Berchtesgaden damals und heute - Die Saletalm

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Foto: 1910: C. Erbe, Tübingen
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Foto: Johannes Schöbin

Schönau am Königssee – In der Rubrik »Berchtesgaden damals und heute« zeigt der »Berchtesgadener Anzeiger« Gegenüberstellungen von Fotos aus vergangenen Tagen und aus heutiger Zeit.


In der heutigen Folge geht es um die Saletalm am Königssee. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Saletalm am Ende des Königssees im Zustand von 1910 mit der sogenannten Herzogvilla, nach der unlängst sogar beim Weihnachtsrätsel gefragt worden war. Freifrau Helene von Heldburg, eine damals bekannte Schauspielerin, Pianistin und dritte Gemahlin des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen, ließ 1880/81 den ehemaligen Moos-Kaser, ein Geschenk ihres Ehemannes, zu einem attraktiven Wohnhaus ausbauen. Gerne verweilte sie dort zur Sommerfrische und zur Erholung, letztmals 1922, dem Jahr vor ihrem Tode.

Danach pachteten die Wirtsleute Hofreiter des unweit gelegenen Salet-Kiosks das Haus. 1975 kaufte das Forstamt die Herzogvilla und ließ diese zwei Jahre später entfernen. Das aktuelle Foto zeigt das Areal im heutigen Zustand, eine übergrünte, nunmehr unbebaute Karhalde als saftige Almwiese. Hier noch eine Anekdote: Im Jahre 1834 wurde der Königssee der Gemeinde Königssee zum Kauf angeboten. Der Kaufpreis samt dem Recht zur Fischerei betrug 500 Gulden. Die Meinung im Gemeinderat lautete: »Was tun wir mit der Lack?« Da sich kein anderer Käufer fand, blieb der See im Eigentum des Staates. Ob die lateinische Herkunft des Almnamens Salet von »salictum = Weidendickicht« die seinerzeitige Beschlussfassung im Gemeinderat beeinflusst hat, ist nicht bekannt.

fb/red