weather-image
20°

Bolt will Gold - und Geschichte schreiben

London (dpa) - Große Sprüche klopft er schon, mit Super-Sprints und Dreifach-Gold will Usain Bolt in London zur lebenden Legende werden. Und natürlich wieder mal Geschichte schreiben.

Selbstbewusst
Usain Bolt will bei den Spielen in London Geschichte schreiben. Foto: Terje Bendiksby Foto: dpa

Noch nie hat ein Sprinter zweimal hintereinander die olympischen Sprinttitel über 100 und 200 Meter erobert. Der Weltrekordler kann der Erste sein, und er weiß das auch. Bolt will Gold!

Anzeige

«Das wird der Augenblick, und das wird das Jahr sein, in dem ich den Rest der Welt hinter mir lasse», tönte der Superstar in einem Interview der britischen Tageszeitung «The Guardian» (Mittwoch). Verbal ist der Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler also schon in Hochform. «Eine Menge Legenden und viele Leute sind vor mir gekommen. Aber das ist jetzt meine Zeit», sagte der 25-Jährige.

Seit einer Woche bereitet er sich im Trainingslager in Birmingham mit der jamaikanischen Mannschaft vor. «Mit jeder Trainingseinheit werde ich besser. Ich habe jetzt auch keine anderen Pflichten, keine Sorgen. Es dreht sich alles nur ums trainieren, essen und schlafen», erklärte Bolt.

Nicht zum ersten Mal hat der 1,95-Meter-Mann der Welt verkündet, dass er als lebende Leichtathletik-Legende in die Geschichte eingehen will. In London muss er es nun beweisen. Und er ist bereit dafür, auch mental. «Ich bin immer positiv eingestellt. Ich weiß, was ich will. Ich weiß, was ich drauf habe», versicherte Bolt. «Du wirst einfach stärker, wenn du hart arbeiten musst, um dich zu verbessern, wenn du durch all diese Qualifikationen musst.»

Ein Selbstläufer wird London für Bolt nicht, vor allem vor seinem Landsmann Yohan Blake muss er auf der Hut sein. Der 22-Jährige hatte Bolt nach dessen Fehlstart im WM-Finale 2011 in Daegu/Südkorea den Titel über 100 Meter weggeschnappt und ihn bei den jamaikanischen Trials gleich zweimal besiegt.

Blake ist im Moment der Mann, er führt die Jahresweltbestenlisten über 100 Meter (9,75 Sekunden) und 200 Meter (19,80) an. «Ein Schock war das für mich nicht. Es ist gut, die Augen weit offen zu haben», sagte Bolt dem «Guardian». Neben Erfolgen brauche man auch Rückschläge, um seine Fehler auszumerzen.

«Usain Bolt ist ein Phänomen. Ich würde nicht dagegen wetten, dass er wieder gewinnt», sagte sein Teamkollege Michael Frater, der für die Sprintstaffel vorgesehen ist. Doch ist Bolt wirklich fit? Der Superstar hatte am vergangenen Freitag seinen Start beim Diamond-League-Meeting in Monaco abgesagt. Ein «leichtes» Problem, versicherte sein Trainer Glen Mills. Auch Team-Manager Don Quarrie gab Entwarnung: «Er ist bei 101 Prozent.»

Bolt ist bereit - die Konkurrenz aber auch. US-Sprinter Tyson Gay erwartet in London eines der schnellsten 100-Meter-Finals der Olympia-Geschichte. «Ich glaube wirklich, dass eine Zeit von 9,70 Sekunden notwendig ist, um eine Medaille zu gewinnen. Es wird irre werden», hatte der 29-jährige Ex-Weltmeister gesagt. Gay erwartet im Finale über 100 Meter am 5. August einen Fünfkampf: Bolt, Blake, Gay, Ex-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) und US-Rivale Justin Gatlin.