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Blasmusik auf Reisen

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Die Musikkapelle Maria Gern unter der Leitung von Andreas Hofreiter begeisterte 500 Zuhörer im AlpenCongress in Berchtesgaden. Weitere Fotos unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Auszeichnung am Rande des Konzerts (v.l.): 1. Vorsitzender Anderl Neumayer, Ehrendirigent Franz Kurz, Bürgermeister Franz Rasp und Dirigent Andreas Hofreiter.
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Solistin Steffi Walch spielt »Der flinke Fink«.

Berchtesgaden – 500 Freunde der Blasmusik sind am Samstag in den Großen Saal des AlpenCongress in Berchtesgaden gekommen. Auf dem Programm stand das traditionelle Konzert der Musikkapelle Maria Gern. Zuvor waren Schüler der Musikschule Berchtesgadener Land unter der Leitung von David Gruber (Bläserklasse) und Robert Stelzer (Schülerblasorchester) im Foyer aufgetreten.


Das Schülerblasorchester spielte auch auf der Bühne im Großen Saal. Nach dem Einmarsch der Gerer Musikanten gab es ein Grußwort vom 1. Vorstand der Musikkapelle Maria Gern, Anderl Neumayer. Er bedankte sich bei den Eltern, die ihre Kinder ein Instrument erlernen lassen. »Es ist doch ein Hobby für das ganze Leben«, so Neumayer. Das Schülerblasorchester und die Blaskapelle Maria Gern spielten gemeinsam den Marsch »Der Spielmannsgruß«.

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Zum Auftakt des eigentlichen Konzertes »Blasmusik auf Reisen« der Gerer Musikanten gab es den Konzertmarsch »Sympatria« von Thomas Asanger. Die Musikkapelle spielte in folgender Besetzung: Alexandra Hallinger, Lena Neumayer, Vroni Schwaiger (alle Flöte), Rosi Aschauer, Katharina Kurz, Barbara Leder, Katharina Lederbauer, Sepp Stocker, Steffi Walch, Magdalena Wurm (alle Klarinette), Hans Hasenknopf, Christian Kurz, Hansi Moderegger, Rupert Renoth, Sepp Votz (alle Flügelhorn), Andreas Brandner, Karl-Heinz Köppl, Rudi Seidinger (alle Trompete), Peter Bauregger, Andreas Fegg, Simon Fegg, Wasti Fendt, Stefan Hofreiter, Franz Kurz (alle Tenor/Bariton), Sabine Fendt, Alexander Renoth, Christian Seidinger (alle Posaune), Thomas Kurz, Xaver Wurm (alle Horn), Rudi Hofreiter, Kilian Stanggassinger (beide Tuba), Thomas Fegg jun., Thomas Fegg sen., Anderl Neumayer, Franziska Ziegler (alle Schlagwerk).

Sepp Höllbacher moderierte den Abend. Sein Auftritt war schauspielerisch gespickt mit viel Humor und Einfallsreichtum. Er marschierte als Urlaubsreisender mit einem großen Koffer in den Saal und nahm Platz auf einer Bank bei einer Bus-Ersatzhaltestelle der RVO. Er wäre urlaubsreif und liebe besonders Italien. So leitete er über auf das Stück »concerto d'amore«. Im Urlaub solle man entspannen, meinte der Sprecher, und animierte dazu das Publikum mit den verschiedensten Techniken wie Klatschen in fünf Stufen oder mit Yoga und führte selbst Übungen vor.

Höllbacher sah schließlich im Saal ein Vogerl und hörte es zwitschern – die Ankündigung eines besonderen Stückes mit dem Titel »Der flinke Fink«. Es war eine Solo-Polka für Es-Klarinette, gespielt von Steffi Walch.

Ein Flügelhorn als Geschenk

Im Bezug auf das nächste Musikstück, die Filmmusik aus »König der Löwen«, meinte Sepp Höllbacher, dass Afrika und Bayern eine Verbindung hätten. Denn kaum ein anderes Land sei annähernd so schwarz. Nach der Polka von Martin Scharnagl mit dem Titel »Zeitlos« konnte sich die Musikkapelle über ein besonderes Geschenk freuen. Wolfgang Spiesberger übergab ein neues Flügelhorn an den jungen Musiker Christian Kurz.

