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Bluespower mit »Tscheky & The Blues Kings« in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS

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Christoph Voggesser (von links), Simon Blum, Elija von Le Suire, Michael (Tschecky) Sedlatschek und Andreas Schatz begeisterten das Publikum im NUTS. (Foto: Heel)

Sein großes Vorbild ist der texanische Bluesgitarrist Stevie Ray Vaughan (1954 – 1990), der 1982 vom »New York Magazine« als maßgebendster Gitarrist seit Jimi Hendrix bezeichnet wurde. Keine schlechte Wahl also, die Michael (Tscheky) Sedlatschek da getroffen hat, nachdem ihm klar geworden war, was für Musik er machen wollte – aber auch eine gewaltige Herausforderung.


Denn wer heute den Blues spielt, der wird vor allem daran gemessen, wie er ihn spielt. Wie ernsthaft, echt und ungekünstelt seine Musik klingt und wie tief er dabei in den Geist seiner Vorbilder respektive Vorgänger eintaucht. Und natürlich auch, wie überzeugend er den Songs seinen eigenen Stempel aufdrückt. Und da erreichten »Tscheky & The Blues Kings« bei ihrem Auftritt in der voll besetzten Traunsteiner Kulturfabrik NUTS auf Anhieb die volle Punktzahl.

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Bemerkenswert war dabei auch, wie breit gefächert ihr stilistisches Vokabular mittlerweile ist, obwohl erst ein paar Jahre vergangen sind, seit sie als Siegsdorfer Schülerband auf sich aufmerksam gemacht haben. Zwar standen klassische Blues-Nummern wie »Pride & Joy« (Vaughan) oder »Crossroads« (Robert Johnson) im Mittelpunkt ihres knapp dreistündigen Konzerts, gewürdigt wurden aber auch Künstler wie Johnny Cash (»Cocaine Blues«/»Get Rhythm«) oder Ritchie Valens (»La Bamba«), ergänzt durch waschechten Rock 'n' Roll, fetzigen Boogie und einer brillanten Reggae-Version von »Knockin' On Heaven's Door«. Eine Reihe von exzellenten Eigenkompositionen, die sich nahtlos einfügten, rundeten den begeistert aufgenommen Auftritt ab.

Die vier Blues Kings Christoph Voggesser (Rhythmusgitarre), Andreas Schatz (Piano), Simon Blum (Bass) und Elija von Le Suire (Schlagzeug) erwiesen sich dabei als perfekt aufeinander eingespielte Band, allesamt fabelhafte Instrumentalisten, die Tscheky bei dessen grandiosen, mit schier unglaublichem Druck und Dynamik gespielten Gitarrensoli gekonnt den Rücken stärkten.

Blieb allein die Frage, wieso Michael (Tscheky) Sedlatschek sich ausgerechnet dem Blues verschrieben hat. Dazu erklärte er dem Traunsteiner Tagblatt nach dem Konzert, dass die Plattensammlung seines Vaters »schuld« daran sei. Die habe ihn auf den Geschmack gebracht, und nachdem er die Aufzeichnung eines Konzerts mit Stevie Ray Vaughan gesehen hatte, sei auch festgestanden, wohin die Reise führen würde. Dank musikalischer Früherziehung habe er zuerst aber klassische Gitarre gelernt, und sich den Rest mit Unterstützung seines Mentors Wolfgang Plenk, einem der versiertesten Rock-Gitarristen der Region, selbst beigebracht.

Nachdem sie vor Kurzem mit »Hit The Ground Running« ihr erstes Album herausgebracht haben, das knapp zur Hälfte Eigenkompositionen enthält, möchte Tschecky den Sound der Band weiter ausbauen und verfeinern. Kurzum, einen Blues spielen, der nicht nur aus den Fingern, sondern auch aus dem Herzen kommt.

Wer »Tschecky & The Blues Kings« live erleben möchte, der hat dazu Gelegenheit, wenn sie am Samstag im »BluesClubChiemgau« (Feuerwehrhaus) in Rimsting auftreten. Wolfgang Schweiger