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Die Bergwacht-Bereitschaften sichern auch in diesem Jahr beim Biathlon-Weltcup die Strecke: Winni Kurzeder (von links), Sofie Luger, Sebastian Schwaiger, Simon Maier, Sebastian Klais, Winfried Renner, Georg Stemmer, Einsatzleiter Georg Sojer und Christian Auer hatten am Donnerstag Dienst in der Chiemgau-Arena. (Foto: Brenninger)

Bergwacht Bayern in der Chiemgau-Arena: »Für uns bleibt der Aufwand der gleiche«

Weil in diesem Jahr coronabedingt keine Fans in die Chiemgau-Arena dürfen, sind auch deutlich weniger Helfer der Blaulichtorganisationen im Einsatz. Eine Hilfsorganisation, die trotzdem in voller Mannschaftsstärke vor Ort ist, ist die Bergwacht Bayern – genauer gesagt die Bereitschaften Ruhpolding und Traunstein. Vereinzelt kommen dann noch Kräfte aus anderen Bereitschaften wie etwa Freilassing, Bad Reichenhall und Marquartstein dazu. Die Einsätze koordiniert Georg Sojer von der Skiwacht. Pro Renntag sind immer zwischen neun und zehn Bergwachtler im Einsatz. 


»In diesem Jahr ist alles anders«, erzählt der Einsatzleiter. »Aber für uns bleibt der Aufwand der gleiche«, ergänzt er im Gespräch mit unserer Redaktion und erklärt auch gleich noch, warum das so ist. »Wir sind primär ja für die Strecke zuständig und die Stationen müssen immer in der gleichen Mannschaftsstärke besetzt sein – also auch in diesem Jahr.«

In den vergangenen Jahrzehnten hatte die Bergwacht bei ihren Weltcup-Einsätzen glücklicherweise wenig zu tun. Eingreifen müsste sie, wenn einer der Biathleten beispielsweise einen Schwächeanfall oder einen so schweren Sturz hätte, dass er nicht mehr weitermachen könnte. Theoretisch wäre es auch denkbar, dass einer der Sportler die Böschung hinunterstürzen könnte, doch bisher war das Gott sei Dank noch nie der Fall. »Es stangelt schon auch mal einen der Biathleten, aber in der Regel steht der schnell wieder auf und fährt weiter«, sagt Sebastian Klais von der Bergwacht Traunstein. Der Anwärter hat an diesem Tag Dienst zusammen mit seinen Kollegen Georg Stemmer, Sofie Luger und Winni Kurzeder, dazu kommen noch Winfried Renner und Sebastian Schwaiger von der Bereitschaft Ruhpolding sowie Christian Auer (Marquartstein) und Simon Maier (Freilassing).

Weil auf der Strecke eher weniger passiert, haben die Bergwachtler die vergangenen Weltcups öfter schon mal das Rote Kreuz unterstützt. »Bei den Zuschauern passiert in der Regel doch mehr«, weiß Georg Stemmer. »Da mussten wir schon den einen oder anderen zur Ersten-Hilfe-Station transportieren.«

Dabei nutzt die Bergwacht auch fast ihr ganzes Equipment. Mehrere Akias zum Verletztentransport stehen in der Chiemgau-Arena bereit. »Wenn es weiter fehlt, dann fordern wir den Einsatzleiter an. Er kommt dann mit dem ATV und einem Notarzt an den Einsatzort«, erzählt der erfahrene Bergwachtmann Stemmer. »Damit können wir garantieren, dass der Patient auf dem schnellsten Weg versorgt wird.«

Und warum macht diesen Dienst an der Strecke eigentlich nicht das Rote Kreuz mit? »Das hat mit der Gelände-Gängigkeit zu tun«, erklärt Sofie Luger, die wie Klais ebenfalls noch Anwärterin ist. »Die Kollegen vom Roten Kreuz sind dafür nicht ausgebildet.« Die Bergwachtler aber eben schon. »Wir haben auch unsere Steigeisen dabei, damit wir auch im steilen Gelände im Notfall schnell vorankommen«, sagt Stemmer.

Der Tag für die Bergwachtler beim Weltcup ist lang. Schon um 8 Uhr morgens treffen sie sich im Ruhpoldinger Depot. Dann geht es zur Chiemgau-Arena, dort gibt es dann eine Besprechung und ihr Dienst ist erst beendet, wenn der letzte Biathlet im Ziel und dann das Equipment wieder aufgeräumt ist. »Wir haben einen genauen Ablaufplan«, sagt Sebastian Klais. Dennoch bleibt auch die Zeit, dass man auch ein wenig die Rennen verfolgen könne. »Das ist schon auch das Schöne daran«, ergänzt Sofie Luger.

Ihre Arbeit machen die Bergwachtler übrigens allesamt ehrenamtlich – sprich »manche müssen sich für den Dienst hier unter der Woche auch extra Urlaub nehmen«, erzählt Stemmer. »Wir machen das einfach gerne«, betont Klais, der mit seinen Kollegen von der Bergwacht Traunstein im Winter auch nochregelmäßig die Reit im Winkler Kollegen auf der Winklmoosalm unterstützt. Zudem haben die Traunsteiner auch noch einen Vorsorgedienst auf ihrer Diensthütte am Unternberg.

Einsatzleiter Georg Sojer ist als einziger Bergwachtler jeden Tag in der Chiemgau-Arena. Er ist auch hauptberuflich bei der Skiwacht angestellt. Diese gehört zur Stiftung Sicherheit im Skisport und ist im Deutschen Skiverband angesiedelt. Georg Sojer freut sich darüber, dass sich Jahr für Jahr ehrenamtliche Bergwachtler für den Dienst in der Chiemgau-Arena finden. »Es ist schließlich auch mit Arbeit verbunden«, sagt er. »Aber die macht eben auch viel Spaß.«

SB