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Bergsteigerdorf erinnert an heimischen Kunstmaler

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Ramsau: Bergsteigerdorf erinnert an heimischen Kunstmaler
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Will Klinger-Frankens Motiv »Ramsauer Dorfstraße«.

Ramsau – Zum 110. Geburtstag des Ramsauer Kunstmalers Will Klinger-Franken (1909 bis 1986) errichtet die Gemeinde Ramsau auf dem »Ramsauer Malerweg« an der Dorfstraße beim Anwesen Landthaler eine weitere Staffelei, um ihren 1986 verstorbenen Künstler zu ehren. Die Staffelei steht genau an der Stelle, an der Klinger das Motiv »Ramsauer Dorfstraße« am 20. April 1968 gemalt hatte.


Dieses Bild zeigt exemplarisch das malerische Werk des Künstlers, das durch die Kulturlandschaften des Berchtesgadener und Salzburger Landes sowie des Chiemgaus geprägt ist. Licht und Schatten, Farbe und Struktur sind auch in diesem Bild die Elemente seiner expressiven Bildsprache.

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Am 21. September 1909 kommt Will Klinger als sechstes Kind der Weinbauern- und Gärtnerfamilie in Veitshöchheim bei Würzburg zur Welt. Schon als Sechsjähriger erhält er hier von dem Impressionisten Peter Würth Zeichen- und Malunterricht.

In Würzburg absolviert Klinger von 1923 bis 1925 seine Ausbildung zum Kirchenmaler im Atelier Haselbrunner und nimmt Unterricht bei Professor Dikreiter an der Kunstschule der Stadt und lernt hier Max Karbacher kennen, den späteren Direktor der Schnitzschule Berchtesgaden. Beide begegnen sich wieder in München und dann später in Berchtesgaden.

1930 beginnt Klinger sein zehnjähriges Studium an der Münchner Kunstakademie bei Professor Mayrshofer und Professor Oberberger. Studienfahrten führen ihn nach Italien und immer wieder ins Berchtesgadener Land. Hier lernt er auch 1938 Anita Mueller kennen. Sie stammt aus einer Verleger- und Künstlerfamilie, zu der auch der Maler Otto Mueller (Die Brücke) und der Dichter Gerhard Hauptmann gehören. Will und Anita heiraten 1941. Nach Abschluss als Akademischer Maler 1940 arbeitet er während der Kriegsjahre als Restaurator bei Professor Schmuderer. Die Tochter Eva kommt im letzten Kriegsjahr, am 25. Januar 1945, in Benediktbeuern zur Welt, wohin die junge Familie aus dem zerbombten Münchner Atelier in der Blütenstraße evakuiert worden ist.

In die Künstlerkolonie Worpswede ziehen der Maler und seine Familie 1946. Die weite Landschaft des Nordens, aber auch Industrielandschaften Bremens und Bremerhavens rücken in den Mittelpunkt seines Schaffens. Seine Palette und sein Pinselstrich entwickeln sich zu seiner unvergleichlichen Handschrift. Trotz der Kontakte zu Worpsweder und Fischerhuder Künstlern wie der Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff kehrt Klinger 1948 in seine fränkische Heimat nach Veitshöchheim bei Würzburg zurück, um sich in dem von der väterlichen Familie geerbten kleinen barocken Kloster – idyllisch am Hofgarten der fürsterzbischöflichen Sommerresidenz gelegen – sowohl Wohnung als auch Atelier einzurichten. 1948 ist er Gründungsmitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Unterfrankens. In seinen Arbeiten aus dieser Zeit hält er das völlig zerstörte Würzburg, die im Wiederaufbau befindlichen Hafen- und Industrieanlagen, aber auch die fränkische, bäuerliche Landschaft seiner Heimat fest.

Die Sommermonate verbringt die Familie seit 1949 im Berchtesgadener Land, wo am 24. Juli 1951 der Sohn Thomas zur Welt kommt. 1960 zieht die Familie dann ganz in das von Georg Zimmermann entworfene Haus in der Ramsau. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Landschaft zwischen Salzach und Inn beginnt und lässt Will Klinger Franken bis zu seinem Tod am Ostermontag, 31. März 1986, nicht mehr los.

Licht und Schatten, Farbe und Struktur sind die Elemente seiner expressiven Bildsprache, die von sinnlicher Lebensfreude bestimmt wird. Das Vordergründige, das Gegenständliche wird in seinen Arbeiten zurückgedrängt; in der Abstraktion führt er das geläufige Bild von Landschaft auf einen archaischen Charakter zurück. Form und Farbe, Licht und Schatten werden somit zu den eigentlichen Akteuren seiner Malerei. Mit breitem, kräftigem Pinselstrich und instinktsicherer Farbgenauigkeit hält er in seinen Werken unwiederbringliche Momente und Stimmungen fest.

Will Klinger-Franken war Mitglied des »Berufsverbands Bildender Künstler« (BBK) in Unterfranken und in München sowie der Künstlergruppen »Die Burg« in Burghausen, der »Tennengauer Künstlergruppe« in Hallein und des »Berchtesgadener Künstlerbundes«. fb