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»Bohnenbolero« im Klosterstüberl

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Als »InSwingtief« begeisterten (von links) Thomas Buffy (Violine), Sabrina Damiani (Kontrabass), Felix Leitner (Gypsy-Gitarre) und Stefan Degner (Jazzgitarre) das Publikum im Kloster Seeon. (Foto: Benekam)

Mit der Nummer »Now's the Time« begrüßte das Quartett »InSwingtief« mit exquisitem Akustik-Swing die zahlreichen Gäste im Gewölbe des Klosterstüberls des Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon. In den folgenden zwei Stunden boten die Musiker aufregende Musik, spannende Eigenkompositionen sowie groovige Bearbeitungen bekannter Nummern zwischen Gypsy und Weltmusik.


Stefan Degner (Jazzgitarre), Thomas Buffy (Violine), Felix Leitner (Gypsy Gitarre) und Sabrina Damiani (Kontrabass) spielten mit leidenschaftlicher Virtuosität und bestachen nicht nur durch hohes musikalisches Niveau und variationsreiche Eigenkompositionen. Anziehend und überzeugend wirkte das Quartett auch durch seine offene Art, seine sympathische Zugewandtheit – sowohl untereinander als auch gegenüber den mitgerissenen Zuhörern.

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Zu lange wollte sich die Optik dabei der Akustik nicht unterwerfen, denn insbesondere das bewegte und zugleich bewegende Violinenspiel von Thomas Buffy war eine Schau: Seine rhythmischen, tänzerisch-schwebenden Bewegungen flossen vom Bogen führenden Arm durch seinen gesamten Körper.

Die Titel der gespielten Nummern von »InSwingtief« sind ebenso kreativ wie ausgefallen. Genauso klingen sie auch: »Waltz for a Sausage« (»Walzer für eine Wurst«), »Gretchen Tango« oder »Portrait of a Moment« (»Porträt eines Augenblicks«) verwöhnten die Hörer mit Variationsvielfalt, setzen sich von jeglicher Unterhaltungsmusik ab und hielten die begeisterten Gäste immer hellwach.

Die Komposition »A crazy bean« erzählte in ausgefallener Klangsprache – wie eine Art »Bohnenbolero« – die Reise einer Kaffeebohne: beginnend von der Ernte – mit dem Hüpfen über die Saiten der Instrumente – über das Im-Kreis-Wirbeln durch den Röstvorgang bis zur zerstreuenden Pulverisierung und schließlich dem unverkennbaren Zischen beim Entweichen aus der Kaffeemaschine.

Ohrwurmartige Klangschleifen und schräge Töne durch akzentuierten, fast perkussiven Geigenbogenansatz auf den Saiten prägen die Nummer »Bredouille«. Dazu bescherte ein unbändiges Vergnügen am Zusammenspiel der vier Musiker den Hörern unbekannte Klanggenüsse.

Nach kräftigem Beifall und Bravorufen war das Quartett gerne zu einer Zugabe bereit. Thomas Buffy stürzte sich, anscheinend zur Verwunderung seiner Kollegen, in klassisches Violinenspiel, ließ die Erstaunten zunächst »links liegen«, holte sie aber dann doch wieder ins Boot und endete mit ihnen in wildem Fluss mit ausgelassenem Crossover-Gypsy-Jazz. Ein fulminanter Abschied, für den sich die Gäste im Klosterstüberl noch einmal mit lautstarkem Applaus bedankten. Kirsten Benekam