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Brandanschlag an Berliner Bahnstrecke - Bekenntnis aus linker Szene

Berlin/Hamburg (dpa) - Der 1. Mai ist in Berlin und Hamburg relativ glimpflich verlaufen, doch plötzlich brennt es an einer Bahnstrecke: Unbekannte legen den Zugverkehr zwischen Berlin und Potsdam lahm.

Wasserwerfer
Als die Polizei Wasserwerfer einsetzte und auch mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Randalierer vorging, lösten die Veranstalter die Demonstration vorzeitig auf. Foto: Malte Christians Foto: dpa

Nach den vergleichsweise friedlichen Mai-Demonstrationen in Berlin und Hamburg haben Linksextreme einen Brandanschlag auf eine Bahnstrecke der Hauptstadt verübt. Auf einer Internetseite der Szene wurde ein Bekennerschreiben veröffentlicht, wie die Polizei am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Das Feuer in einem Kabelschacht legte den Regionalverkehr zwischen Berlin und Potsdam lahm. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

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Der Autor des Bekennerschreibens begründet die Tat mit der «sozial bewegten Situation im Süden Europas und auf anderen Kontinenten», die sich von der gespannten Ruhe hierzulande nicht trennen lasse. Deshalb habe man den 1. Mai verlängert und an mehreren Orten im Südwesten Berlins den Zugverkehr «sowie in Teilen die Telekommunikation stillgelegt bzw. eingeschränkt».

Zuvor hatte Berlin einen der friedlichsten Mai-Feiertage seit Jahren erlebt. Am Abend des 1. Mai hatten sich laut Polizei etwa 9000 Demonstranten an einem Protestmarsch linker Gruppen beteiligt. Die Kundgebung war von Krawallen begleitet, die Ausschreitungen waren aber im Vergleich mit denen vergangener Jahre weniger heftig.

Insgesamt wurden am 1. Mai und in der Walpurgisnacht in Berlin 94 Störer festgenommen. 54 Polizisten erlitten Verletzungen. «Die Strategie der Polizei ist vollständig aufgegangen, sie hatte die Lage jederzeit im Griff», sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag. Polizeipräsident Klaus Kandt betonte, der Brandanschlag habe keinen inhaltlichen Bezug zum 1. Mai. «Es hätte auch ein anderer Feiertag sein können.»

Auch in Hamburg blieben massive Krawalle in diesem Jahr aus. «Es hat geruckelt - aber es war trotz allem ruhiger als in der Vergangenheit», hieß es am Donnerstag bei der Polizei. Bei der sogenannten revolutionären 1.-Mai-Demonstration am Mittwochabend waren Beamte mit Böllern und Flaschen beworfen worden. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und mehreren Wasserwerfern gegen Randalierer vor, die Veranstalter lösten den Protestzug daraufhin vorzeitig auf.

Sechs Beamte erlitten den Angaben zufolge leichte Verletzungen. Zehn Menschen wurden festgenommen - etwa wegen gefährlicher Körperverletzung oder Landfriedensbruch, sechs kamen in Gewahrsam.