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Berchtesgaden stoppt Bischofswieser Erfolgsserie

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Oliver Csizmadia (am Ball) vom TSV Berchtesgaden kämpft gegen Felix Tschischke vom FC Bischofswiesen um den Ball. Im Hintergrund beobachtet Ibo Tas die Aktion. Foto: Waßmuth

Berchtesgaden – Gut 300 Zuschauer kamen zum Fußball-Evergreen zwischen den alten Rivalen TSV Berchtesgaden und FC Bischofswiesen. Nur die Zuschauer der Gäste mussten ihr Kommen bereuen, denn sie sahen eine über weite Strecken chancenlose FCB-Elf gegen clever aufspielende Berchtesgadener. Letztendlich gewann der TSV Berchtesgaden mit 3:1 gegen den FC Bischofswiesen.


Es ist sehr lange her, dass sich die beiden Mannschaften in einem Meisterschaftsspiel gegenübergestanden haben. Denn viele Jahre spielte der FC Bischofswiesen höherklassiger als der TSV Berchtesgaden. Es gab sogar schlechte Berchtesgadener Zeiten, als sie im Rahmen der A-Klasse gegen den FC Bischofswiesen 2 antreten mussten.

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Doch in vielen Sportarten gibt es zyklische Veränderungen und so hat derzeit wieder der TSV Berchtesgaden die Nase vor der einstigen Bezirksligamannschaft, von der jedoch gerade einmal noch vier Akteure in den FCB-Reihen standen. Um sie herum agieren sehr junge Spieler, die für einen Altersdurchschnitt des FC Bischofswiesen von knapp 21 Jahren sorgen. Und diese Spieler brauchen teilweise noch einige Zeit, um sich behaupten zu können.

Den besseren Start beim Lokalderby hatten jedoch die wild entschlossenen Gäste, der TSV Berchtesgaden fand zunächst nur zögerlich ins Spiel. Ein Grund dafür war auch das Fehlen der starken Abwehrkräfte Marek Brazina, Talha Gökbayrak und Sebastian Hofmann.

Bischofswiesen kam auch zur ersten Torchance, die jedoch der Berchtesgadener Keeper Stefan Schach in Klassemanier vereitelte (10.). Nachdem die Platzherren Ordnung in ihre Reihen gebracht hatten, übernahmen sie auch die Feldhoheit und sollten sie lange behalten. Der unermüdlich rackernde Mannschaftskapitän Robert Reichlmeier setzte sich in der 16. Minute über die linke Seite durch und zog den Ball geschickt vor den Sechzehner, von wo Martin Förg eine wahre Schussgranate abfeuerte. FCB-Schlussmann Stefan Schnitzlbaumer lenkte den Scharfschuss jedoch bravourös über die Querlatte. Auch beim anschließenden Eckball brannte es im FCB-Strafraum wiederum lichterloh. Doch neuerlich lag das Glück bei den Gästen.

Vorboten auf den Führungstreffer

Auch in der 20. Minute stand den Bischofswiesern das Glück zur Seite, als die Platzherren eine vielversprechende Chance vergaben. Die Bischofswieser hatten nach einem guten Start völlig die Ordnung und den Spielfaden verloren. So schickte der Berchtesgadener Führungstreffer schon seine Vorboten voraus. Stefan Sontheimer, der mehrere gute Szenen hatte, traf zunächst an den Pfosten. Aber der junge Florian Popp reagierte beim Abpraller am schnellsten und haute den Ball zum 1:0 ins Tor (26.). Bischofswiesen antwortete mit wütenden Gegenangriffen. Markus Huthöfer hatte den Ausgleich am Fuß (35.), doch er war zu unentschlossen und so hielt Berchtesgadens Führung. Praktisch im Gegenzug schaltete sich neuerlich Popp geschickt ein und suchte Reichlmeier, der jedoch den Ball um einen Dutt nicht erwischte.

2:0-Führung kurz vor der Halbzeitpause

Dem 2:0 in der 39. Minute ging ein herrlich vorgetragener Angriff der Platzherren voraus. Berchtesgaden schickte den schnellen und torgefährlichen Rechtsaußen Daniel Halilovic immer wieder auf die Reise, Ex-Skispringer Tobias Bogner stand zumeist weit vom trickreichen Außenstürmer entfernt. Die Bischofswieser Abwehr versuchte alles, doch Reichlmeier schloss die Aktion mit einem Kunstschuss zum 2:0 (39.) ab. Damit ging es in die Halbzeitpause, aus der zwei sehr entschlossene Teams kamen. Berchtesgaden wollte an seine guten Leistungen aus dem ersten Durchgang anschließen und Bischofswiesen trachtete danach, dem Spiel doch noch die Wende zu geben.

Recht früh fiel auf der Breitwiese jedoch die Vorentscheidung. Zunächst verlief die Begegnung noch recht ausgeglichen. Doch nach einem Foulspiel der Gäste an Reichlmeier erkannte der souverän leitende Schiedsrichter Daniel Brüderl sofort auf den ominösen Punkt elf Meter vor dem Tor. Der Spanier Mario Perez Lavado schnappte sich das Kunstleder und verwandelte den Strafstoß sicher zum 3:0 (58.).

Nun diktierte der TSV Berchtesgaden eindeutig die Begegnung, doch die Bischofswieser hatten noch lange nicht aufgegeben. Angetrieben von seinen Anhängern spielte der FCB mit größtem Einsatz und Willen. Als der eingewechselte Andreas Schnitzlbaumer in der 72. Minute auf 1:3 verkürzte, keimte noch einmal Hoffnung bei den Gästen auf. So kam Huthöfer nach einer Flanke von Sebastian Vorberg in der 84. Minute zu einer Möglichkeit. Doch der gut getimte Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei. Bischofswiesen rannte mit dem Mute der Verzweiflung an, sogar Torwart Schnitzlbaumer hielt es nicht mehr in seinem Kasten. Doch mit der Brechstange erzielt man zumeist keine Tore und so kam sogar der TSV zu einer letzten Möglichkeit, die der eingewechselte Ivo Tas vorbereitete. Reichlmeier brachte die Kugel jedoch alleine vor dem Tor nicht ins Eckige.

So siegte der TSV Berchtesgaden schließlich völlig verdient und ließ den FCB in der Tabelle wieder hinter sich. TSV-Berchtesgaden-Trainer Richard Hartmann hatte den FC Bischofswiesen stärker erwartet, betrachtete den Erfolg somit als hochverdient.

Von den 15 Fußballexperten, die einen Tipp abgegeben hatten, lagen Georg Maier aus der Schönau und Peppi Haslinger aus Berchtesgaden exakt richtig. Vier Experten hatten die Tendenz richtig, neun Personen lagen jedoch völlig daneben.

TSV Berchtesgaden: Schach; Pilz, Botzenhard, Heindl, Popp, Förg, Sontheimer, Halilovic, Reichlmeier, Hartmann, Lindner, Perez Lavado, Csizmadia, Tas.

FC Bischofswiesen: S. Schnitzlbaumer; Tschischke, Jung, Bogner, Geisler, Rechtenbach, Huthöfer, Vorberg, Gruber, S. Koller, M. Koller, A. Schnitzlbaumer. Christian Wechslinger

Weitere Fotos des Lokalderbys finden sich unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.