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Bergbaumuseum soll attraktiver werden

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Symbolbild (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Das Bergbaumuseum Achthal kommt langsam in die Jahre. Um es für die Zukunft fit zu machen, ist ein Fachbüro für Museumspädagogik und -didaktik beauftragt worden, die Situation zu analysieren und Vorschläge für eine attraktivere Gestaltung der Dauerausstellung zu erarbeiten. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Demnach hat das Museum ein großes und in dieser Form einmaliges Potenzial, aber auch deutlichen Verbesserungsbedarf in der thematischen Ausrichtung, Ausgestaltung und Organisation.


»Sie haben hier einen Diamanten, sie müssen ihn aber zum Glänzen bringen«, brachte es Andrea Krammer auf den Punkt. Die Museumspädagogin aus Grabenstätt hat die umfangreiche Studie erstellt und sie dem Vorstand des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal sowie dem Teisendorfer Bürgermeister Thomas Gasser und seinem Stellvertreter Norbert Schrader vorgestellt.

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Die Anfänge des Museums gehen in die frühen 1990er Jahre zurück, nachdem bereits 1983 der Förderverein Bergbaumuseum Achthal auf Betreiben von Sepp Winkler gegründet worden war und die Gemeinde das ehemalige Verwaltungsgebäude der Bergbaugewerkschaft aus Privatbesitz zurückgekauft hatte. 1994 übergab die Gemeinde das Gebäude dem Förderverein zur Nutzung. Die Planung und Umsetzung der Generalsanierung erfolgte weitestgehend ehrenamtlich.

Dauerausstellung ist fast 20 Jahre alt

Die derzeitige Dauerausstellung wurde 1999/2000 eingerichtet und ist nun fast 20 Jahre alt. Im Durchschnitt hat das Museum rund 1000 Besucher pro Jahr. Dies sei im Vergleich zu anderen Museen der Region »am unteren Ende«, so Krammer. Es gebe noch deutliches Potential, wenn man die Attraktivität erhöhe.

Vor allem zwei Dinge sieht die Studie als essenziell dafür an: die thematische Positionierung, die den sozialhistorischen Hintergrund viel stärker betonen soll, und die Einbeziehung der umliegenden Flächen und Gebäude des Ensembles »Eisenhütte Achthal«. Zwar müsse »Eisen« das Kernthema blieben, aber man müsse darstellen, wie dieses Element das Leben und Arbeiten im Achthal geprägt und was sich durch das Wegfallen dieses Industriezweigs verändert habe.

Dazu könnte letztendlich auch eine Namensänderung notwendig werden, diese müsse sich aber aus dem Prozess der Umgestaltung heraus ergeben. Zudem sei es notwendig, das Museums zu »professionalisieren«. Zurzeit befindet sich das Museum komplett in ehrenamtlicher Hand mit dem Förderverein als Träger. Wenn man zukunftsorientiert arbeiten wolle, würde man aber um eine hauptamtliche Leitung, die den Museumsalltag organisiere und ein aktives, professionelles Marketing betreibe, nicht herumkommen. Langfristig gesehen müsste die Marktgemeinde Träger des Museums werden, der Verein wäre dann noch unterstützend tätig.

Als mögliche Zeitschiene nannte Andrea Krammer einen Zeitraum von mindestens drei, eher aber fünf bis zehn Jahren. Den Anfang würde dabei die bereits eingeleitete, genaue Erfassung und Beschreibung der vorhandenen Ausstellungsobjekte machen. Danach würden die Erstellung eines Grob- und Feinkonzept folgen, die Einrichtung der neuen Dauerausstellung, die Erarbeitung eines neuen Museumsführers, die Gestaltung des Museumsgeländes samt Spielplatz und eventuell eines Themenwanderwegs.

Ziel, alle Altersgruppen anzusprechen

Wichtig wäre auch die Erarbeitung eines spannenden Begleitprogramms für alle Altersgruppen, das sowohl Touristen als auch die lokale Bevölkerung anspreche. Auch die reichlich vorhandene Fachliteratur müsste integriert und für Interessierte zugänglich gemacht werden, zum Beispiel in Form einer Bibliothek.

Bürgermeister Gasser zeigte sich erfreut, dass mit der Machbarkeitsstudie ein Instrument vorliegt, das als Grundlage für wichtige Entscheidungen zur Modernisierung und Neuausrichtung dienen und auch bei Förderanträgen wichtig sein kann. »Diese Einrichtung ist uns als Gemeinde viel wert«, so der Rathauschef. Die Umsetzung der vielen Vorschläge müsse aber wohl überlegt sein, vor allem auch die langfristigen Kosten, die bei der Umsetzung entstehen könnten. Er werde nun den Gemeinderat über die Inhalte der Studie informieren, damit schnellstmöglich ein Entscheidungsprozess zur zukunftsfähigen Ausrichtung des Achthaler Museums in Gang gesetzt werde.

Der Vorsitzende des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal, Roland Klosa, sagte, er hoffe, dass mit der Studie der Anfang für ein modernes Museum in Teisendorf gemacht sei, das auch als Referenzmuseum für die Geschichte der Eisengewinnung und -verhüttung in Bayern dienen kann. kon