Brabus Crawler
Bildtext einblenden
Auf Basis der G-Klasse hat Brabus einen starken Wüsten-Buggy auf die Räder gestellt. Der Crawler kostet 900.000 Euro und ist auf maximal 15 Exemplare limitiert. Foto: dpa
Brabus Crawler
Bildtext einblenden
Portalachsen mit mehr als einem halben Meter Bodenfreiheit und Gasdruck-Dämpfer helfen dem Brabus Crawler, souverän über Unebenheiten zu kommen. Foto: dpa
Brabus Crawler
Bildtext einblenden
Als Kraftpaket im 900 PS verspricht der Brabus Crawler rasante Geländefahrten. Foto: dpa
Brabus Crawler
Bildtext einblenden
Der Brabus Crawler ist ein reines Spaßgefährt fürs Gelände. Eine Straßenzulassung hat die Handanfertigung aus Bottrop nicht. Foto: dpa
Brabus Crawler
Bildtext einblenden
Keine Türen, keine Fenster: Im Brabus Crawler sind die Insassen dem sandigen Fahrtwind nahezu schutzlos ausgesetzt. Foto: dpa
Brabus Crawler
Bildtext einblenden
Wie geschaffen für die Wüste: Dank der optimierten Federung und der grobstolligen Reifen eignet sich der Brabus Crawler besonders für Fahrten auf sandigem Grund. Foto: dpa

Brabus Crawler: Was kann der superteure Raketen-Buggy?

Berlin (dpa-infocom) - Von wegen Sandkastenspiele sind nur was für kleine Kinder. Mit dem Crawler lockt Brabus große Abenteurer zum Spielen ins sandige Gelände. Allerdings braucht man für einen Ausritt mit dem wilden Wüstenbuggy auch ein stattliches Taschengeld.


Brabus erweist sich einmal mehr als der perfekte Spielzeugladen für unverbesserliche Motorfans mit prallem Sparschwein. Während die meisten Hersteller inzwischen Klimabewusstsein zeigen, setzt der Mercedes-Tuner aus Bottrop beim Bau seines ersten eigenen Autos auf unbegrenzten Fahrspaß.

Wobei »Auto« ein ziemlich großes Wort ist für den Crawler. Denn was da binnen jeweils drei bis fünf Monaten in einer Auflage von maximal 15 Exemplaren in Bottrop zusammengeschraubt wird, ist nicht viel mehr als ein Motor mit vier Rädern dran und vier Sitzen drauf.

Woanders als in der Wüste kann man den Wagen kaum fahren. Denn der hochbeinige Viersitzer ist eher ein Dünenbuggy als ein vollwertiger Geländewagen. Dabei hat die radikale Reduktion allerdings keinen Einfluss auf den Preis - im Gegenteil: Unter 900.000 Euro ist das verrückte Spaßgefährt nicht zu bekommen.

Als Basis dient die G-Klasse

Auf den ersten Blick erinnert der Crawler noch ganz entfernt an die Mercedes G-Klasse, die bei Brabus zu den Bestsellern zählt. Denn abgesehen vom Kühlergrill und dem Armaturenbrett gibt es kaum mehr Gemeinsamkeiten zu dem Vierkant aus Graz. Das Chassis ist eine Eigenkonstruktion. Statt einer Karosserie gibt es nur einen Deckel über dem Motor, unter den Passagieren eine Art Wanne aus Kohlefasern und darüber nur einen stabilen Gitterrohrrahmen mit einem Dach aus Karbon. Und Nebensächlichkeiten wie die Türen hat Brabus samt aller Seitenscheiben ebenfalls weggelassen.

Auch das Fahrwerk hat sich merklich verändert. Schließlich steht der Crawler auf sogenannten Portalachsen mit mehr als einem halben Meter Bodenfreiheit, und die Gasdruck-Dämpfer verlängern die Federwege. Deshalb springt der Superbuggy wie ein Wüstenfloh durch die Dünen und landet selbst nach meterweiten Sprüngen wieder butterweich. Oder zumindest so weich, wie eine Landung bei einem Koloss von etwas mehr als zwei Tonnen eben sein kann.

