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»Bloß keine Megasupermärkte mehr«

Hier wäre Wohnungsbau möglich: auf der Wiese neben dem Penny-Markt. Foto: Anzeiger/Fischer

Berchtesgaden – Moderates Bevölkerungswachstum, sanfte Nachverdichtung im Innenbereich und vielleicht sogar ein bisschen mehr Gewerbe. Der Berchtesgadener Gemeinderat nahm in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend den bisherigen Stand des neuen Flächennutzungsplans wohlwollend zu Kenntnis. Eines stellten die Sprecher aller Fraktionen aber klar: Der Talkessel braucht keine zusätzlichen Megasupermärkte. Eine Forderung, der auch Planersteller Wolf Steinert zustimmte.


Berchtesgaden bleibt Berchtesgaden. Von Größenwahn und Hau-drauf-Charakter kann beim neuen Flächennutzungsplan nicht die Rede sein. Was alle Gemeinderäte begrüßten. »Wir sind zufrieden«, betonte FW-Sprecher Michael Koller. »Die charakteristischen Züge Berchtesgadens bleiben erhalten«, freute er sich. Die Strategie »erst verdichten, dann erweitern« lobte er. Und mahnte, wie alle Redner, eine enge Abstimmung mit den vier anderen Talkesselgemeinden an. Ein Wunsch, der sich laut Marktbürgermeister Franz Rasp erfüllen werde. Schließlich garantiere der Umstand, dass Wolf Steinert die Pläne für alle fünf Gemeinden entwirft, einen Gedankenaustausch.

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Auch Dr. Bartl Wimmer (Grüne) lobte den bisherigen Planungsstand. Er begrüße ein moderates Bevölkerungswachstum durch Verdichtung im Innenbereich. Bei der Gewerbepolitik sei es aber unabdingbar, dass die fünf Gemeinden gemeinsame Ziele formulieren. »Die Ansätze sind da, aber die praktische Umsetzung ist unbefriedigend. Siehe Triftplatz«, so Dr. Wimmer. Seiner Meinung nach brauche der Talkessel dringend Erweiterungsflächen für das produzierende Gewerbe. Allerdings gebe es kaum welche, die dafür infrage kämen. Von der Idee, an der B 305 in der Unterau Betriebe anzusiedeln, hält Bartl Wimmer nichts. »Das zerstört das Landschaftsbild.«

Planersteller Wolf Steinert merkte dagegen an, dass eine Bundesstraße auf Unternehmen wie ein Magnet wirke. Ansonsten habe nur Bischofswiesen attraktive Gewerbeflächen zu bieten, und zwar im Pfaffenfeld.

Hans Kortenacker (BBG) hatte nur eine einzige Frage: »Wie können wir großflächige Einzelhandelsmärkte verhindern?« Für Wolf Steinert war die Antwort klar: »Der Flächennutzungsplan enthält eine klar definierte Aussage: Es wird keine solchen Ausweisungen mehr geben. Wir wollen keine solche Entwicklung auf der grünen Wiese. Und zwar deshalb, weil wir keine weiteren Einkaufsmärkte brauchen.« Denn inzwischen gebe es in der Region eine Überversorgung. Weitere solche Supermärkte würden lediglich den Kaufkraftfluss verändern, aber nicht verbessern.

CSU-Fraktionssprecher Hermann Lochschmied fasste sich kurz: »Moderates Wachstum ist gut. Das Gesicht Berchtesgadens verändert sich nicht.«

Voll des Lobes äußerte sich auch Bartl Mittner (SPD). »Dieser Plan war notwendig. Es ist schön, dass ihn die Talkesselgemeinden gemeinsam machen. So kann Konfliktpotenzial minimiert werden.« Diese Vorgehensweise könne zum Vorbild für andere Gemeinden werden. Christian Fischer