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Bobic kritisiert Ex-Club: Hannover wollte nur verwalten

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VfB-Sportdirektor Fredi Bobic ist verärgert über das Auftreten der Heimmannschaft Hannover. Foto: Christoph Schmidt Foto: dpa

Hannover (dpa) - Nationalkeeper Ron-Robert Zieler fasste die trostlose Nullnummer von Hannover treffend zusammen. «Ein Punkt ist besser als kein Punkt», sagte der 96-Torwart nach dem 0:0 im Abstiegsduell gegen den VfB Stuttgart.


Viele der 49 000 Zuschauer quittierten den leidenschaftslosen und langweilen Freitag-Kick der beiden Fußball-Bundesligisten mit Pfiffen. Während die Niedersachsen mit 36 Punkten so gut wie gesichert sind, droht den Schwaben mit lediglich 32 Zählern weiterhin der Absturz in die Zweitklassigkeit.

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«Es war nur eine Mannschaft, die Fußball gespielt hat. Hannover wollte nur das 0:0 verwalten», schimpfte VfB-Sportvorstand Fredi Bobic. Der ehemalige Profi, der mit seinen Toren einst Hannover 96 vor dem Abstieg gerettet hatte, ging mit seinem Ex-Club hart ins Gericht. Beim VfB, der etwas zielstrebiger war, aber auch kein Offensivfeuerwerk abbrannte, ließ er indessen Milde walten. «Für ein Auswärtsspiel haben wir ein gutes Spiel gemacht», sagte Bobic.

Ähnlich beurteilte Trainer Huub Stevens das Match. «Eigentlich hätten wir mehr als einen Punkt verdient. Leider haben wir uns nicht belohnt», sagte der Niederländer. Unter seiner Regie hat sich zumindest die VfB-Abwehr stabilisiert. Das hatten die Verantwortlichen erhofft und erwartet. «Wir hatten zehn Endspiele. Jetzt kommen noch zwei, in die wir mit derselben Einstellung wie gegen Hannover gehen müssen», sagte Stevens.

Kritischere Töne schlug Daniel Didavi an. «Beide Mannschaften haben nicht viel riskiert. Für die Offensivspieler war es schwierig, Torchancen herauszuspielen», monierte der beste VfB-Profi. Hinzu kam das Verletzungspech von Martin Harnik. Der treffsicherste Stürmer der vergangenen Wochen wurde mit Verdacht auf eine ausgekugelte Schulter ausgewechselt. «Es ist sehr schmerzhaft», berichtete Bobic.

Die Stuttgarter wollen sich nun im letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg in Sicherheit bringen. VfL-Trainer Dieter Hecking verfolgte die Partie in Hannover auf der Tribüne. Sein ambitioniertes Team wird wohl mutiger auftreten als die harmlose 96-Mannschaft, die nicht an die zwei Klasse-Partien gegen den HSV und in Frankfurt anknüpfen konnte. «Wir hatten uns auf ein zähes Spiel eingestellt und können mit dem Punkt leben. Ich muss mich jetzt aber am Sonntag vor den Fernseher setzen», sagte 96-Trainer Tayfun Korkut.

Nur der Hamburger SV könnte Hannover 96 noch auf den Relegationsplatz 16 stoßen. Daran glaubt aber keiner, auch wenn Clubchef Martin Kind von einer endgültigen Rettung noch nicht sprechen wollte. «Sieben Punkte aus drei Spielen sind ein schönes Geschenk», sagte er in Anspielung auf seinen 70. Geburtstag am Montag.

Die vielen Pfiffe auch wohlmeinender Anhänger - die Ultras blieben erneut stumm - lösten bei Kind zwiespältige Gefühle aus. «Reduziert man sie auf den fußballerischen Aspekt, dann kann ich sie verstehen. Aber es geht hier um viel höherwertige Fragen wie den Klassenverbleib und Planungssicherheit.»