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Biathletin Franziska Preuß geht zuversichtlich in den Olympiawinter

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Foto: wukits

Es ist die berühmte Frage, „was wäre wenn?“ Die bekommt auch Biathletin Franziska Preuß öfters gestellt. „Was wäre wenn sie damals im März 2009 nicht den Gutschein für Fritz Fischers Camp „Biathlon Erleben“ geschenkt bekommen hätte? „Mit den Gedanken habe ich mich nie befasst“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich wollte immer schon Biathlon machen.“ Zum Glück ist das Talent der heute 23-jährigen vom SC Haag damals erkannt worden.

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Sonst wäre sie möglicherweise eine erfolgreiche Bergläuferin oder Schützenkönigin in ihrem Heimatort Albaching geworden. Den Gutschein von damals hat sie nicht mehr, aber ein paar Fotos davon. Das ist aber der berühmte „Schnee von gestern“, mittlerweile hat die Franzi alle Höhen und Tiefen eines Sportlerlebens hinter sich. Momentan steht gerade ein Hoch an, zumindest was die Saisonvorbereitung betrifft. Nach Erkrankungen und Verletzungen im vergangenen Winter hat Franziska Preuß im Sommer einiges nachzuholen gehabt. „So eine Zwangspause geht an einem nicht spurlos vorbei. Als ich zum ersten Mal ins Training wieder eingestiegen bin, war es einfach nur zäh und Geduld war gefragt.“ So haben sich für die Sportlerin vom Stützpunkt Ruhpolding die Berge echt um einiges steiler und höher angefühlt. Aber, sie hat auch gemerkt, dass ihr Körper wieder widerstandsfähig ist. Das ist Anfang Januar ganz anders gewesen. Das ist eine schmerzhafte Zeit gewesen, obwohl die Saison super für sie begonnen hat. Irgendwann hat sie feststellen müssen, dass ihr Körper keine Maschine ist. Nach einer Nasennebenhöhlen-OP hat sie sich viel Zeit gegeben, um wieder gesund zu werden.

Gedanken ans Aufhören schnell abgelegt

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Foto: wukits

Abschalten hat sie zuhause bei der Familie in Albaching können. „Auf einen Bauernhof gibt es genug Ablenkung“, meint sie lächelnd. Natürlich sind in dieser Zeit auch Gedanken gekommen, was anderes zu machen. „Ich habe ehrlich gesagt, das Vertrauen zu meinem Körper verloren und gemerkt wie sich ein geschwächter Körper anfühlt.“ Diese Gedanken hat sie aber sehr schnell vergessen, als sie gemerkt hat dass es ihr wieder besser gegangen ist. In dieser Saison wird sie zunächst von Rennen zu Rennen schauen und versuchen, das bestmögliche herauszuholen. „Wichtig wäre mir aber einfach nur gesund und fit zu sein.“ Schließlich stehen in diesem Winter die Olympischen Spiele 2018 an. Für die möchte sie sich qualifizieren. Das geht über die Weltcuprennen und die möchte sie so gut wie möglich meistern. Schließlich hat sie auch noch eine Rechnung mit Olympia offen. 2014 in Sotschi sind ihre ersten gewesen. „Danach habe ich mich gleich ein paar Jahre älter gefühlt“, erinnert sie sich. Neben tollen Eindrücken hat sie auch Momente gehabt, auf die sie gerne verzichten hätte können. Vor allem das Einzelrennen und die Staffel sind unter keinem guten Stern gestanden. Eigentlich wollte sie auf das Einzel verzichten, ging aber auf Drängen der Trainer trotzdem an den Start. Nach fünf Schießfehlern ist sie in der dritten Runde aus dem Rennen genommen worden. In der Staffel ist sie als Startläuferin gestürzt. Dadurch ist Schnee ins Visier des Gewehrs geraten. Als Elfte hat sie ihre Runde beendet und am Ende ist es auch bei diesem Platz geblieben. Doch durch Erfahrung wird man klug, so war es auch bei der jungen Skijägerin. „Irgendwie haben diese Erlebnisse dazugehört und in Hinblick auf die sportliche Karriere gab es im Nachhinein öfters mal Situationen, bei denen ich dann abgeklärter rangehen konnte.“

Asiatische Küche und Weihnachtsplätzchen

Privat ist Franziska Preuß gerne daheim bei der Familie oder in ihrer Wohnung in Ruhpolding. Zeit mit ihrem Neffen und ihrer Nichte verbringen, bringt Ablenkung. „Daheim auf dem Hof sieht man einfach das normale Leben“, weiß sie. Als Liebhaberin asiatischer Küche wird am Herd schon mal der Wok aktiviert. Jetzt dann in der Weihnachtszeit werden auch gerne Plätzchen gebacken. Auf die Frage nach ihren Stärken und Schwächen sagt sie: „Ich bin ein ehrlicher Mensch, bodenständig, meistens gut drauf und ehrgeizig. Leider bin ich oft chaotisch und teilweise zu leichtgläubig.“ Auf die Frage wo sie sich in zehn bis 15 Jahren sieht, hat Franziska Preuß keine Antwort. „Puhhh, eine schwierige Frage. Das kann ich leider noch nicht sagen.“ Da wären wir wieder bei dem „Was wäre wenn“ zum Einstieg unseres Interviews.

Text: Siegi Huber
Fotos: Ernst Wukits