»Berchtesgadener Anzeiger« und Nationalpark präsentieren Bildkalender 2014

Berchtesgaden - In Kooperation mit dem Nationalpark Berchtesgaden präsentiert der »Berchtesgadener Anzeiger« pünktlich zu Ostern den Nationalparkkalender 2014. Für das Fotomaterial sorgte wiederum Hans Stanggassinger von der Nationalparkverwaltung, dem es seit Jahren gelingt, die vier Jahreszeiten im Talkessel ausdrucksstark im Bild festzuhalten.

Hans Stanggassinger von der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden kümmert sich seit Jahren um die Aufnahmen für den Nationalparkkalender. Auch in der Ausgabe 2014 finden sich Schmankerl, auf die der Berchtesgadener besonders stolz ist. Foto: Anzeiger/Irlinger

Berchtesgaden stellt für eine Kalendergestaltung unzählige Motive bereit, neben den Postkartenklassikern wie Ramsauer Kirche oder St. Bartholomä zieht die wilde Natur im Nationalpark Berchtesgaden Fotograf Hans Stanggassinger geradezu magisch an. Dafür nimmt der Berchtesgadener einiges auf sich: »Es ist ein großer Unterschied, ob ich bergsteige und nebenbei fotografiere oder ob ich fotografiere und nebenbei bergsteige«, gibt er Einblicke in seine Arbeit. Das Schleppen der Ausrüstung, egal ob im Talkessel oder hoch oben im Gebirge, gehört somit zu seinem täglichen Brot. Hätte Stanggassinger bei Bedarf mal ein Teleobjektiv nicht in der Tasche, wäre der Ärger groß. Schließlich finden sich die schönsten Motive, gerade am Berg, nicht immer direkt neben dem Wegesrand.

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So ist auch das Titelblatt 2014 ein Paradebeispiel für Wildnis: Von einem versteckten, vielen unbekannten Aussichtsort hat der Nationalparkmitarbeiter an einem Septembervormittag letzten Jahres einen grandiosen Ausblick in das Wimbachtal festgehalten. Wegen des Sonnenstandes heißt es für den Fotografen stets, gezielt zu einer bestimmten Uhrzeit am gewünschten Ort zu sein, ansonsten wird es nichts. »Aber da haben wir Einheimischen einen Vorteil, wir wissen eben, wie, wo, wann die Sonne steht«, schmunzelt Stanggassinger.

Auf Motivsuche macht er sich für gewöhnlich mit seiner Canoon 5DMarkII und verschiedenen Objektiven. So auch geschehen an einem kalten Wintertag im vergangenen Februar. Das Ergebnis ist das Märzmotiv im neuen Kalender: ein Licht-Schatten-Spiel in der Ramsau. »Schnee und Reif bedeckten gleichzeitig Bäume und Sträucher. Und während das Brunnerlehen noch im Schatten lag, bekamen Wagendrischlhorn, Grundübel- und Mühlsturzhörner sowie Halsalm bereits wieder erste Sonnenstrahlen ab.« Grundsätzlich besteht die Fotografie für Stanggassinger aus »zwei Augen«: »Man muss erstens ein Objekt erkennen und zweitens dieses dann am Computer ins rechte Licht rücken.«

Bei der Naturfotografie gehört letztendlich auch ein bisschen Glück dazu, um im rechten Moment auf den Auslöseknopf der Kamera zu drücken. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort war der Berchtesgadener für das Frühlingsmotiv April 2014. »Am Ostersonntag wollten wir am Nachmittag um drei Uhr Kaffee trinken, als ich einen Mordsaufruhr vor meinem Küchenfester bemerkt habe«, erinnert sich Stanggassinger. Zwei Distelfinken, auch als »Stieglitze« bekannt, gaben sich im Garten ein Stelldichein. »Wir wissen nicht, ob es sich um einen Kampf oder um eine Paarung handelte, auf alle Fälle veranstalteten die zwei ein Mordstheater drei Meter vor meinem Küchenfenster.« Auf das Ergebnis ist Hans Stanggassinger aber besonders stolz: Die Aufnahme zeigt deutlich wie sich die Sonne im Flügel eines Vogels bricht.

Für den Nationalparkkalender 2014 wählte der Berchtesgadener für jeden Monat etwa zehn Bilder aus, samt diverse Motive für das Titelblatt. Die endgültige Qual der Wahl hatten dann Verleger Thomas Miller und Betriebsleiter Erwin Melzl, welche die zwölf Motive festlegten.

Nestwurz, Wasserdost, wildwachsender Oregano oder Almrausch zeigen im neuen Kalender die Schönheiten der Pflanzenwelt, während Steinböcke in ihrer vollen Pracht am Kahlersberg vor der Watzmannkulisse neben Stieglitzen und Rotwild die heimische Tierwelt präsentieren. Welche einzigartigen Motive die Natur im Nationalpark Berchtesgaden darüber hinaus noch zu bieten hat, demonstriert der Oktober 2014: ein wunderschönes Farbenspiel aus Lärchen mit bunt gefärbten Blättern und einem weißen flockigen Nebel, der das Tal bedeckt. Auch das Berchtesgadener Brauchtum kommt im Bildkalender nicht zu kurz: Die Bischofswieser Buttnmanndl haben im Dezember 2012 das Rennen für Dezember 2014 gemacht. Caroline Irlinger