weather-image
20°

»Bei uns trifft sich die ganze Welt«

3.0
3.0
Kehlsteinhaus am Königssee: Sabine und Norbert Eder betreiben Restaurant seit 30 Jahren | Schönau
Bildtext einblenden
Seit mittlerweile 30 Jahren betreiben Sabine und Norbert Eder das Kehlsteinhaus. (Fotos: Kastner)

Schönau am Königssee – Der Kehlstein begleitet Sabine und Norbert Eder mehr als ihr halbes Leben. Seit 1990 betreibt das Schönauer Ehepaar das weltbekannte Ausflugs-Restaurant auf 1800 Metern Höhe. Spätestens am 3. November werden die beiden ihre 30. Saison hinter sich haben.


Über die spannenden, aber auch herausfordernden drei Jahrzehnte auf dem »Eagles Nest« sprachen die Wirtsleute mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«, der sie – natürlich bei bestem Ausflugswetter – an ihrem Arbeitsplatz besuchte.

Anzeige

Der Frühstückstisch unter herrlicher Vormittagssonne ist schon gedeckt, als der »Anzeiger«-Redakteur seine Gesprächspartner auf der Terrasse entdeckt. Angesichts der staunenden Reporteraugen stellen die beiden aber schnell klar: »Das ist nur die Ausnahme, normalerweise sitzen wir um diese Zeit längst im Büro.« Also doch kein Traumberuf? Viel Arbeit in jedem Fall, doch Sabine und Norbert Eder strahlen in dem langen Gespräch auch Zufriedenheit aus.

Bildtext einblenden
Bis zu 4 000 Gäste pro Tag besuchen in der Sommersaison das Kehlsteinhaus.

Zuvor am Watzmannhaus

Immerhin wussten die beiden vor 30 Jahren bereits, was auf sie zukommt. Denn vor ihrer Zeit am Kehlstein betrieb Norbert Eder mit seinen Eltern bereits das Watzmannhaus. Und Sabine kam oft zum Helfen auf das Falzköpfl. Als der damalige Fremdenverkehrsverband, heute Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, 1989 einen Nachfolger für Franz Sichert am Kehlsteinhaus suchte, bewarben sich Sabine und Norbert Eder. Und tatsächlich bekamen der Lebensmittelkaufmann und die Bankkauffrau den Zuschlag. Erst 28 und 23 Jahre alt waren sie da.

Am 5. Mai 1990 begann für Sabine und Norbert Eder der neue Lebensabschnitt am Kehlsteinhaus. Das war wenige Monate nach der Grenzöffnung und so zog es auch Tausende von ostdeutschen Urlaubern in die Berge. Die 369.000 Fahrgäste, die in jenem Jahr mit den RVO-Bussen auf den Kehlstein gebracht wurden, stellten einen neuen Rekord dar.

Bildtext einblenden
Zeit, die Aussicht zu genießen, haben die Wirtsleute nur selten.

Bis zu 4000 Gäste täglich

Heute kümmern sich deutlich mehr Beschäftigte um die bis zu 4000 Gäste, die mit Bussen und Aufzug auf den Kehlstein gebracht werden. Lange bevor die ersten Gäste morgens den Kehlstein erreichen, hat der Arbeitstag für Sabine und Norbert Eder bereits begonnen. Schon vor 7 Uhr bringen sie selbst frische Lebensmittel wie Semmeln und Fleisch auf den Berg.

»Der Mittwoch ist der schwierigste Tag, denn da kommen die Getränke. Und die müssen bis 8 Uhr aufgeräumt sein«, weiß Norbert Eder. Um diese Zeit trifft nämlich der erste Bus mit den Bergsteigern und dem Personal ein. Die Beschäftigten frühstücken noch gemeinsam auf dem Berg und dann geht es mehr oder weniger durch bis abends.

Mittlerweile hat sich die Terrasse gefüllt, es wimmelt nur so von staunenden Touristen. Das Sprachengewirr ist international: Man hört Englisch, Indisch, Chinesisch, Russisch und Französisch. Mit einem Lächeln im Gesicht beobachtet Norbert Eder das Geschehen und sagt: »Zu uns kommt die ganze Welt und alle vertragen sich. Es gibt keinerlei Zwischenfälle.«

In ihrer 30-jährigen Zeit auf dem Kehlstein haben Sabine und Norbert Eder schon einiges erlebt. Zahlreiche Prominente wie Schauspielerin Hera Lindt, Historiker Guido Knopp oder Staatsminister aus aller Herren Länder gaben sich die Ehre.

Bildtext einblenden
Stolz präsentieren Sabine und Norbert Eder die Ausstellung über die Geschichte des Obersalzbergs.

Betrieb noch bis 3. November?

Die Jubiläums-Sommersaison geht für die beiden Schönauer nun langsam zu Ende. Nach der verspäteten Eröffnung aufgrund der Schneelage will man aber den goldenen Oktober noch möglichst auskosten. Sollte es die Witterung erlauben, wird man erst nach dem langen Wochenende am 3. November schließen. Sabine und Norbert Eder räumen ein, dass sie dann auch urlaubsreif sein werden. Zwar ist auch den Winter über noch viel Bürokram zu erledigen, auch das Personal für die nächste Saison muss bereits zusammengestellt werden.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Samstagsausgabe (12. Oktober) des Berchtesgadener Anzeigers.

Ulli Kastner