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Bilanzsumme von fast 2,4 Milliarden Euro – Sparkasse präsentiert Geschäftszahlen

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Traunstein: Bilanzsumme von fast 2,4 Milliarden Euro - Sparkasse präsentiert Zahlen
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Die Geschäftsentwicklung der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg für 2018 präsentierten Vorstandsvorsitzender Roger Pawellek (Mitte) sowie die Vorstände Josef Schallinger (links) und Stefan Nieß in der Sparkassen-Zentrale in Traunstein. (Foto: Kretzmer)

Traunstein – Auf »Qualität, Nähe, Verlässlichkeit und Vertrauen« setzt die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, um die wie bei allen Banken gesunkene Ertragslage zu verbessern. Das betonte Vorstandsvorsitzender Roger Pawellek mit den Vorständen Josef Schallinger und Stefan Nieß bei der Präsentation der Geschäftszahlen für 2018.


Das Niedrigzinsniveau und politische Unsicherheiten dominierten die allgemeine Entwicklung nach wie vor, hob Pawellek heraus. Vor diesem Hintergrund sei die Situation der Sparkasse für 2018 recht erfreulich. Die Bilanzsumme kletterte nach seinen Worten um 4 Prozent oder 93 Millionen Euro auf 2,395 Milliarden Euro. Um acht Prozent oder 143 Millionen Euro stiegen die Gesamteinlagen auf 1,937 Milliarden Euro. Der größte Teil davon entfiel mit 1,299 Milliarden Euro auf Sichteinlagen (plus 12,3 Prozent oder 142 Millionen Euro).

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Dazu der Sparkassenchef: »Die Kunden wollen sich nicht langfristig binden. Das Geld wird kurzfristig geparkt.« Das schlug sich andererseits bei den Spareinlagen mit 599 Millionen Euro (minus 0,5 Prozent oder drei Millionen Euro) nieder. Die Gesamtausleihungen erreichten 1,236 Milliarden Euro (plus 8,1 Prozent oder 93 Millionen Euro). Nochmals steigern konnte die Sparkasse ihre Neuzusagen für Kredite – um 15,2 Prozent oder 36 Millionen Euro auf 270 Millionen Euro. »Das bedeutet ein gutes, stabiles Neugeschäft«, erläuterte Roger Pawellek.

»Nicht ganz erreichen« konnte die Sparkasse ihre Ziele beim Ertrag. Der Zinsertrag war – wie überall im Bankensektor – rückläufig. Er sank um 6,7 Prozent oder 2,8 Millionen Euro auf 38,7 Millionen Euro. Ein Zinsaufwand von 4,3 Millionen Euro (minus 6,5 Prozent oder 300 000 Euro) führte zu einem Zinsüberschuss von 34,1 Millionen Euro – um 7,3 Prozent oder 2,7 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Der Provisionsüberschuss betrug 13,1 Millionen Euro (minus 1,5 Prozent). Minuszeichen standen auch vor dem »ordentlichen Aufwand« von 34,2 Millionen Euro und dem »Personalaufwand« mit 21,9 Millionen Euro. In beiden Bereichen wurden die Kosten um jeweils 300 000 Euro gesenkt.

Auf- wie abwärts ging es 2018 im Verbundgeschäft. Im Wertpapiergeschäft sank der Umsatz, was auch an um 4,8 Prozent rückläufigen Kurswerten lag. Den Kurswert zum Ende 2018 bezifferte Pawellek mit 338 Millionen Euro. Die Kunden kauften Wertpapiere für 57,5 Millionen Euro und verkauften für 49,1 Millionen Euro. Die Zahl der Depots erhöhte sich um 6,1 Prozent auf 11 530. Pawellek formulierte das Ziel: »Wir wollen mehr Kunden begeistern, ihr Geld in Wertpapieren anzulegen.« Vorstand Stefan Nieß ergänzte: »Wir raten, gut zu streuen und nur Geld anzulegen, auf das man langfristig verzichten kann.«

3105 neue Versicherungen (plus 1,7 Prozent) wurden letztes Jahr abgeschlossen. »Der Niedrigzinsphase geschuldet«, so Roger Pawellek, war der rückläufige Trend bei neuen Bausparverträgen: Sie verringerten sich auf 821 Stück (minus 16,7 Prozent) bei einer Bausparsumme von 39 Millionen Euro (minus 12,2 Prozent). Gleiches galt für das Vermitteln von Immobilien. 87 Objekte im Wert von 22 Millionen Euro (minus 24,1 Prozent) fanden Käufer. Der Grund laut Pawellek: »Es gibt nur mehr wenige Immobilien, die verkauft werden.« Künftig werde man Verkäufern einen »Rundumservice bis hin zum Kaufvertrag« offerieren und auch Mietobjekte vermitteln.

Die Zahl der Mitarbeiter bei der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg beträgt nahezu unverändert 410, die Zahl der Auszubildenden 22. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant, die eine oder andere Stelle werde aber vielleicht nicht neu besetzt, kündigte Pawellek an. Die Kreissparkasse werde 4,4    Millionen Euro an Körperschafts- und Gewerbesteuer für 2018 leisten, dazu einen Fremdenverkehrsbeitrag von circa 90 000 Euro. Darüber hinaus wolle man jedes Jahr eine halbe Million Euro ausschütten – »um der Öffentlichkeit etwas von unserem Ertrag zurückzugeben«. Das Geld komme rund 400 Vereinen, Organisationen und Projekten aus Kunst, Kultur, Jugendarbeit und Soziales zugute. Seit Start der Spendenplattform Mitte 2018 hätten Bürger 16 000 Euro für 16 Projekte gestiftet – unter anderem für den Verein Lebenshilfe und den Tierschutz. Die ersten zehn Projekte habe die Kreissparkasse noch aufgestockt. Aktuell laufe eine Sammelaktion für den Traunsteiner Georgi-Verein, der neue Uniformen brauche.

Auf dem Erfolgsweg befinde sich das Multikanal-Banking mit Steigerungen bei der Zahl der Onlinekonten von 84 365 auf 91 308, bei den Teilnehmern mit 30 015 (Vorjahr 28 015) und den elektronischen Postfächern von 27 884 auf 29 800. Die Internetfiliale verzeichne durchschnittlich 8700 (Vorjahr 7900) Besucher pro Tag. 2289 Händler (1300) beteiligten sich an »paydirekt«. Das Fazit Pawelleks: »Das Onlineangebot wird zunehmend genutzt. Deshalb erweitern wir unser Angebot.« kd