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Brückeneinsturz unterbricht Feiern im WM-Ort Belo Horizonte

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Zerquetscht
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Wie lange die Aufräumarbeiten andauern werden, ist unklar. Foto: Paulo Fonseca Foto: dpa
Bergung
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Was einmal als Brücke über die vielbefahrene Avenida Pedro I gedacht war, ist zu einem Grab geworden. Foto: Paulo Fonseca Foto: dpa
Zerstörte Busfront
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Menschen mit blutverschmierten Gesichtern wurden aus dem Bus gebracht, dessen vorderer Teil von den Betonmassen und Trümmern getroffen wurde. Foto: Paulo Fonseca Foto: dpa
Stadion in Belo Horizonte
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Für die Trauer bleibt Belo Horizonte nicht viel Zeit. Die WM muss weitergehen, irgendwie. Foto: Robert Ghement Foto: dpa
Bus
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Die Rettungskräfte versuchten die ganze Nacht, sich Zugang zu den Wagen zu verschaffen, die unter den Trümmern begraben wurden. Foto: Paulo Fonseca Foto: dpa
Trümmerfeld
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Weitere, teilweise voll besetzte Busse, Pkw und auch Zweiradfahrer konnten zum Glück rechtzeitig stoppen. Foto: Paulo Fonseca Foto: dpa
Opfer
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Eines der Todesopfer ist höchstwahrscheinlich die Fahrerin des Busses. Foto: Paulo Fonseca Foto: dpa

Belo Horizonte (dpa) - Der WM-Spielort Belo Horizonte trauert nach dem Einsturz einer im Bau befindlichen Brücke um zwei Todesopfer.


Die schrecklichen Bilder vom Unglücksort versetzten nicht nur die 2,4-Millionen-Einwohnerstadt in einen Schockzustand, im Gastgeberland Brasilien erhielt die WM-Stimmung einen Dämpfer. In fünf Tagen findet in Belo Horizonte das erste Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die Stadtverwaltung sieht das Spiel nicht gefährdet.

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Am Donnerstagnachmittag war eine im Bau befindliche Brücke an der Avenida Pedro I. eingestürzt. Zwei Menschen kamen dabei offiziellen Angaben zufolge ums Leben, 22 weitere wurden verletzt. Die Feuerwehr arbeitete die ganze Nacht durch. Zwei Baustellen-Lkw und ein Auto würden völlig zerquetscht, ein Bus teilweise. Bei den Todesopfern handelt es sich um die 25-jährige Busfahrerin und einen ebenfalls 25 Jahre alten Mann, der in seinem Pkw von den herabstürzenden Betonmassen begraben wurde. Die Feuerwehr hatte keine Informationen über weitere Opfer und sah ihren Bergungseinsatz am Freitag als abgeschlossen an.

Die Unglücksursache ist laut Belo Horizontes Bürgermeister Márcio Lacerda noch unklar. Er gehe jedoch von einem technischen Problem aus: »Sie werden sicherlich einen Konstruktionsfehler finden. Aber das ist jetzt nicht wichtig. Wichtiger ist, den Opfern zu helfen.« Das Unglück soll genau untersucht werden. Die Stadt ordnete eine dreitägige offizielle Trauer an. Das FIFA-Fanfest der Stadt und mehrere Public-Viewing-Orte blieben deswegen am Freitag geschlossen.

Noch am Donnerstagabend kamen Anwohner zu der Unglücksstelle. Ein Bus, dessen vorderer Teil von der riesigen Last zerstört worden war, stand dort, wo sonst der abendliche Verkehr fließt. Die Straße unter der Brückenkonstruktion, die in wenigen Wochen eröffnet werden sollte, war für den Verkehr freigegeben.

Die Rettungskräfte versuchten die ganze Nacht, sich Zugang zu den Fahrzeugen zu verschaffen, die unter den Trümmern begraben wurden. Dabei handelte es sich allesamt um Fahrzeuge auf einer Straßenseite. Teilweise voll besetzte Busse, Pkw und auch Zweiradfahrer konnten auf der Gegenseite stadtauswärts rechtzeitig stoppen, sonst wären die Folgen des Brückeneinsturzes womöglich noch verheerender geworden.

Auch Stunden nach dem tragischen Vorfall bot sich immer noch ein schreckenerregendes Bild an der Unglücksstelle. Im gleißenden Licht von riesigen Scheinwerfern standen schwere Räumfahrzeuge. Polizisten sperrten die Gegend weiträumig ab. Der Verkehr aus dem Stadtteil Pampulha oder in Richtung der WM-Arena Estádio Mineirão wurde umgeleitet. Wie lange die Aufräumarbeiten andauern werden und welche Auswirkungen der Einsturz auf das gesamte Bauprojekt hat, ist unklar.

»In diesem Moment des Schmerzes gilt meine Solidarität den Familien der Opfer«, schrieb Staatspräsidentin Dilma Rousseff auf Twitter. Die Brücke war Teil der Infrastrukturprojekte, mit denen Belo Horizonte vor der WM aufgewertet werden sollte, doch wurde der Bau nicht rechtzeitig fertig. Die verantwortliche Baufirma Cowan bedauerte den Vorfall zutiefst und erklärte in einer Mitteilung, dass bereits Techniker-Teams am Unglücksort seien, um die Ursache des Einsturzes zu untersuchen.

Am Dienstag treffen in Belo Horizonte die Sieger der Viertelfinalpartien zwischen Brasilien und Kolumbien sowie Deutschland und Frankreich aufeinander. Die Unglücksstelle befindet sich etwa vier Kilometer vom Stadion entfernt. Es wird das insgesamt sechste WM-Spiel in der Stadt sein, in deren unmittelbarer Nähe die Auswahl Argentiniens ihr WM-Camp hat. Zudem waren in Belo Horizonte auch Chiles Fußballer untergebracht.

Mitteilung Cowan

Twitter Rousseff

Bericht O Globo