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Bodenständige Volksmusik auf hohem Niveau

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Alois Edtmayer aus Chieming und Koni Drexlmeier aus Wolkersdorf, sorgten mit zwei Basstrompeten für den heimatlichen Bläserpart beim Volksmusikabend im k1 in Traunreut. Die Veranstaltung »Bei uns dahoam« fand mit über 300 Besucher großen Zuspruch. (Foto: Gabi Rasch)

»Auch der keinen Trachtenanzug trägt, hat ein Recht ein Bayer zu sein und der Kultur beizuwohnen«. An diesen Ausspruch des Volksschauspielers Gustl Bayrhammer erinnerte sich Richard Mühlbacher, als er beim zweiten Volksmusikabend »Bei uns dahoam« im k1 in die Zuschauerreihen blickte.


Die über 300 Zuhörer – mit oder ohne Trachtenanzug und Dirndl – waren mucksmäuschenstill und begeistert von dem, was auf der großen k1-Bühne an bodenständiger Volksmusik geboten wurde.

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Dass der eine oder andere Zuhörer mit dem urbayerischen Dialekt des Sprechers, der a bisserl was über die bairische Sprache erzählte und mit heiteren Anekdoten durch das herbstliche Programm führte, leichte Schwierigkeiten hatte, ist nicht auszuschließen. Selbst die Berichterstatterin, die der bayerischen Sprache durchaus mächtig ist, musste bei so manchem Ausdruck passen. Fernab von aller Volkstümelei präsentierten sich auch die Sängerinnen und Musikanten aus dem Oberland und dem Chiemgau.

Die »heimlichen Stars« des Abends waren Martin Geisreiter (Siegsdorf) und Korbinian Wühr (Altenmarkt) auf der Diatonischen Ziach. Mit 18 bzw. 17 Jahren so viel Gefühl und Gespür für dieses Instrument aufzubringen, verdient großen Respekt. Es waren weniger die typischen »Reißer« als mit Bedacht ausgewählte und weniger oft gehörte Stückl, die die beiden Talente voll konzentriert und perfekt zu Gehör brachten. Besser geht es nicht!

Sein Repertoire sucht und findet das Duo, das 2011 den »Traunsteiner Lindl« gewonnen hat, bei Veranstaltungen und Volksmusikseminaren. »Wos uns g´foid, des spuin ma«, sagte Korbinian Wühr der Kulturredaktion des Traunsteiner Tagblatts im Anschluss des offiziellen Teils beim »a bissl Nochespuin« im Kulinarium.

Ebenfalls bestens mit der »Diatonischen« vertraut ist Antonia Grauvogl von der »Fannydui Musi«, die wunderschöne Überlieferungen zu Gehör brachte. Die Gruppe aus dem Tegernseer Raum, der auch Ludwig Biegel (Zither), Fanny Höllwarth (Gitarre) und Caroline Schmid (Kontrabass) angehören, ist aus dem Seeleit´n Dreig´sang mit den Schwestern Hannerl und Fanny Höllwarth und Antonia Grauvogel entstanden. Der Dreigesang knüpfte mit bekannten Herbstweisen wie »Auf da Schatt´n Seite bleim ma ned« oder »Braune Wies´n, nasse Steigerl« an die Lieder der Fischbachauer Sängerinnen und der Geschwister Röpfl an. Die Kirchleit´n Saitenmusi«, deren Ursprung in der Wasserburger Gegend liegt, hat sich das Tobi-Reiser-Ensemble zum Vorbild genommen.

Zum Repertoire des Sextetts um Renate Ganslmeier (Hackbrett), Ridi Ritter (Zither), Birgit Krug (Harfe), Margit Berger (Melodiegitarre), Barthi Hollinger (Begleitgitarre) und Stefan Huber (Kontrabass) zählen neben Stücken von Tobi Reiser auch selbst G´strickte und andere z´recht g´spielte Stückln von Roman Messerer und Heinz Neumeier. Die Tatsache, dass es die Musikanten heiratstechnisch oder lebensabschnittstechnisch in den Chiemgau verschlagen hat, wie Mühlbacher treffend feststellte, änderte jedoch nichts an dem hohen musikalischen Niveau.Den heimatlichen Bläserpart unter anderem mit dem selten gehörten »Sennbuam«, hatten Alois Edtmayer und Koni Drexlmeier (Lohbach Bläser) übernommen. Die beiden überzeugten Volksmusikanten aus Chieming und Wolkersdorf sind zum ersten Mal gemeinsam mit zwei Basstrompeten aufgetreten. Gabi Rasch