BER-Betreiber hoffen auf einen Hauch von Normalbetrieb

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Das Terminal 1 des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg «Willy Brandt» (BER). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB Foto: dpa

Nach jahrelangen Bauproblemen ist der Flughafen 2020 mitten in der Corona-Krise ans Netz gegangen. Was er zu leisten vermag, konnte er noch nicht zeigen. Vielleicht ändert sich das bald.


Schönefeld (dpa) - Sinkende Corona-Zahlen und Reiseerleichterungen lösen auch am neuen Hauptstadtflughafen BER Optimismus aus. Im Sommer werde sich die Passagierzahl mehr als verdoppeln, sagte Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup am Freitag.

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Zuletzt sei sie auf bis zu 20.000 pro Tag gestiegen. »Wir stehen davor, dass der Flughafen im Sommer an die 50.000 Fluggäste abfertigen kann«, sagte Lütke Daldrup. »Dann wird der Flughafen zum ersten Mal unter Last zu erleben sein.«

Zehn Millionen Fluggäste werden in diesem Jahr erwartet, bislang waren es aber erst 1,5 Millionen. 2022 wird die Hälfte der Vorkrisenzahl angepeilt. 2019 waren an den alten Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld rund 36 Millionen Fluggäste gezählt worden. Am BER bleiben zwei der drei Terminals vorerst geschlossen.

Ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender kommt

Der Aufsichtsrat befasste sich am Freitag mit der Entwicklung des Flughafens und Personalien. Der Chef der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon, übernimmt im Juli den Vorsitz des Kontrollgremiums. Die Aufseher wählten den Ingenieur am Freitag einstimmig, wie der Vorsitzende Rainer Bretschneider sagte. Der 72-Jährige scheidet nach vier Jahren auf dem Posten auf eigenen Wunsch aus.

»Der BER hat das Potenzial dazu, ein erfolgreicher internationaler Flughafen zu werden und dies auch schon gezeigt«, sagte Simon laut einer Mitteilung. Der 59-Jährige leitet seit 1999 die Wasserbetriebe der Hauptstadt. Gesucht wird nun auch ein neuer Betriebsleiter für den BER im Rang eines Geschäftsführers.

Der BER steckt noch in der Krise

Der neue Flughafen war nach jahrelangem Bauchaos im Herbst eröffnet worden. Wie andere Flughäfen leidet er unter dem Corona-Einbruch. Zusätzlich belasten den BER die Milliardenkosten des Baus. Eigentümer sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Bis zum nächsten Frühjahr ist das Unternehmen nach Lütke Daldrups Angaben noch flüssig. Die Eigentümer bereiten weitere Hilfen vor. Weil es innerhalb der Landesregierungen aber Zweifel an Zahlen des Unternehmens gibt, könnte es zuvor eine externe Prüfung geben. Lütke Daldrup sagte, dem sehe er gelassen entgegen.

Die Flughafengesellschaft kündigte an, bis 2024 für etwa 40 Millionen Euro einen Logistiktunnel unter dem Vorfeld in Richtung Selchow zu bauen. Dieser solle unter anderem helfen, das Frachtgeschäft auf dem dortigen Gelände der Luftfahrtmesse ILA auszubauen.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-956725/5

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