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Bergretter bei 17 Einsätzen gefordert – 27-Jähriger stürzt an Watzmann-Südspitze 30 Meter tief ab

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Königssee: 27-Jähriger stürzt an Watzmann-Südspitze 30 Meter tief ab – 17 Einsätze für Bergwacht
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Foto: BRK BGL

Berchtesgadener Land/Schönau am Königssee – Bei gleich 17 Berg-Einsätzen waren die heimischen Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen in der Talkessel-Region gefordert. Nach einer durchwachsenen Regen-Woche mit nur wenigen Einsätzen mussten die Bergwachten aufgrund des nochmals sommerlichen Wetters am Wochenende zeitweise zu mehreren Notfällen gleichzeitig ausrücken. Am Samstag waren sogar drei verschiedene Hubschrauber zugleich im Einsatz.


So hatte sich ein junger Mann schwer verletzt, der an der Watzmann-Südspitze 30 Meter in die Tiefe gestürzt war. Mehrere Erkrankte, Erschöpfte, Verstiegene Blockierte und Verletzte hatten in der Göll-Schusterroute, am Jenner, im Grünstein-Klettersteig, im Wimbachgries, in der Almbachklamm, am Purtschellerhaus, am Watzmannhaus, am Kärlingerhaus und am Hirschbichl die Hilfe der Retter gebraucht. Darüber hinaus mussten die Bergretter zwei vermeintliche Gleitschirm-Abstürze abklären und einen erkrankten Hund vom Hochbahnweg ins Tal fahren.

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Bei Gewitter im Wimbachgries verstiegen

Am Samstagabend gegen 21.30 Uhr ging ein Notruf für die Bergwacht Ramsau ein, nachdem sich zwei Bergsteiger nach ihrer Watzmann-Überschreitung im Abstieg von der Grieshütte ins Tal bei Regen und Dunkelheit im Gries verstiegen hatten und nicht mehr über den Bach kamen. Der 22-jährige Mann und seine 19-jährige Schwester aus Nordrhein-Westfalen waren um 19.30 Uhr an der Grieshütte losgegangen und hatten dann im Gewitter den Weg verloren. Sie standen völlig durchnässt, frierend und orientierungslos rund 150 Meter oberhalb der Gries-Talebene.

Zwei Teams versuchten aus verschiedenen Richtungen, die Einsatzstelle zu erreichen, fanden die Verstiegenen, führten sie mit einer leichten Unterkühlung zum Auto und brachten sie dann in ihre Pension in die Ramsau. Eine weitere medizinische Versorgung wollten sie aber nicht. Zehn Bergretter waren im Einsatz.

Bereits gegen 17.50 Uhr war ein erschöpfter 27-jähriger Bergsteiger an der Grieshütte gemeldet worden, den die Bergwacht Ramsau versorgen musste und mit dem Rettungsfahrzeug ins Tal brachte. Der Münchner war mit einer Fußverletzung nach der Überschreitung noch selbst an der Hütte angekommen.

Weißbierglas fällt auf den Fuß

Am Samstagnachmittag fiel einem 44-jährigen Mann an der Seelände am Königssee ein Weißbierglas auf den Mittelfuß. Ein Helfer der BRK-Wasserwacht war in der Nähe und wurde zu Hilfe gerufen. Er versorgte die stark blutende Wunde mit einem Druckverband und forderte einen Rettungswagen nach. Die Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm den Patienten und brachte ihn zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Vermeintlich abgestürzte Gleitschirm-Piloten in der Alpgartenrinne und am Jenner

Gegen 14.45 Uhr hatte dann eine Frau aus dem Leopoldstal in Bayerisch Gmain einen vermeintlich abgestürzten Gleitschirm in der oberen Alpgartenrinne im Lattengebirge gemeldet. Der Reichenhaller Bergwacht-Einsatzleiter klärte die Lage mit Fernglas und Fernrohr zusammen mit der Anruferin ab, hielt Rücksprache mit Seilbahn und Gleitschirm-Verein und konnte Entwarnung geben, da lediglich schräg einfallendes Sonnenlicht auf einem Fels-Absatz zu einer optischen Täuschung geführt hatte.

