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Blick hinter die Kulissen in der Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus Berchtesgaden

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Kreisbrandinspektor Anton Brandner (l.) und der Bischofswieser Feuerwehrkommandant Georg Graßl dokumentieren alle Einsätze der Berchtesgadener Feuerwehren auf einer großen Schautafel in verschiedenen Farben. Dabei stehen die Farben »Rot« für die Feuerwehr, »Grün« für die Bundeswehr und »Blau« für das Technische Hilfswerk. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Nicht nur bei den vielen Schnee-Einsätzen im Katastrophengebiet, sondern auch im Hintergrund sind die Kräfte von Feuerwehr, THW und Co mit organisatorischen Aufgaben beschäftigt. Kreisbrandinspektor Anton Brandner gewährte dem »Berchtesgadener Anzeiger« im Feuerwehrhaus Berchtesgaden einen Einblick in die Einsatzzentrale.


Die Statiker des Technischen Hilfswerks haben derzeit im Katastrophenfall die wichtige Aufgabe, die Schneelast auf den Dächern zu beurteilen und die Situation richtig einzuschätzen. Sie fahren auf Antrag des Hauseigentümers zum jeweiligen Gebäude. Die Einstufungen reichen von »Grün« bis zum gefährlichen »Rot«, wie Kreisbrandinspektor Anton Brandner erklärt.

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Herrscht bei einem Gebäude die Stufe »Rot«, dann sollte das Dach möglichst sofort abgeschaufelt werden. Bei »Gelb« hat man noch etwas Zeit, trotzdem gilt es, auch diese Dächer vom Schnee zu befreien. Die angenehmste Farbe ist Grün, denn dann besteht kein Handlungsbedarf. Laut Brandner halten etwa neue Häuser mehr Schnee aus als ältere.

Sinnvoll wäre es in jedem Fall, den Schnee von den meisten Dächern zu räumen, so Kreisbrandinspektor Anton Brandner. Neben den vielen Schneeräumeinsätzen rückten die Feuerwehren in den letzten Tagen auch zu »normalen« Einsätzen aus, unter anderem zu kleinen Bränden, Autounfällen, technischen Hilfeleistungen oder häufigen Fehlalarmen.

Kreisbrandinspektor Anton Brandner und sein Mitarbeiter Kommandant Georg Graßl dokumentieren alle Einsätze der Berchtesgadener Feuerwehren auf einer großen Schautafel in verschiedenen Farben. Dabei standen die Farben »Rot« für die Feuerwehr, »Grün« für die Bundeswehr und »Blau« für das Technische Hilfswerk.

Dabei begann das Winterchaos zunächst schleichend. Gekappte Stromleitungen und umgefallene Bäume waren zunächst kein großes Problem. Doch von einem Tag auf den anderen wurde die Lage dramatischer. Immer mehr Hausbesitzer und Helfer schaufelten auf ihren Dächern, was das Zeug hielt. Bereits vor Ausrufung des Katastrophenfalls bereiteten sich die Feuerwehren schon auf das Schlimmste vor. Gestern Dienstag war es Tag sechs seit Ausrufung des Katastrophenfalls. Dennoch hoffte Kreisbrandinspektor Anton Brandner, dass der Zenit des Schlimmsten überschritten ist und sich die Lage entspannt. Man bleibe jedoch vorsichtig und stets auf der Hut, denn auf den Wetterbericht könne man sich auch nicht immer verlassen, so Brandner. Auch Regen sei nicht das große Problem, aber nicht zu unterschätzen, weil der Schnee auf den Dächern schwerer werde.

Dennoch kam die gesamte Region bis auf kleinere Gebäudeschäden, zumeist an Anbauten, Hütten oder Remisen mit einem blauen Auge davon. Maßgeblichen Anteil, dass nicht mehr passiert ist, haben alle eingesetzten Kräfte, die in den letzten Tagen Unglaubliches geleistet haben. Der Kreisbrandinspektor äußerte seine Freude darüber, dass sich die Menschen in den letzten Tagen bei prekären Situationen immer wieder gegenseitig geholfen haben. Abschließend sei noch vermerkt, dass sich um ihre Hausdächer besorgte Bürger an das Bürgertelefon im Landratsamt unter der Telefonnummer 08651/773-153 wenden können. Das Bürgertelefon gibt die Informationen dann an die jeweiligen Kommunen weiter. Christian Wechslinger

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