeit umsetzen zu können. Ich bin immer zu hundert Prozent bei der Sache, die ich gerade mache. Ich habe mit Mozart angefangen. Arien aus »Il re pastore« und des Belmonte aus der »Entführung« waren die ersten Stücke, die ich gelernt habe am Konservatorium. Mozart war immer da, aber richtig eingetaucht in die Welt Mozarts bin ich 2010. Ich wurde eingeladen, den Don Ottavio in »Don Giovanni« für die Plattenaufnahme mit Yannick Nezét-Seguin zu singen. Ich habe zuvor Mozarts Briefe gelesen und da ist meine Liebe zu Wolfgang Amadé und seine Musik entstanden. Heute ist Mozart der Komponist, den ich mehr als alle anderen gesungen habe, neun Opern und alle Konzertarien.

Was ist das Besondere im Programmangebot der diesjährigen Mozartwoche?

Villazón: Ich möchte, dass wir auch das Licht und die Seele von Mozart zum Leuchten bringen. Mozart liebte Tanz, Pantomime, Spiel und Spaß. Auch das Marionettentheater gehört dazu. Ich möchte, dass die ganze Stadt Mozart feiert, an vielen verschiedenen Plätzen und Spielstätten, an denen seine Musik, sein Geist und seine Persönlichkeit durch das facettenreiche Programmangebot lebendig werden. Wir als die Stiftung Mozarteum haben die Verantwortung, auch weniger Bekanntes zu zeigen. Es ist ein Risiko, aber ein Stück wie »Thamos, König von Ägypten« ist sehr interessant. Es ist eigentlich ein Prolog zur Zauberflöte. Mozart liebte die Musik, die er zum Schauspiel geschrieben hatte. Wir bringen die Schauspielmusik in szenischer Darstellung. Der Regisseur Carlus Padrissa (La Fura dels Baus) erzählt die Essenz des Schauspiels und macht aus der dramatischen Geschichte ein spektakuläres Szenarium in der Felsenreitschule. Mozarts Musik bringt Licht und Freude, die Schatten gehen nicht weg, aber am Ende gewinnt immer das Licht. Ich höre täglich Mozartmusik und egal wie ich mich fühle, danach wird alles mutiger, einfacher, leichter und lichter. Und das wollen wir in diesem Festival den Leuten nahebringen. Auch wenn ich moderiere, soll das kein Unterricht sein, sondern nur den Leuten dieses Wissen spüren lassen.

Was hat es mit dem Projekt Catapult »Mozarts Amazing Shadows« auf sich?

Villazón: Es ist das erste Mal, dass wir im Oval, auf der Bühne im Europark spielen. Vom 25. Januar bis 2. Februar zeigen wir täglich die österreichische Premiere von Catapults grandiosem Schattentheater. Für jedermann, für die ganze Familie, auch für alle, die Mozart nicht kennen. Es ist eine Show, die eigens für die Mozartwoche konzipiert wurde. Auf einem riesigen Bildschirm werden die projizierten Schatten wunderbarer Tänzer gezeigt, die dahinter live virtuose und fantasievolle Choreografien zur Musik von Mozart tanzen. »Mozart Preposteroso« ist eine weitere Darbietung, die mich besonders begeistert. Die Mimin Nola Rae ist eine der größten Clowns, die ich kenne. Ich liebe Clowns. In der Pantomime erzählt die Künstlerin Mozarts Geschichte so süß und poetisch. Mozart bringt Menschen zusammen. Das wollen wir in unserem breitgefächerten Angebot mit dem internationalen Künstlerspektrum realisieren. Er hat seine Musik für die Menschen und mit ihnen gemacht. Die Liebe zwischen dem Publikum und dem Künstler ist wichtig. Mozart wollte immer geliebt sein. Und er ist der beliebteste Komponist aller Zeiten.

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