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Brasilien brennt auf Olympia-Revanche gegen Mexiko

Fortaleza (dpa) - Für Luiz Felipe Scolari ist Mexiko so etwas «wie ein Stein im Schuh» des Rekordweltmeisters Brasilien. «Seit mehr als zehn Jahren machen sie uns das Leben schwer», sagte der Trainer der Seleção vor dem zweiten Gruppenspiel des Gastgebers beim Confed-Cup am Mittwoch in Fortaleza.

Anspannung
Vor dem Spiel gegen Mexiko drückt Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari noch der Schuh. Foto: Robert Ghement Foto: dpa
Andrang
Die Fans stehen vor dem Stadion in Fortaleza, wo Brasiliens Team trainiert, Schlange. Foto: Fernando Bizerra Jr. Foto: dpa

An den nächsten Gegner haben Neymar und Co. schmerzliche Erinnerungen. Sechs Profis des Titelverteidigers - darunter Jungstar Neymar - standen vergangenen Sommer im Olympia-Finale von Wembley, als Mexiko gegen Brasilien mit 2:1 triumphierte. Von den 14 Duellen seit 1999 gewann die «Tri» acht und spielte dreimal unentschieden. Vor 14 Jahren besiegte Mexiko den großen Rivalen im Endspiel des Confed-Cups vor über 100 000 Zuschauern im heimischen Aztekenstadion mit 4:3.

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Von einer Olympia-Revanche will Marcelo nicht reden. «Natürlich erinnere ich mich an dieses Match. Das war ein sehr trauriger Tag, nicht nur für die Spieler, sondern für ganz Brasilien», sagte der Linksverteidiger von Real Madrid und formulierte es wie Barcelonas 57 Millionen Euro teurer Neuzugang Neymar: «Das ist ein anderer Wettbewerb, eine andere Mannschaft, ein anderer Augenblick.»

Der Außenseiter wird sich wieder reinhängen. Denn eine weitere Niederlage bei einem gleichzeitigen Sieg Italiens gegen Japan wäre für Mexiko bereits das Turnier-Aus. «Mexiko ist immer schwer zu spielen. Seit einiger Zeit ist da einfach der Wurm drin», warnte Brasiliens Kapitän Thiago Silva.

Oscar will von einem Fluch aber nichts wissen: «Den gibt's nicht. Ich habe auch bei den Olympischen Spielen verloren, aber bei der U 20-WM gewonnen.» Immerhin räumen der Mittelfeldspieler vom FC Chelsea und Torwart Julio Cesar von den Queens Park Rangers ein, «dass es uns die Mexikaner immer schwergemacht haben».

Scolaris Spieler möchten die Stimmung nicht noch mehr anheizen; das Fußballfieber im Land des fünfmaligen Weltmeisters ist nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Japan schon hoch genug. Vor dem Fünf-Sterne-Hotel Marina Park der Seleção im Badeort Fortaleza dümpeln die Jachten zwar ruhig im grünblauen Wasser. Draußen an den Zäunen zur Straße aber warten kreischende Teenager. Am Montagabend eroberten die Fans dann erstmals den Trainingsplatz des WM-Rekordchampions und durften ins Estádio Presidente Vargas. Mehr als 1000 Anhänger hatten ungeduldig und von einer Einheit der Militärpolizei beobachtet davor ausgeharrt - ehe Scolari doch noch die Tore öffnen ließ und die Anhänger jubelnd hineinstürmten.

Die Übungseinheit war ursprünglich als nichtöffentliches Training angesetzt. Der Auflauf hatte Straßenhändler angelockt, die Getränke, Eis und T-Shirts mit dem Konterfei der Stars wie Neymar verkauften. Die bis dahin völlig abgeschotteten Profis bedankten sich dann vom Rasen aus bei den Fans. Neymar schoss noch einen Ball in das johlende Publikum. In der Presse hatten sich Anhänger schon beklagt, dass Scolari zuvor in Brasilia seine Spieler «wie Tiere» eingesperrt habe.

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