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Biotonnen seit Wochen nicht geleert – Maden, Schimmel, Schmeißfliegen

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Nur vorsichtig kann Helmut Blatt eine der seit vier Wochen nicht geleerten Biotonnen am Hintereck öffnen. Beißender Gestank setzt sich sofort in der Nase fest. (Fotos: Kastner)

Berchtesgaden – »Da wird's mir schlecht«, sagt Helmut Blatt, wenn er eine der Biotonnen vor den Mietshäusern am Hintereck öffnet. In der einen zappeln Hunderte von Maden zwischen den Bioabfällen, in der anderen haben altes Brot und Kartoffelschalen bereits blau-grünen Schimmel angesetzt. Und aus allen Tonnen steigt einem beim Öffnen beißender Gestank in die Nase.


Seit vier Wochen sind die Tonnen von der zuständigen Firma Wurzer aus Erding – trotz mehrmaliger Beschwerde bei den zuständigen oder auch nicht zuständigen Stellen – nicht mehr geleert worden und der Inhalt gammelt nun in der Hitze vor sich hin. Blatt und seine Lebensgefährtin Klaudia Paurat sind stinksauer.

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Helmut Blatt und seine Lebensgefährtin Klaudia Paurat wohnen in einem der drei Mietshäuser, die der Bayerischen Landesbank gehören, unweit des Hotels »Kempinski«. Sie schauen ein wenig drauf, dass das mit dem Trennen einigermaßen funktioniert. Es ist ihnen einfach ein Anliegen. Doch aktuell sind die beiden mit ihrem Latein am Ende.

Seit vier Wochen sind die vier Biotonnen, die unübersehbar an der Straße stehen, nicht geleert. Letzter Abholtermin wäre der 7. Juni gewesen, doch die Tonnen stehen mit ihrem gesamten unappetitlichen Inhalt immer noch an Ort und Stelle.

»Der Tonneninhalt stinkt und ist übersät mit Maden. Daraus werden dann wohl Schmeißfliegen. Und der Gestank lockt früher oder später sicher auch Ratten an«, schimpft Blatt und übt sich in Ironie: »Wir sind begeistert.«

Merkwürdig ist, dass die Tonnen bei einigen Nachbarhäusern und auch in der Resten mit einigen Tagen Verspätung am 12. Juni geleert worden sind. »Das Müllfahrzeug musste also zwangsläufig direkt an unseren Häusern vorbei fahren. Die Tonnen blieben aber ungeleert stehen«, erläutert der 59-Jährige.

Per Telefon und E-Mail versuchte Helmut Blatt, mit den Behörden beziehungsweise der Firma Kontakt aufzunehmen. Anruf bei der Gemeinde: nicht zuständig. Anrufe beim Landratsamt: kein Durchkommen, nur Bandansage. Nach Absenden einer E-Mail erschien dann doch ein Mitarbeiter der Kreisbehörde am Hintereck, um der Sache nachzugehen. Anscheinend waren aus der Nachbarschaft in der Buchenhöhe und der Resten ebenfalls bereits Beschwerden eingegangen. Gebracht hat's nichts, die Tonnen blieben ungeleert.

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Hunderte von Maden zappeln in einer der Tonnen, die aktuell in der prallen Sonne stehen.

Dann bekam Helmut Blatt doch einen Verantwortlichen der Firma Wurzer ans Telefon. Der erzählte dem 59-Jährigen unter anderem etwas von Personalproblemen. Helmut Blatt und Klaudia Paurat half das jedenfalls nicht weiter, die Biotonnen blieben ungeleert.

»Wir hatten im Winter, als meterhoch der Schnee lag, durchaus Verständnis für Probleme bei der Müllabholung«, sagt Helmut Blatt, fügt aber an: »So, wie es im Moment läuft, geht es jedenfalls gar nicht.« Nun warten die beiden, ob der nächste Abholtermin für die Biotonne am morgigen Samstag eingehalten wird.

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Auch in dieser Tonne mit blau schimmelndem Brot geht es längst nicht mehr appetitlich zu.

Aber selbst wenn die Tonne geleert wird, ist das Thema für Helmut Blatt und Klaudia Paurat damit noch nicht ganz vorbei. »Dann müssen die Tonnen ja erst einmal gereinigt werden, das macht uns wohl keiner. Man kann sie doch nicht so wieder in die Garage stellen.« Ulli Kastner