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»Blick auf den Chiemsee ist herrlich«

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Er ist begeistert vom Turnier auf Gut Ising: Matthias Bouten. (Foto: Hohler)

Er konnte mit seinen Ergebnissen beim Chiemsee-Pferdefestival auf Gut Ising sehr zufrieden sein: Matthias Bouten. Der 34-Jährige gewann mit seinem Pferd Bodyguard gleich zwei Dressurprüfungen, nämlich einmal den Prix St. Georges (Klasse S*) sowie eine Prüfung der Klasse S** (Intermediaire I).


Auch in den zwei Grand-Prix-Prüfungen schnitt er mit seinem Pferd »Meggles Boston« insgesamt gut ab. Zwar gab es zunächst im Grand Prix de Dressage »nur« Rang 11, »aber eigentlich lief es auch da ganz gut. Nur am Schluss war mein Pferd ein bisschen guckig, dann sind halt ein paar blöde Fehler passiert.« Zwei Tage später lief es beim Dressur-Höhepunkt des Wochenendes, der Grand Prix Kür, noch besser: Diesmal holte sich Bouten auf Meggles Boston sogar Rang 3.

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Bouten war erstmals beim Pferdefestival auf Gut Ising dabei – und ist begeistert: »Das ist ein Traum: Die Böden sind super zum Reiten, die Veranstaltung ist sehr herzlich organisiert, und der Blick auf den Chiemsee ist herrlich – ich kenne kein anderes Turnier mit diesem Flair.«

Dabei hat Bouten, der in Kempen am Niederrhein geboren wurde, im Pferdesport schon sehr viel erlebt, auch schon viele GP-Prüfungen bestritten. Besonders geprägt hätten ihn die sieben Jahre, in der er bei Olympiasiegerin Isabell Werth als Bereiter angestellt war: »Alles, was ich reiterlich bin und kann, habe ich von Isabell gelernt«, lobt er.

Dabei hatten seine Eltern mit Pferden gar nichts zu tun. Sie reagierten auch zunächst skeptisch, als er als Sechjähriger auf dem Pony einer guten Freundin das Interesse am Pferdesport entdeckte. »Von da ab war ich mit diesem Virus infiziert«, lacht er. Inzwischen »sind meine Eltern aber auch glücklich über meinen Werdegang. Sie kommen sogar öfter zu Turnieren mit.«

Nach der Mittleren Reife »wollte ich nicht mehr das Abitur machen, sondern gleich eine Lehre.« So lernte er Pferdewirt bei Hans Rueben in Aachen, bildete sich dann bei Heike Kemmer und Rudolf Zeilinger weiter, ehe die Zeit bei Isabell Werth folgte. Gemeinsam mit Vicent Arroyo arbeitete er dann als Selbstständiger, doch seit Anfang Mai ist er nun bei der Familie Meggle in Rechtmehring tätig. Er ist dort Chefbereiter und auch für die Ausbildung der Dressurpferde zuständig. Unterstützt wird er von der französischen Bereiterin Virginie Gauthier.

»Als Selbstständiger muss man sich auch viel um organisatorische Dinge kümmern. Hier kann ich mich aufs Reiten konzentrieren«, freut er sich über seine neue Aufgabe. Dabei gehe es zum einen um die Weiterbildung der Pferde, andererseits aber auch darum, im Sport weitere Erfolge anzustreben. Die langen Arbeitszeiten, die in seinem Beruf häufig sind, stören ihn nicht: »Das Reiten ist ja meine Passion, ich kann hier praktisch mein Hobby als Beruf ausüben.« Und dieser Beruf ist auch deshalb faszinierend, »weil mit Pferden jeder Tag anders verläuft, da ist nicht immer alles planbar.« who