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Foto: Pixabay/Symbolbild

Bewährung und Geldauflage: 39-Jähriger mit kinderpornografischen Dateien erwischt

Teisendorf – Ja, er schaue Pornos »quer durch die Bank«, gestand der 39-jährige Handwerker. Und dabei müsse es wohl passiert sein, denn bewusst habe er keine Bilder junger Frauen und Mädchen heruntergeladen. Doch im Laufener Gerichtssaal sprach einiges gegen eine »Unschuld« des Teisendorfers. Wegen Verbreitung und Besitzes kinder- und jugendpornografischer Inhalte bekam er eine sechsmonatige Freiheitsstrafe mit dreijähriger Bewährung.


Die Plattform »Tumblr« hatte gemeldet, dass kinderpornografische Bilder hochgeladen worden sind. Und so kam die Sache gegen den Handwerker ins Rollen: Es folgten eine frühmorgendliche Hausdurchsuchung und die Beschlagnahme von Datenträgern. Auf dem PC fanden sich Bilder von spärlich bekleideten jungen Mädchen in aufreizenden Posen. Eindeutiger waren die Bilddateien auf seinem Smartphone, die Oralverkehr von Minderjährigen zeigten.

»Bewusst habe ich so was nie abgespeichert«, beteuerte der Angeklagte, auch einen solch eindeutigen Benutzernamen will er nicht eingegeben haben. »Ich wusste gar nichts von dem Passwort.« Das enthielt allerdings den Namen seiner Ex-Freundin. Im Übrigen habe er den Beamten sofort alles offengelegt, betonte der Teisendorfer.

Die Beamten hatten nicht nur die eindeutige Verbindung zum Angeklagten herstellen können, sondern auch eher ungewöhnliche Urlaubsbilder junger Mädchen gefunden. Entgegen seiner Aussage soll der Mann auch unter Begriffen wie »Teens« und »15 years old« auf russischen Seiten unterwegs gewesen sein. Falls die Bilder nicht vom Angeklagten selbst hochgeladen worden waren, so müsste ein anderer die Zugangsdaten gehabt haben, erklärte eine 32-jährige Kriminalbeamtin. Gleichwie, »er hat sie kommentiert und veröffentlicht«. Eindeutig seien pornografische Inhalte aufgerufen und gespeichert worden. Die Zeugin räumte ein, dass nicht alle gelöschten Inhalte wiederhergestellt werden konnten.

Richter Josef Haiker ergänzte dazu, dass der Teisendorfer eines Morgens »x-mal« das Hilfszentrum bei »Tumblr«-Privateinstellungen aufgerufen hatte. Es bestehe kein Zweifel, dass die expliziten Bilder auf dem Smartphone des Mannes geöffnet worden waren, wie die Kripo-Beamtin feststellte. Und »Tumblr« habe das an das LKA gemeldet.

»Aus meiner Sicht bestätigt«, sagte Staatsanwältin Dr. Tamara Deichsel zu diesen Feststellungen. Sie beantragte acht Monate auf Bewährung für den bislang nicht vorbestraften Teisendorfer, dazu eine Geldauflage in Höhe zweier Monatsgehälter. »Ich habe schon einen Denkzettel, weil ich alles verloren habe«, meinte der Angeklagte dazu.

Josef Haiker entschied auf sechs Monate und eine dreijährige Bewährung. Der Amtsrichter sprach von »Glück«, dass die Taten vor einer Gesetzesänderung geschahen, denn seither gilt die Verbreitung solcher Bilder als »Verbrechen«, das mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet wird. Dem Teisendorfer ist eine berufliche Beschäftigung mit Minderjährigen für mindestens drei Jahre untersagt. Daneben hat er 1500 Euro in Raten an die Staatskasse zu zahlen.

höf