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Bereits am Freitagabend gegen 19.25 Uhr war ein ähnlicher Notruf wegen eines vermeintlichen roten Gleitschirms in den Bäumen am Jenner abgesetzt worden. Die Bergwacht Berchtesgaden und die Polizei klärten die Meldung zusammen mit der Anruferin ab. Vermutlich hatte in diesem Fall nur eine Baumaschine zwischen den Bäumen hindurchgeleuchtet.

Heli-Taxi für zwei Verletzte am Funtensee

Etwa zur gleichen Zeit, gegen 14.30 Uhr, brauchten gleich zwei Urlauber, die am Kärlingerhaus gestürzt waren, Hilfe. Sie hatten sich am Brustkorb und am Finger verletzt. Der »Christoph 14«-Pilot holte die 19-Jährige aus Niedersachsen und die 52-jährige Berlinerin ab und flog sie zum Schneewinkl-Landeplatz. Von dort aus ging es mit dem Rettungswagen weiter zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Währenddessen war ein Notruf aus dem Grünstein-Klettersteig eingegangen, wo ein intern erkrankter und blockierter Urlauber kurz unterhalb des Ausstiegs nicht mehr weiterkam. »Christoph 14« ließ Bergretter und Notarzt über die Kufe aussteigen und holte den Patienten und die Einsatzkräfte nach der Erstversorgung mit dem Rettungstau in zwei Aufzügen ab. Da aufgrund des hohen Einsatzaufkommens kein Fahrzeug mehr frei war, fuhr die Bergwacht den Patienten selbst zur Kreisklinik Berchtesgaden.

89-Jährige bricht sich in der Almbachklamm den Arm

Ebenfalls am frühen Nachmittag, kurz nach 13.30 Uhr, war ein Notruf aus der Almbachklamm am Untersberg eingegangen, wo bei Brücke 14 eine 89-jährige Reichenhallerin gestürzt war und sich dabei den Unterarm gebrochen hatte. Die Bergwacht Marktschellenberg und der Schellenberger Bergwacht-Notarzt stiegen zu Fuß zur Unfallstelle auf und versorgten die Frau. Die nachgeforderte Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers »Christoph 14« flog sie mit dem Rettungstau aus der Schlucht und übergab sie an das Berchtesgadener Rote Kreuz.

Bereits am Mittwochnachmittag waren die Einsatzkräfte in der Almbachklamm gefordert, als sich eine 61-Jährige schwerer am Fuß verletzt hatte.

Verletzte am Purtscheller- und am Watzmannhaus

Am Samstagmittag gegen 12.30 Uhr brauchte ein 54-jähriger Bergsteiger am Watzmannhaus die Hilfe der Bergwacht: Der Münchner hatte sich im Aufstieg schwerer das Sprunggelenk verletzt, dann aber die Zähne zusammengebissen und war noch bis zum Haus weitergegangen. Der Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau forderte den Rettungshubschrauber »Christoph 14« an, der bereits für die Bergwacht Berchtesgaden zum Purtschellerhaus am Hohen Göll unterwegs war, von wo aus gegen 12.15 Uhr ein Notruf wegen eines Mannes mit einer Knie- und Sprunggelenksverletzung eingegangen war.

Herzinfarkt am Untersalzberg

Beim Landeanflug im Bereich Ecker Sattel disponierte die Leitstelle den Heli dann kurzerhand wegen eines akuten Herzinfarkts am Untersalzberg in Berchtesgaden um. Der Heli landete unmittelbar nach dem Notruf, versorgte den akut erkrankten Urlauber zusammen mit dem nachrückenden Rettungswagen des Reichenhaller Roten Kreuzes und flog ihn dann sehr rasch zum Klinikum Traunstein.

Die Leitstelle Traunstein schickte als Ersatz dann den Salzburger Notarzthubschrauber »Christophororus 6« los. Dessen Besatzung holte zunächst den verletzten Bergsteiger vom Purtschellerhaus ab und flog ihn nach Salzburg, flog dann weiter zum Watzmannhaus, wo Hüttenwirt Bruno Verst den Mann bereits bestens versorgt und betreut hatte. Per Heli wurde der Münchner von dort aus ins Krankenhaus geflogen. Der Ramsauer Einsatzleiter telefonierte mehrfach mit dem Watzmannhaus, um die Zeitverzögerungen aufgrund des allgemein hohen Einsatzaufkommens zu erklären.

