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»Bildung befähigt die Menschen zur Freiheit«

Berchtesgaden – »Zuallererst ist es die Bildung, die die Menschen zur Freiheit befähigt«. Mit diesem prägnanten Zitat von Erzbischof Reinhard Marx eröffnete die 1. Vorsitzende des Katholischen Bildungswerke Berchtesgadener Land, Edeltraud Scheel, am Freitagabend den Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Katholischen Bildungswerks Berchtesgadener Land. Mit dem erst vor wenigen Wochen eröffneten »Haus der Berge« in Berchtesgaden hatten sich die Organisatoren einen würdigen Ort für die Jubiläumsfeier ausgesucht und somit auch einen Akzent gesetzt: Das Katholische Bildungswerk zeigt sich innovativ und trendstark, mit dem richtigen Gespür für Anspruch.

Die 1. Vorsitzende des Katholischen Bildungswerkes Berchtesgadener Land, Edeltraud Scheel, moderierte den Abend.
Unter den Ehrengästen beim Festabend zum 40-jährigen Bestehen des Katholischen Bildungswerks Berchtesgadener Land waren auch (v.r.) Landkreisdekan Peter Demmelmair, der Geschäftsführer der katholischen Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising, Clemens Knoll, der Künstler Christoph Merker und Dr. Alfred Kotter. Fotos: Anzeiger/Horn

Zu Feiern gab es am Freitagabend 40 Jahre Katholisches Bildungswerk Berchtesgadener Land und 25 Jahre Eltern-Kind-Programm. So war der Festsaal auch voll besetzt mit Delegationen aus verschiedensten Organisationen und Institutionen, zahleichen Landkreisbürgermeistern, Vertretern der Kirchen und Verbände.

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Edeltraud Scheel gab einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung des Kreisbildungswerkes der letzten vier Jahrzehnte. Sie lobte den Mut der damaligen Initiatoren, etwas ganz Neues zu beginnen, und wertete den Erfolg nicht zuletzt als Ergebnis des Engagements von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern. Der Schönauer Künstler Christoph Merker hatte eigens für das 40-jährige Jubiläum ein Bild kreiert, das er anschließend der Festgesellschaft erläuterte. Das bunte Bild stellt den Begriff »Bildung« in ganz anderer Form dar. Mit den Darstellungen des Gewölbes der Laufener Stiftskirche, dem Reichenhaller Gradierwerk und einem Auszug aus dem Romanischen Kreuzgang in Berchtesgaden verkörpert er den Begriff in darstellender Kunst, die vermitteln soll: »Bildung ist eine Herzensangelegenheit.«

Landrat Georg Grabner hob den hohen Stellenwert der Bildungsarbeit hervor, in der sich Generationen angesprochen fühlen. »Ihr Bildungsangebot ist ein wichtiger Partner in unserer Bildungslandschaft«, fasste der Landrat zusammen und zeigte kurz die Entwicklung auf. Im Jahr 1973 hatte das Programmheft des Katholischen Bildungswerkes 16 Seiten umfasst, heute umfasst es 147 Seiten.

Landkreisdekan Peter Demmelmair übermittelte den Dank im Namen der Pfarreien der beiden Dekanate Berchtesgaden und Teisendorf. Er freute sich über die unkomplizierte Zusammenarbeit. Der Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung im Erzbistum München und Freising, Clemens Knoll, brachte in seinem Grußwort einige Passagen aus den Statuten des Bildungswerkes in Erinnerung. »Bildung setzt an im Spannungsfeld von Gottesebenbildlichkeit und Erlösungsbedürftigkeit. Bildung braucht starke Orte, denn es geht um Menschen, die gestalten und annehmen«, so der Redner. Das Katholische Bildungswerk stehe auf zwei Säulen: dem Wirken in die Gesellschaft und dem Wirken in die Kirche. Knoll überbrachte im Namen der Erzdiözese den Dank an ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp übermittelte im Namen der Landkreisgemeinden den Dank und brachte die Wertschätzung gegenüber der Einrichtung zum Ausdruck.

Nun durften die Gäste gespannt sein auf den Festvortrag von Professor Michael Suda von der Technischen Universität München-Weihenstephan. »Humor in der Wissensvermittlung« - so lautete die Überschrift zu seinem Referat. Professor Suda schlüpfte in verschiedene Rollen und gab den humorigen Referenten, den sterilen Wissenschaftler, den gestrengen Mediziner oder den rührigen Hausmeister. Dabei widmete er sich verschiedensten Forschungsergebnissen, war vier verschiedenen Humortheorien auf der Spur und brachte die positiven Aspekte des Lachens für die Gesundheit aufs Tapet. So ganz nebenbei erfuhren die Zuhörer, dass Kinder durchschnittlich am Tag 400 Mal lachen, Erwachsene 15 Mal. In den 1950er-Jahren wurden noch 18 Minuten am Tag gelacht, heute sind es noch sechs Minuten.

Rund eine Stunde lang werkelte der Referent hinter, vor und neben dem Rednerpult, wuselte vor den Stuhlreihen herum, agierte mit ausladender Mimik und Gestik, bediente sich der mitgebrachten Utensilien und sprach auch mal einen überraschten Zuhörer persönlich an.

Nach dem erheiternden Vortrag, der mit entsprechendem Applaus quittiert wurde, kam abschließend nochmals das Junge Klarinettenquartett der Salzburger Philharmonie zum Zug. Mit ihrem prägnanten Spiel hatte das Ensemble die Zuhörer während der gesamten Festveranstaltung bezaubert, sodass sie auch gerne der Forderung nach einer Zugabe nachkamen. Beim anschließenden Empfang gab es für die zahlreichen Festgäste gute Gelegenheiten für persönliche Gespräche und die angebotenen kulinarischen Genüsse wurden gerne in Anspruch genommen.

Weitere Bilder von der Jubiläumsfeier gibt es unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Maria Horn