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Brücken-Problematik in Seebruck: Infoveranstaltung zur Entlastungsspange

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Alzbrücke in Seebruck Foto: Rasch

Seeon-Seebruck – Das Bürgerforum Seebruck, das die Brücken-Problematik im Ort zu seinem Thema gemacht hat, hat sich von einer losen Vereinigung zu einer Bürgerinitiative mit zahlreichen Unterstützern formiert. Das Interesse am Thema ist groß. Das wurde beim jüngsten Treffen in Seebruck deutlich.


Toni Mayer, Leiter des Bürgerforums, machte eingangs deutlich, dass das Bürgerforum die Natur schützen möchte. Die Lebensqualität soll für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Die Entlastungsspange, eine zweite Brücke nördlich der bestehenden Alzbrücke, die durch ein Naturschutzgebiet führen und in etwa 15 Jahren gebaut werden soll, bewirke genau das Gegenteil. Dadurch würden die Natur und die Kulturlandschaft zerstört.

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Dazu komme, dass die bestehende Alzbrücke bald erneuert werden müsse. Allerdings sei nur ein Provisorium geplant, das so lange halten soll, bis die Entlastungsspange fertig gebaut ist. »Wir fordern, dass die ertüchtigte Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer sicherer wird«, so Mayer. Außerdem plädiert die Bürgerinitiative dafür, dass die derzeitige Tonnagebeschränkung beibehalten wird. Die Gemeinde Seeon-Seebruck soll sich ein kommunales Verkehrskonzept überlegen, auch in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, um den Verkehr im Ort einzudämmen. Einige Gemeindevertreter, die beim Termin anwesend waren, sahen das als schwierig an.

Bürger ins Boot holen und informieren

Dem Bürgerforum sei es wichtig, die Menschen mit ins Boot zu holen und zu informieren, so Mayer weiter. Dennoch hält er das geplante Ratsbegehren für ungeeignet. Vor allem die »Art und Weise, wie das Ganze stattfinden soll«, störe ihn. So ist geplant, dass die Bürger bei der Kommunalwahl darüber abstimmen sollen, ob die Gemeinde die Untersuchungen für eine Entlastungsspange unterstützen soll.

Die Landtagsabgeordnete und Landratskandidatin Gisela Sengl (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt das Bürgerforum ebenfalls. Bereits vorab hatte sie in einem Offenen Brief das geplante Ratsbegehren kritisiert. Sengl sagte, sie habe bei der Regierung von Oberbayern nachgefragt. Eine Reparatur der Alzbrücke sei nicht möglich, weil der Schaden zu weit fortgeschritten ist. Darum sei es erstaunlich, dass man die Brücke nun reparieren will. »Die Situation ist für niemanden gut, und das soll die nächsten 15 Jahre so bleiben?« Sie forderte den Gemeinderat dazu auf, die anderen Brückenvarianten, die vorgeschlagen worden waren, weiterzuverfolgen. Auch sagte sie: »Bei dieser Straßenführung kann es keine Genehmigung für 40-Tonner geben.«

Auch Gisa Pauli, die Vorsitzende des Umweltschutzverbands Alztal und Umgebung, dem das Bürgerforum angehört, setzte sich für den Naturschutz ein. »Es können bessere und verträglichere Lösungen geschaffen werden.« Pauli überreichte eine schriftliche Stellungnahme an die Verantwortlichen, ebenso das Bürgerforum. Mayer übergab der Gemeinde außerdem einen Offenen Brief, der sich gegen das geplante Ratsbegehren richtet. An die Gemeinderatsmitglieder gerichtet, sagte Mayer abschließend: »Ich möchte eine Brücke schlagen zwischen der Gemeinde und dem Bürgerforum.« Bekämpfen sollten sich Brückengegner und -befürworter nicht. »Nehmt unsere Anliegen auf und überlegt euch, wie und ob ihr sie umsetzen könnt.«

Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) sagte in der anschließenden Diskussion, dass es in seinem Sinne sei, miteinander zu arbeiten, anstatt gegeneinander. »Ich nehme euch nicht als Gegner wahr.« Christine Eglseer (CSU) wunderte sich, warum sich die Brückengegner nicht im Gemeinderat und in den Arbeitskreisen der Gemeinde engagieren. Mayer betonte, dass er im nächsten Gemeinderat sehr wohl Verantwortung übernehmen möchte. »Ich will Mitglied im Gemeinderat werden, denn ich möchte etwas bewirken. Ich werde mich nicht der Arbeit verschließen.«

»Wir müssen jetzt reagieren«

Zweite Bürgermeisterin Martha Gruber (Parteifreie Wählergemeinschaft Truchtlaching) machte deutlich: »Wir müssen jetzt reagieren.« Klar sei, dass es nördlich des Chiemsees eine Verbindungsstraße brauche. »Irgendwo muss der Verkehr rum.« Franz Wörndl (CSU) betonte, dass von den fünf Brückenvarianten, die als Alternative für die Alzbrücke vorgeschlagen worden waren, keine geeignet gewesen sei. Es sei deshalb nicht zielführend, hier weiterzumachen. »Wir sind mit allen Entscheidungen an die Öffentlichkeit gegangen« Das bekräftigte auch Bürgermeister Bernd Ruth. jor