Bürgermeister Franz Rasp sagte der Kapelle in seinem Grußwort ein »Vergelt's Gott« für die Mitnahme auf diese musikalische Reise und ihren Einsatz zum Wohle der Heimat. Anderl Neumayer ehrte im Namen der Musikkapelle Marketenderinnen, Musikerinnen und Musiker für 10, 15, 40 und 50 Jahre (siehe Kasten). Höhepunkt des Abends war die Ernennung von Franz Kurz zum Ehrendirigenten der Blaskapelle Maria Gern.

»Franz Kurz ist bekannt durch Funk, Fernsehen, Auftritte im Musikantenstadl und den verschiedensten TV-Serien sowie auf Oktoberfesten auf der ganzen Welt«, sagte Anderl Neumayer in seiner Laudatio. Sein Eintritt in die Musikkapelle Maria Gern erfolgte 1979 als Flügelhornist im Alter von 15 Jahren. Weiters spielte er dann Bass, Tenorhorn und Schlagzeug. 1992 wurde er zweiter Musikmeister der Gerer. Am 7. Dezember 1996 stieg Kurz dann zum Kapellmeister der Blaskapelle Maria Gern auf. 1997 begann er mit der Planung des neuen Vereinshauses und 1999 wurde es eingeweiht. Auf der Organisationsliste des Musikmeisters standen auch eine Reise zum Papst nach Rom und auf ein Oktoberfest in Spanien. Weitere Höhepunkte während seiner Amtszeit waren das Frühjahrskonzert 1997 im Kurhaus Berchtesgaden, im Dezember 2000 ein Barbarakonzert im Heilstollen des Bergwerkes, 2002 ein Hubertuskonzert im Kurhaus sowie 2004 das Konzert »Blasmusik auf Reisen«. Franz Kurz organisierte den ersten musikalischen Wandertag in Maria Gern. Als Franz Kurz' größten Erfolg bezeichnete Neumayer das von ihm organisierte Musical »Freude«. Der Gerer hat außerdem ein Jugendblasorchester auf die Beine gestellt und die Gerer Big Band gegründet. Sieben CD-Aufnahmen lagen in seiner Verantwortung und eine Vielzahl von Musikanten der Musikkapelle Maria Gern konnte Franz Kurz zusammen mit seiner Frau ausbilden. Insgesamt war er 16 Jahre lang 1. Musikmeister und vier Jahre lang 2. Musikmeister. Unter kräftigem Applaus kam Franz Kurz auf die Bühne und wurde gebührend geehrt. Anschließend musste der Ehrendirigent das nächste Stück, den »Mussinan Marsch« von Carl Karl, dirigieren.

Marketenderinnen als Stewardessen

Weiter ging es im Programm mit einem Lied, das bei der Sommer-Olympiade 1988 in Seoul gespielt worden war: »The Olympic Spirit« von John Williams, arrangiert von Steve Sykes. Zum Musikstück »Traum« einer Marketenderin, einer Polka von Franz Meierhofer, meinte Sprecher Höllbacher: »Man könnte eigentlich einen Flughafen in Berchtesgaden bauen – die Jennerbahn-Talstation als Terminal und die Königsseerstraße als Landebahn.

Während der musikalischen Darbietung verwandelten sich die Gerer Marketenderinnen in Stewardessen und versorgten das Publikum kulinarisch. Mit »Frank Sinatra Classics«, einem von Stefan Schwalgin zusammengestellten Medley, und dem Florentiner Marsch von Julius Fucik ging der offizielle Teil des Konzerts zu Ende. Das Publikum forderte Zugabe und es gab noch die Pfarrwerfener Polka und den König Ludwig Marsch zu hören. Nach dem Konzert spielte die 6-Kant-Musi aus Pfarrwerfen noch bis Mitternacht im Foyer des AlpenCongress. Bernhard Stanggassinger