Geht ab wie eine Rakete

Treibende Kraft ist dabei der stärkste Motor aus Bottrop, der sonst in den Rocket-Modellen zum Einsatz kommt: Der auf 4,5 Liter aufgebohrte und mit eigenen Ladern bestückte 4,0-Liter-Turbo-V8 von AMG. Während er in der G-Klasse maximal 430 kW/585 PS leistet, kommt der V8 bei Brabus auf 662 kW/900 PS und entwickelt mit 1250 Nm so viel Drehmoment, dass diese Kraft mit Rücksicht auf das Getriebe auf 1050 Nm beschränkt werden muss. Aber auch das reicht für eine Beschleunigung, von der Mercedes-Kunden nur träumen - erst recht, wenn der Crawler zehn Zentner leichter ist als etwa ein G 63 AMG.

Mit Mehrpunktgurten in den Schalensitzen festgeschnallt, jagt man mit dem Crawler durchs Gelände und kommt dabei schneller vom Fleck als mancher Sportwagen. Denn der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert gerade einmal 3,4 Sekunden. Und wer danach den Fuß stehen lässt, erreicht wenig später das Spitzentempo und wundert sich, wie schnell einem 160 km/h vorkommen können, wenn man den Elementen ungeschützt ausgesetzt ist.

Der Dreck, den die grobstolligen Reifen dabei aufwirbeln, erwischt einen wie ein Sandstrahl. Kein Wunder, dass Brabus dem Wagen wahlweise Helme oder spezielle Schutzbrillen beilegt. Ebenso schwer ist es, dem Motorengetöse zu trotzen. Weil sonst kein Wort zu verstehen wäre, sind die Insassen wie im Helikopter über eine Sprechanlage miteinander verbunden.

Fazit: Spielzeug für finanzkräftige Geländefahrer

Vier unbequeme Sitze, kaum Schutz vor dem sandigen Fahrtwind, und nicht einmal eine Straßenzulassung - viel sinnloser als der Crawler kann ein Auto kaum sein. Und 900.000 Euro machen ihn zu einem enorm teuren Spielzeug. Aber offenbar macht genau das seinen Reiz aus. Die Produktion ist bereits weitgehend verkauft. Die meisten der 15 Exemplare dürften wohl in die Emirate gehen, wo es nicht nur genügend Finanzkraft gibt, sondern auch das passende Terrain.

Datenblatt: Brabus Crawler

Motor und Antrieb:V8-Turbo-BenzindirekteinspritzerHubraum:4407 ccmMax. Leistung:662 kW/900 PS bei 6200 U/minMax. Drehmoment:1250 Nm bei 2900 U/minAntrieb:AllradantriebGetriebe:Neungang-AutomatikMaße und GewichteLänge:4624 mmBreite:2105 mmHöhe:2337 mmRadstand:k.A.Leergewicht:2065 kgZuladung:1135 kgKofferraumvolumen:k.A.Fahrdaten:Höchstgeschwindigkeit:160 km/hBeschleunigung 0-100 km/h:3,4 sDurchschnittsverbrauch:k.A.Reichweite:k.A.CO2-Emission:k.A.Kraftstoff:SuperSchadstoffklasse:EU6Energieeffizienzklasse:FKosten:Basispreis des Mercedes G 63 AMG:152.725 EuroGrundpreis des Brabus Crawler:891.310 EuroTypklassen:k.A.Kfz-Steuer:k.A.Wichtige Serienausstattung:Sicherheit:Hosenträger-Gurte, Karbon-Karosserie, Überrollbügel, SchutzhelmeKomfort:Offroad-Navigation, WechselsprechanlageSpritspartechnik:Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

© dpa-infocom, dpa:220608-99-590031/19