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Bremen verpasst Europapokal - Huntelaar Schützenkönig

Bremen (dpa) - Werder Bremen hat zum zweiten Mal nacheinander den Sprung in den Europapokal verpasst. Der norddeutsche Fußball-Bundesligist verlor nach zwei Treffern des Schalker Torschützenkönigs Klaas-Jan Huntelaar am Samstag gegen die Gäste aus Gelsenkirchen mit 2:3 (1:1).

Werder Bremen -  FC Schalke 04
Werders Sokratis (r) kämpft gegen Klaas-Jan Huntelaar von Schalke um den Ball. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

Um 17.22 Uhr hielt Klaas-Jan Huntelaar die berühmte Torjägerkanone in den Händen. Mit zwei Tore schoss der niederländische Stürmer Schalke 04 zum 3:2-Sieg gegen Werder Bremen und sicherte sich zugleich souverän die begehrte Trophäe. Werder hätte somit selbst bei einer Niederlage von Hannover nicht mehr den Sprung in die Europa League geschafft und schloss die Saison auf Platz neun ab, während die Schalker bereits vor der Partie als Dritter und Champions-League-Teilnehmer feststanden.

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«Die kommt in meinen Trainingsraum», sagte Huntelaar (65./74.) nach seinen Treffer 28 und 29, die zusammen mit Julian Draxlers (30.) Treffer zu einem verdienten Sieg führten. Die Bremer kamen vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion nur zu Toren von Claudio Pizarro (41. Elfmeter/82.).

«Das freut mich natürlich», kommentierte Huntelaar, der seine Klasse zeigte und das Spiel entschied. Manager Horst Heldt sagte: «Schön, dass er die Kanone jetzt hat. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass sich kein anderer zu schießen getraut hat.»

Die Schalker ließen es lange vergleichsweise gemächlich angehen, spielten nicht gerade für Huntelaar. Der Torjäger aus den Niederlanden wurde relativ wenig angespielt - doch der Angreifer zeigte seine Klasse auch so. Eine Vorlage und zwei Treffer sprechen für sich. Der Niederländer ist nun bester Torschütze der Schalke-Geschichte gemeinsam mit Klaus Fischer, der in der Saison 1975/76 ebenfalls 29 Mal für die «Königsblauen» getroffen hatte.

Beim letzten Spiel von Raul, der nach Absprache auf der Bank blieb, agierten die Schalker in Bremen anfangs wenig druckvoll. Chancen blieben nach dem Tor von Draxler Mangelware, ehe Huntelaar plötzlich abzog und den vom Pfosten zurückprallenden Ball im zweiten Anlauf ins Netz setze. Dass er ein echter Torjäger ist, bewies er auch bei seinem zweiten Treffer, als er eiskalt ins kurze Eck traf und Wiese keine Chance ließ.

Die Bremer besaßen ohnehin nur noch eine minimale Chance auf einen Platz in der Europa League, zeigten aber erneut, warum sie in einem internationalen Wettbewerb derzeit nichts zu suchen haben. Viele Fehlpässe und umständliche Aktionen führten dazu, dass Werder zu wenig Torchancen hatte oder am starken Schalke-Keeper Lars Unnerstall scheiterte.

Zum Ausgleich durch Pizarros Elfmetertreffer führte zudem ein zweifelhafter Pfiff, als Aaron Hunt bei einem Duell mit Sergio Escudero ins Straucheln geriet. Der zweite Treffer des Peruaners, den er per Kopf nach Hunt-Flanke erzielte, kam zu spät. «Dass Spiel hat das gezeigt, was auch die letzten Spiel gezeigt haben», kommentierte Trainer Thomas Schaaf: «Wir konnten den Hebel nicht mehr umlegen.»

Dass Bremen im Umbruch steckt, zeigte sich schon kurz vor dem Anpfiff, denn der Verein verabschiedete vor dem Schalke-Spiel gleich ein halbes Dutzend seiner Spieler: Tim Borowski, Markus Rosenberg und Tim Wiese, die in der Startelf standen, sowie Marko Marin, Mikael Silvestre und Lennart Thy.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 47,7 - 52,3

Torschüsse: 19 - 16

gew. Zweikämpfe in %: 46,3 - 53,8

Fouls: 11 - 13

Ecken: 11 - 9

Quelle: optasports.com