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Bevor die Abrissbirne kommt

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Foto: Angerer

Berchtesgaden (MA) – Fassadenbilder sind normalerweise nicht denkmalgeschützt – und seien sie noch so alt und historisch von Bedeutung. Wenn das Gebäude selbst nicht diesen Schutz genießt, so ist es im Ernstfall um das Fassadenbild schlecht bestellt. So wird es bei der »Villa Schoen« kommen.

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Das Fassadenbild über dem Ostbalkon hat der Bauherr, Kunstmaler Friedrich Wilhelm Schoen (1810-1868), ein gebürtiger Wormser, höchstpersönlich angebracht, nachdem er die Villa 1856 hat bauen lassen. Berchtesgaden wurde seine Wahlheimat.

Dieses Fassadenbildmotiv malte er auch noch als Ölgemälde, das sich im Familiennachlass des Künstlers befindet. Seine Bilder zeigen milieugetreue Szenen mit romantischen Zügen der Biedermeierzeit. Das beweist auch ein weiteres, stilähnliches Ölgemälde, das im Museum Schloss Adelsheim aufbewahrt wird. Es zeigt unter dem Titel »Gang über's Gebirge« die Kaiserin Elisabeth von Österreich, die sich von einem einheimischen Bergführer in Tracht über den Untersberg führen lässt.

So wird man auch in Zukunft den Verlust von manchen historischen Fassadenbildern in Berchtesgaden verschmerzen müssen, weil sie für sich allein leider keinen Schutz genießen. Gut, dass die Künstler das nicht mehr erleben müssen.