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Betretungsverbot auf der Reiter Alm nur in einzelnen Bereichen

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Die Gebirgsjägerbrigade 23 nutzt die Hochfläche der Reiteralm als Übungsplatz. Teilbereiche sollen deshalb als militärischer Sicherheitsbereich ausgewiesen werden. (Foto: Gebirgsjägerbrigade 23)

Schneizlreuth – Die Standortübungsplätze am Kirchholz bei Bad Reichenhall, in Kammer bei Traunstein und auf der Reiter Alm in der Gemeinde Schneizlreuth sollen, wie berichtet, ab 1. Juli 2020 zu militärischen Sicherheitsbereichen erklärt werden. In der letzten Gemeinderatssitzung in Schneizlreuth wurden dazu einige Fragen gestellt, die nunmehr von der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall beantwortet wurden.


Die dringende Empfehlung, die genannten Standortübungsplätze zu »militärischen Sicherheitsberei-chen« zu machen, kam vom Landeskommando Bayern. Bisher galten die Übungsplätze als »militärischer Bereich«. Als Gründe werden der Einsatz neuer Übungsgeräte, aber auch das teils uneinsichtige Verhalten der Zivilbevölkerung bei Übungen angeführt. Die Schneizlreuther Gemeinderätin Martina Gruber wollte nun von Bürgermeister Wolfgang Simon wissen, welche konkreten Einschränkungen für Wanderer, aber auch für die Almbauern zu erwarten sein werden.

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Grundsätzlich ist es für Bürgermeister Simon unerlässlich, für den Standort Bad Reichenhall Übungsplätze zur Verfügung zu haben, auf denen sich die Soldatinnen und Soldaten ausreichend und gut auf ihre Auslandseinsätze vorbereiten können. Im Gegensatz zum Kirchholz werde auf der Reiter Alm nicht mit scharfer Munition geschossen. Geübt werde etwa der Wintereinsatz oder die Zusammenarbeit mit Mulis oder Versorgungshubschraubern. Größere Fahrzeuge, wie am Kirchholz, könnten dort oben ohnehin nicht eingesetzt werden, so der Bürgermeister. Deshalb gehe er davon aus, dass sich an den Szenarien und jetzt schon geltenden Einschränkungen nichts Wesentliches verändern werde. Ob es Einschränkungen für die Almbauern über den Schrecksattel geben werde, konnte der Bürgermeister aus dem Stegreif nicht sagen.

Die Pressestelle der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall ließ den »Berchtesgadener Anzeiger« auf Anfrage wissen, dass nicht die gesamte Reiteralm zum militärischen Sicherheitsgebiet erklärt werde. Das sei nur für einige Bereiche zum 1. Juli 2020 der Fall. Dort wird voraussichtlich ein grundsätzliches Betretungsverbot ausgesprochen – somit ist das Betreten dieser Zonen nicht gestattet.

Dieses Betretungsverbot wird es nach jetzigem Sachstand bei den Biwakbereichen Lenzenkaser und Hirschwiese (Sprengplatz) geben. Sollten diese Bereiche dennoch betreten werden, haftet bei einem Unfall derjenige, der diesen Bereich auf eigene Gefahr betreten hat. Es gilt nach jetzigen Sachstand weiterhin der freie Zugang über den Schrecksattel zur Traunsteiner Hütte sowie zum Bereich linksseitig der Straße vom Schrecksattel zur Seilbahn (Bergstation). Auch der Wachterlsteig und die Saugasse Richtung Traunsteiner Hütte sollen frei bleiben.

Für die im Gefahrenbereich liegenden Steige (zum Beispiel Lauf-steig) und einzelne, wenige Kletterrouten müssen mit den Betroffenen gesonderte Regelungen gefunden werden. Hierzu wird es zusammen mit der Gebirgsjägerbrigade 23, der WTD 52 und betroffenen Anliegern eine gemeinsame Informationsveranstaltungen geben, um einvernehmliche Lösungen zu finden.

Die Reiteralm wird für folgende Ausbildungen genutzt: Kletterausbildung, allgemeine militärische Aus-und Fortbildung der Gebirgsjäger, Sprengen (Hirschwiese), Scharfschützenausbildung (Hirschwiese), Übungen im Rahmen des Bataillons sowie Schießen mit Manövermunition und PT-Übungsmunition (Gelände Hirschwiese). Übungsmunition ist im Gegensatz zur Platzpatrone wirkungsvolle Munition, welche lediglich in ihrer Wirkungsenergie erheblich abgeschwächt ist.

Die Pressestelle der Brigade geht davon aus, dass die neue Regelung keine Auswirkungen auf die Almbauern hat, da der Schrecksattel und die Hauptverbindungswege frei zugänglich sind.

Werner Bauregger