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Bischofswiesen als Eingangstor in den Talkessel

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Der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Bischofswiesen, Thomas Resch, erläuterte in zwei Wahlveranstaltungen seine Ziele für die nächsten sechs Jahre. Foto: Anzeiger/Stanggassinger

Bischofswiesen (FWB) – »Weniger ist mehr« unter dieses Motto stellten die Freien Wähler Bischofswiesen ihren Wahlkampf und entschieden sich ganz bewusst für nur zwei Wahlveranstaltungen. Das rege Interesse der Bischofswieser an der Kandidatenpräsentation im Gasthaus »Schönfeldspitze« und der Wahlparty im »Brenner Bräu« bestätigten dieses Konzept. Neben den politischen Themen stand der Dialog mit den Bürgern im Vordergrund.


Der Ortsvorsitzende und langjährige Gemeinderat Josef Fegg eröffnete die Vorstellung der Kandidaten mit den Grundsätzen der Freien Wähler und einer Rückschau auf die letzten sechs Jahre in der Bischofswieser Bürgervertretung. Dabei hob er hervor, dass seine Fraktion, dass mit Stimmenmehrheit von CSU und SPD verdoppelte Sitzungsgeld, der Feuerwehr Bischofswiesen gespendet hatte. Ein Betrag, von fast 7  000 Euro konnte über die Jahre dem Förderverein zugute kommen. »Dieser uns unverständliche Vorgang, belastete die Gemeindekassen mit fast 25 000 Euro zusätzlich«, ärgerte sich Fegg.

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»Erfolgreichen Weg weitergehen«

Im Anschluss übernahm der Bürgermeisterkandidat Thomas Resch das Wort. In seiner freien Rede ging er auf vergangene Themen, aber auch auf konkrete Lösungsansätze für die Zukunft ein. »Ich freue mich über die Kandidaten, eine starke Liste, mit guter Mischung aus Jugend und Erfahrung«. Zu Beginn seiner Ausführungen stand der Blick zurück. »Zwölf Jahre Freies Rathaus haben der Gemeinde gut getan«, so der 43-jährige Gemeinderat, »diesen erfolgreichen Weg möchte ich weitergehen«.

Er stellte heraus, dass trotz schwieriger Haushaltslage Großprojekte, wie der Neubau des Kindergartens, des Feuerwehrhauses sowie die energetische Sanierung der Schule bewältigt werden konnte. Auch das Gewerbegebiet am Pfaffenfeld bezeichnete er als Erfolgsgeschichte: »Hier werden wir in Zukunft, viel Freude haben, nicht nur mit der Gewerbesteuer, sondern auch mit den hoch qualifizierten Arbeitsplätzen«.

»Bebauung überzogen und nicht gerecht«

Darüber hinaus erläuterte Resch sein eigenes Abstimmungsverhalten anhand einiger Großprojekte. Bei der massiven baulichen Erweiterung der Kurklinik Stanggaß sowie der Bebauung des Kressenfelds stimmte er dagegen. »Diese Bebauung war mir zu überzogen und nicht gerecht«. Bei der Erweiterung des Skizentrums Götschen stimmte er mit ja – »die Trassenführung der neuen Skipiste, hätte bei maßvollem Eingriff in die Natur, Sicherheit für die Skifahrer, aber auch für unsere ehrenamtlich tätigen Vereine gebracht«.

»Bischofswiesen ist das Eingangstor in einen einzigartigen Talkessel«, mit diesen Worten begann der Zimmerermeister seine Ausführungen über die Zukunft. Er wolle das Bewusstsein schaffen, dass im Talkessel der fünf Gemeinden Tourismus, Landwirtschaft und Gewerbe aufeinander angewiesen sind. Resch plädierte für die Schaffung einer Dachmarke, unter der die Wirtschaftszweige konkreter vermarktet werden. So könne beispielsweise der Schlachthof, mit verstärkter Selbstvermarktung saniert werden. »Unser Tourismus, ist ohne eine funktionierende Landwirtschaft nicht zukunftsfähig und umgekehrt. Ich sehe hier Synergieeffekte, die den ganzen Talkessel bereichern«.

Starke Marke im Tourismus

Man müsse Berchtesgaden als starke Marke im sanften Tourismus etablieren. Hierzu könnte die Schaffung eines Watzmannwanderweges gehören, welcher zusammen mit den Berghütten und Almen sowie den Vermietern im Tal beworben werden soll. Ein solcher, im Wegenetz bereits bestehender Weg, schaffe eine Stärkung der Nebensaison. »Solche Winter wie heuer bekommen wir in Zukunft öfter. Wir müssen den Talkessel fit für die Zukunft machen«. Dies gebe vor allem Chancen für Hochwertigkeit – keinen Massentourismus.

Der Umweltschutz sei für die Freien Wähler eine Selbstverständlichkeit. »Wer, wie ich, jeden Tag mit der Natur arbeitet, entwickelt eine gewisse Demut«. Dies erläuterte der Bürgermeisterkandidat anhand der Wasserkraft. Er sei ein grundsätzlicher Befürworter, man müsse jedoch jedes Projekt einzeln betrachten. Kilometerweite Ausleitungen, wie derzeit geplant, werde er seine Zustimmung verweigern.

»Dürfen Schulden nicht weitergeben«

Am Ende seiner Ausführungen bekräftigte Thomas Resch, dass jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen. »Wir dürfen unsere Schulden nicht an die nächste Generation weitereichen, damit schränken wir diese in ihrer Handlungsfähigkeit ein«.

Im Anschluss an die Redebeiträge kam es bei Musik der Band Pass-Partou noch zu einem gründlichen Gedankenaustausch.