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Bergsteiger stürzt am Watzmann vor Augen seines Sohns 150 Meter tief ab – tot

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Berchtesgaden: 150-Meter-Sturz von Watzmann-Südspitze – Tödlicher Bergunfall am Königssee
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Ein Bergsteiger stürzte am Samstag an der Watzmann-Südspitze 150 Meter tief ab. Er erlag noch während der Rettungsaktion seinen Verletzungen. Foto: Bergwacht Ramsau

Ramsau/Schönau am Königssee – Ersthelfer, Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Samstag Nachmittag an der Watzmann-Südspitze während eines aufziehenden heftigen Unwetters um das Leben eines abgestürzten Bergsteigers gekämpft, aber trotz aller Mühen letztlich verloren, da der Mann noch während der Rettungsaktion an seinen schweren Verletzungen verstarb.

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Der 52-jährige Oberpfälzer war mit seinem 20-jährigen Sohn und einem Arbeitskollegen über die Südspitze abgestiegen, gestürzt, dann rund 150 Meter in Richtung Schönfeldgraben abgestürzt und in einer Spalte hängengeblieben.

Als kurz nach 14 Uhr ein Notruf wegen Hilferufen zwischen Goldbründl und Gries eingegangen war, flog „Christoph 14“ zur Erkundung los und fand die Einsatzstelle in rund 1680 Metern Höhe. Der Pilot brachte dann Ramsauer Bergretter und den Bergener Bergwacht-Notarzt zur Unfallstelle, die zu dem Abgestürzten absteigen mussten.

Der Arbeitskollege war bereits vorab abgeklettert, um Erste Hilfe zu leisten – der Sohn hatte sich auf den Weg gemacht, um die Rettung zu organisieren. Der Heli-Pilot schaffte es dann, trotz der Gewitter-Front den erstversorgten Mann am Rettungstau zum Zwischenlandeplatz im oberen Gries auszufliegen, wo die Einsatzkräfte noch versuchten, den Mann zu stabilisierten – an der Grieshütte verstarb der 52-Jährige aber dann trotz aller Bemühungen.

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Foto: Bergwacht Ramsau

Die Bergwacht Ramsau war mit drei Fahrzeugen im Gries, um Einsatzkräfte, Begleiter, Ausrüstung und den Verstorbenen zu befördern; zwei Ramsauer Bergwachtfrauen des Kriseninterventionsdienstes (KID) kümmerten sich vor Ort um den Sohn und den Arbeitskollegen – die Frau des Verunglückten und der Bruder wurden zu Hause in der Oberpfalz vom dortigen KID der Bergwacht betreut.

„Christoph 14“ musste im Tal während des Unwetters mit dem Kerosin-Anhänger nachgetankt werden. Ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) nahm den tödlichen Bergunfall auf.

Während der Rettungsaktion an der Südspitze musste die Bergwacht Ramsau zu einem weiteren Unfall am Toten Mann ausrücken: Ein einheimischer 70-jähriger Downhill-Fahrer war gegen 16 Uhr gestürzt und zunächst bewusstlos liegengeblieben. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war der Mann bereits am Parkplatz und nach erster Einschätzung dank Helm und Rücken-Protektor mit einer großen Schürfwunde am Ellbogen davongekommen. Angehörige brachten ihn nach Hause – der bereits bestellte Rettungswagen des Roten Kreuzes konnte noch auf der Anfahrt wieder umkehren.

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Foto: Bergwacht Ramsau

Vorbericht, Samstagmorgen:

Schwerste Verletzungen erlitt ein Bergsteiger bei einem 150 Meter tiefem Absturz am Samstag Nachmittag von der Watzmann-Südspitze; der Mann verstarb wenig später noch während der Rettungsaktion an seinen Verletzungen.

Drei Bergsteiger aus dem Raum Regensburg befanden sich laut Polizei Berchtesgaden am Nachmittag im Abstieg von der Südspitze des Watzmanns. Einer der drei Männer kam zu Sturz und fiel daraufhin rund 150 Meter in die Tiefe.

Einer seiner Begleiter stieg sofort zu ihm ab und leistete dem Verunglückten Erste Hilfe. Die umgehend alarmierten Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und eine Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers Christoph 14 samt Notarzt nahmen den abgestürzten Bergsteiger auf und flogen ihn zu einem Zwischenlandeplatz.

Doch für den Urlauber kam leider jede Hilfe zu spät. Noch während der Rettungsaktion verstarb der Mann an seinen schweren Verletzungen. Die Polizei Berchtesgaden führt die Untersuchungen.