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Bitteres Déjà-vu für den BVB

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Die Dortmunder Marco Reus, Sokratis und Trainer Jürgen Klopp verließen den Platz mit hängenden Köpfen. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Neues Jahr, altes Leid - wie schon am Ende der Hinrunde überwog bei Borussia Dortmund auch zum Start in die Rückserie der Frust.


Nicht nur das 2:2 (1:0) gegen den FC Augsburg, sondern auch die anhaltende Verletzungsmisere bescherten Jürgen Klopp ein ernüchterndes Déjà-vu. «Das war kein Traumstart und fühlt sich richtig bescheiden an», kommentierte der Fußball-Lehrer den erneut verkrampften Auftritt seines Teams. Das vierte sieglose Heimspiel in Serie veranlasste auch Torhüter Roman Weidenfeller zu deutlichen Worten: «Unser Stadion ist ein Selbstbedienungsladen. Das darf nicht passieren.»

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Nach nur einem Punkt aus den vorigen drei Spielen blieb die Borussia abermals ohne Sieg. Eine längere Durststrecke gab es zuletzt vor viereinhalb Jahren. Der gute Vorsatz, die drei Heimschlappen gegen München, Leverkusen und Berlin vergessen zu machen, schien das Team mehr zu verunsichern als zu beflügeln.

Trotz zweimaliger Führung durch Sven Bender (5. Minute) und Nuri Sahin (66.) mangelte es dem Team mit zunehmender Spielzeit an Lockerheit. Ein Eigentor von Bender (56.) und ein Treffer des künftigen Dortmunders Dong-Won Ji (72.) sicherten den Gästen das verdiente Remis. «Das fühlt sich wie eine Niederlage an», gestand Kapitän Sebastian Kehl.

Alle Hoffnungen, dass mit der Rückrunde eine neue Zeitrechnung anbrechen möge, erwiesen sich schon zu Spielbeginn als Wunschdenken. Bereits nach sechs Minuten musste Jakub Blaszczykowski verletzt ausgewechselt werden. Die erste vorläufige Diagnose der Vereinsärzte, nach der das Kreuzband des Polen gerissen sein könnte, kommentierte Klopp mit einem ungläubigen Kopfschütteln. «Das ist mal wieder eine Hiobsbotschaft, die irgendwie in diese Saison passt», klagte er mit Verweis auf die anhaltende Pechsträhne der Borussia.

Klopp hofft inständig, dass ihm weitere personelle Rückschläge vorerst erspart bleiben: «Das sollte jetzt der Schlusspunkt gewesen sein.» Ob der Revierclub angesichts der drohenden langen Zwangspause für «Kuba» bis zum Auslaufen der Transferfrist Ende Januar nach Ersatz sucht, ließ der Coach offen: «Über mögliche Transfers habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, würde aber aus dem Bauch heraus sagen: Nein.»

Dass ausgerechnet der künftige Dortmunder Ji zum Ausgleich traf, passte für die Dortmunder ins Bild von einem gebrauchten Nachmittag. Der von Augsburg aus Sunderland verpflichtete Südkoraner, der im Sommer zum BVB wechselt, fügte sich prächtig ein. Nur 126 Sekunden nach seiner Einwechslung traf er mit seinem ersten Ballkontakt per Kopf zum Endstand.

Schmunzelnd kommentierte FC-Trainer Markus Weinzierl den perfekten Einstand seines schon aus der vergangenen Rückrunde bekannten Neuzugangs: «Eigentlich darfst du ihn als Trainer gar nicht mitnehmen. Er hatte erst einmal mit der Mannschaft trainiert.» Doch die Personalnot in der Offensive zwang den Coach, auf den zuvor durch eine Oberschenkelprellung gehandicapten Ji zu setzen. «Der stand nur im Kader, weil sich Sascha Mölders verletzt hatte. So geil ist Fußball», befand Mittelfeldspieler Tobias Werner.

Das 2:2 des künftigen Mitstreiters traf den BVB wie ein K.o.-Schlag. Zum Leidwesen von Klopp: «Die Mannschaft wollte unbedingt. Und dann ist das Gegenteil dabei herausgekommen.» Die Frage, wie seine Mannschaft zurück zur Leichtigkeit vergangener Tage finden könnte, beantwortete er mit einem Stirnrunzeln: «Das ist die Quadratur des Kreises. Aber wir werden jetzt nicht unter der Woche beim Training im Kreis tanzen und am nächsten Freitag in Braunschweig mit bunten Kappen auflaufen.»