80-jähriger Radler stürzt am Hirschbichl-Mitterberg

Am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr war ein gestürzter 80-jähriger Radfahrer am Hirschbichl-Mitterberg auf die Hilfe der Bergwacht Ramsau angewiesen. Ersthelfer, drei Bergretter und eine Rettungswagen-Besatzung versorgten den Bischofswieser und brachten ihn dann in die Kreisklinik Bad Reichenhall. Die Ramsauer Bergwacht-Notärztin und fünf weitere Bergretter waren eine gute Stunde auf der Wache in Bereitschaft, wurden aber vor Ort nicht mehr benötigt.

27-Jähriger stürzt an der Watzmann-Südspitze 30 Meter ab

Kurz zuvor, gegen 13.20 Uhr, musste ein 27-jähriger Urlauber aus dem österreichischen Mühlviertel von der Watzmann-Südspitze gerettet werden, nachdem er 100 Meter unterhalb des Gipfels rund 30 Meter über steiles Gelände abgestürzt war und wegen einer schmerzhaften Hüftverletzung, Prellungen und Schürfwunden nicht mehr selbst absteigen konnte.

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Der Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau forderte »Christoph 14« an, der gerade von einem Einsatz in Ruhpolding zurückkehrte, an der Station nachtankte und dann in die Ramsau flog. Der Heli nahm einen Bergretter auf, erkundete die Einsatzstelle und brachte dann vom Zwischenlandeplatz am Hirschwieskopf Bergretter und Notärztin mit dem 25-Meter-Tau zum Patienten. Die Einsatzkräfte flogen den Mann dann liegend am Tau zum Hirschwieskopf und dann ins Tal, wo ihn eine Rettungswagen-Besatzung übernahm. Die Bergwacht war gute drei Stunden im Einsatz.

Schwere Fußverletzung am Jenner

Am späten Vormittag gegen 11.15 Uhr brauchte ein Mann mit einer schweren Fußverletzung unterhalb der Jenner-Bergstation notärztliche Hilfe. Da »Christoph 14« bereits am Hohen Göll im Einsatz war, schickte die Leitstelle Salzburg den Pongauer Notarzthubschrauber »Martin 1« zum Jenner.

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Die Besatzung konnte Notarzt und Sanitäter nur schwebend über die Kufe aussteigen lassen, aber wegen des nach wie vor fehlenden Landeplatzes und der sehr vielen Menschen an der Bergstation nicht landen. Während die beiden Retter den Mann versorgten, landete der Pilot unterhalb beim Gleitschirm-Startplatz. Die Bergwacht Berchtesgaden rückte mit zwei Fahrzeugen nach, half bei der Versorgung und fuhr den Patienten dann zum Heli, mit dem der Mann nach Salzburg geflogen wurde.

Blockiert in der Göll-Schusterroute

Ebenfalls am Vormittag, kurz nach 10 Uhr, mussten zwei unverletzte Bergsteiger vom Hohen Göll am oberen Ende der Schusterroute gerettet werden. Die Frau war psychisch blockiert und konnte nicht mehr weiter.

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»Christoph 14« ließ zwei Berchtesgadener Bergretter in der Gölleiten über die Kufe aussteigen und landete dann am Ahornkaser, um das Rettungstau zu montieren. Die Bergretter stiegen zu dem Duo ab und sicherten die Bergsteiger. Der Heli flog dann in zwei Tau-Aufzügen die Frau und den Mann zusammen mit jeweils einem Retter zum Ahornkaser aus.

Hund vom Berg gerettet

Bereits am Donnerstag gegen 15 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden eine ältere Frau mit Knieproblemen per Fahrzeug von der Königsbachalm am Jenner abholen. Am Mittwochabend gegen 19.50 Uhr brauchten Wanderer wegen eines erkrankten, größeren Hunds am Hochbahnweg östlich oberhalb des Königssees die Hilfe der Bergwacht. Die Einsatzkräfte holten das nicht mehr gehfähige Tier mit dem Fahrzeug ab und fuhren es ins Tal.

Alle Fotos von den Einsätzen der letzten Woche:

red/BRK BGL