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Bigband-Matinee der Superlative

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Zwei Bigbands holten in den Zugaben der Bigband-Matinee im AKG zum gemeinsamen, finalen, musikalischen Coup aus. Felix Hagenauer (Leiter der AKG-Bigband, Mitte) kann hochzufrieden sein. (Foto: Benekam)

Schüler, Lehrer und Besucher der Bigband-Matinee des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein haben es sicher nicht bereut, an einem schon sommerlichen Sonntagmorgen recht früh aus den Federn gekrochen zu sein. Denn was die zahlreichen Schüler der AKG-Bigband nach monatelanger Probenarbeit den Zuhörern der in vollbesetzten Aula zu bieten hatten, war eindeutig besser als ausschlafen oder Badespaß.


Das musikalische Vergnügen, das die talentierten Jung-Musiker zusammen mit der Bigband der Hochschule für angewandte Wissenschaften München ihren Zuhörern zu bieten hatte, zündete wie ein Feuerwerk: Angesteckt vom leidenschaftlichen Temperament der Nachwuchstalente und den zum größten Teil bekannten, fetzigen Nummern, gerieten alle Besucher schnell in euphorische Hochstimmung.

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Den ersten Teil der Matinee bestritten, unter der Leitung von Bastian Pusch, die Gäste aus München. Der gebürtige Chiemgauer Pusch feierte ein Heimspiel, setzte auf Sieg und gewann mit seiner bestens aufgestellten Studenten-Bigband mit bekannten Nummern wie »Pennsylvania 6-5000«, »Route 66«, »Too Darn Hot« oder »But not for me« die Herzen der Zuhörer. Es spielten 1a-Musiker, harmonisch mit allergrößtem Spaßfaktor aufeinander eingespielt und einer grandiosen Sängerin, die mit genau der passenden Jazz-Stimme als i-Tüpferl fungierte. Der Song »Ich muss noch schnell die Welt retten« kam besonders gut an und wurde von den restlos begeisterten Zuhörern mit überschwänglichem Applaus quittiert.

Nach diesem Auftritt hatten manche den Verdacht, ob es strategisch günstig gewesen war, mit einem so hohen musikalischen Niveau die Messlatte für die folgenden AKG-Musiker so hoch zu legen. Nicht die Spur! Die jüngeren Traunsteiner Musiker schienen die Studenten eher als Vorgruppe anzusehen und gingen, nachdem die Gehörgange der Konzertbesucher »vorbehandelt« waren, souverän in die Vollen. Hochmotiviert zelebrierte die AKG-Bigband, unter der Leitung ihres ebenso maximal motivierten Musiklehrers Felix Hagenauer, mit verblüffender Virtuosität Nummern wie »Blues Machine«, »Pink Panther« (mit klangvollen Percussions- und Triangelsolo-Einsätzen) oder »I wanna be like You«.

Um ein Gesangstalent waren die »Local Heros« auch nicht verlegen: Die Abiturientin Lilli Kramer kann nicht nur fantastisch singen, sie komponiert sogar wie ein Profi. Mit ihrer Eigenkomposition »A Song über d’ Freindschaft« könnte sie so manche, schon »arrivierte« Sängerin vor Neid erblassen lassen. Das Lied war ein echter Höhepunkt in einer Matinee der Superlative, die mit beruhigender Gewissheit vor allem eines beweist: Die Traunsteiner Kulturlandschaft hat in punkto Musikernachwuchs keinerlei Sorge. Das unterstrich auch der respektable Auftritt der Junior-Bigband, die sich aus Schülern der 5. und 6. Jahrgangsstufen zusammensetzt, mit der Duke Ellington Nummer »Caravan«: Hoffnungsvolle Newcomer für die scheidenden Q12-Bigbandler, die schwungvoll-rockig mit »Enter Sandman« wohl ihren vorerst letzten Auftritt an ihrer Schule genossen.

Und weil es so schön war und der Applaus einfach nicht enden wollte, formierten sich zum Schluss alle Musiker zu einer einzigen, riesigen Bigband: »Peter Gunn« und »In the Mood« lösten weitere Begeisterungsstürme aus – und zwar auf beiden Seiten. Sichtlich überwältigt und voll des Lobes über das musikalische Niveau seiner Schüler sowie die phänomenale Dynamik der Musik zeigte sich auch Schulleiter Bernd Amschler. Wäre das Wetter nicht so schön gewesen und das Repertoire der Bigbands irgendwann ausgeschöpft, so hätte man die Sache ohne Weiteres noch ein paar Stunden »ausgehalten«. Kirsten Benekam