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Brasilien verspricht die »WM aller WMs«

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Veranstalter
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Brasiliens Präsidentin Rousseff (l) und FIFA-Präsident Blatter wollen die «WM aller WMs». Foto: Marcus Brandt Foto: dpa
Gedenken
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Vor der Auslosung wurde an den verstorbenen Nelson Mandela erinnert. Foto: Marcelo Sayao Foto: dpa
Legende
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Pele ist sich sicher, dass Brasilien die Heim-WM gewinnt. Foto: Marcelo Sayao Foto: dpa
«Losfee»
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Lothar Matthäus (l) bringt seine geloste Kugel zu Moderatorin Fernanda Lima. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa
Großer Auftritt
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Auch das WM-Maskottchen bekam seinen Auftritt. Foto: Raul Spinasse Foto: dpa
Zelt
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In einem großen weißen Zelt wurden in Costa do Sauipe die Lose gezogen. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa

Costa do Sauípe (dpa) - Mit einer in über 190 Länder übertragenen Millionen-Gala-Show hat Brasilien die Welt auf die Fußball-WM 2014 eingestimmt.


»Die Stunde ist da, Brasilien«, titelte kurz vor Beginn der Auslosung im Nobel-Badeort Costa do Sauípe die Sportzeitung »Lance!«. Eröffnet wurde die 90-minütige Show mit einer Gedenkminute an den verstorbenen südafrikanischen Ex- Präsidenten Nelson Mandela. »Brasilien verbeugt sich im Gedenken an den großen Führer Afrikas, Nelson Mandela«, sagte Staatschefin Dilma Rousseff, die gemeinsam mit FIFA-Chef Joseph Blatter als erste auf die Bühne ging.

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In einem eher uncharmanten weißen Mega-Zelt hatten sich 4800 geladene Gäste versammelt, darunter auch der von Rousseff als bester Spieler aller Zeiten gelobte Jahrhundert-Fußballer Pelé. Der hatte zuvor eine Einladung als Losfee ausgeschlagen, weil er nicht riskieren wollte, Brasilien eine schwierige Gruppe zuzulosen. Nicht fehlen dürfte auch Ronaldo »Fenômeno«, der WM-Rekordtorschütze, der heute im Aufsichtsrat des lokalen WM-Komitees sitzt. »Die 15 Tore (bei den Weltmeisterschaften) zu schießen war einfach, verglichen mit der Aufgabe, eine WM zu organisieren«, sagte Ronaldo.

Rousseff versprach eine wunderbare WM und scheute sich nicht vor Superlativen: »Das wird die "Copa das Copas" (die WM aller WMs), die niemand vergessen wird.« Das Aushängeschild ist das »Fuleco«, das Gürteltier und Maskottchen der WM. »Niedlich nicht?«, fragte die brasilianische Weltfußballerin Marta, die mit Ex-Stürmer Bebeto und dem »Fuleco« auf die Bühne kam. »Fuleco« ist eine Wortkombination aus »Futebol« und »Ecologia« (Umweltschutz).

Sportlich kam der Segen von »Rei Pelé«, der erneut die Geschichte von seinem Vater erzählte, den er 1950 bei der ersten WM in Brasilien weinen sah, als Brasilien das entscheidende Spiel gegen Uruguay (1:2) verlor. »Ich will nicht, dass meine Kinder mich weinen sehen«, sagte der tausendfache Torschütze. »Ich bin sicher, dass Brasilien die WM gewinnt.« Die als »Maracanazo« bekannte Niederlage von 1950 hat sich bis heute als kollektives Trauma tief in die Fußballseele Brasiliens eingebrannt.

Mit seiner Einstellung war Pelé nicht allein. Auch Ex-Nationaltrainer Mario Zagallo war sich sicher: »Brasilien spielt mit seinen Fans und wird Hexa (Sechsfach-Weltmeister) werden.« Für diesen nationalen Traum muss der Gastgeber 2014 die Hürde der Gruppenphase überstehen. Unter der Leitung von FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke wurde dem Gastgeber keine ganz einfache Gruppe zugelost: Die Gegner heißen Kroatien, Mexiko und Kamerun.

FIFA-Chef Blatter hofft, dass der Fußball die Menschen zusammenbringt. »Ich appelliere vor allem an die Bevölkerung Brasiliens: 200 Millionen Menschen - vereint Euch alle durch die Weltmeisterscahft. Weil sie für Euch ist, aber auch für die Fans in aller Welt. Willkommen und genießt den Fußball.« Seit Freitag sind die WM-Schweinwerfer endgültig an: Brasilien steht im Rampenlicht.