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Brüssel gedenkt der Terroropfer des 22. März 2016

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Angehörige
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Nicht nur die Toten und körperlich Verletzten sind Opfer, sondern auch Menschen, die mit psychischen Spätfolgen kämpfen oder Angehörige verloren haben. Foto: Benoit Doppagne Foto: dpa
Königin Mathilde und König Philippe
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Königin Mathilde und König Philippe bei der Gedenkveranstaltung am Flughafen Zaventem. Foto: Didier Lebrun Foto: dpa
Schweigeminute
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Um 7:58 Uhr fand eine Schweigeminute statt. Um diese Uhrzeit detonierte die erste Bombe am Flughafen Brüssel. Foto: Geert Vanden Wijngaert Foto: dpa
Manneken Pis
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Die Brunnenfigur «Manneken Pis», ein Wahrzeichen der belgischen Hauptstadt, trägt eine Feuerwehruniform, um die Arbeit der Rettungskräfte bei den Terroranschlägen zu würdigen. Foto: Nicolas Lambert Foto: dpa
Trauer
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Ein Mann spielte ein Lied, das er zur Erinnerung an seine getötete Frau komponiert hat. Foto: Eric Lalmand Foto: dpa
Charles Michel
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Premierminister Charles Michel nimmt an der Gedenkveranstaltung teil. Foto: Benoit Doppagne Foto: dpa
U-Bahn-Station
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Anschlag auf die Brüsseler Metro-Station Maelbeek am 22.03.2016. Foto: Olivier Hoslet Foto: dpa

Der Schock hat nachgelassen, doch der Schmerz bleibt. Vor einem Jahr haben fanatische Attentäter in Brüssel 32 Menschen getötet und hunderte verletzt. Der Jahrestag gehört vor allem den Opfern, Angehörigen und Rettern.


Brüssel (dpa) - Ein Jahr nach den Brüsseler Terroranschlägen haben die Belgier in Trauer zurückgeblickt - und sich Mut gemacht. «Vor einem Jahr habe ich den Horror an genau diesem Ort erlebt», erinnerte sich die Überlebende Christelle Giovannetti bei einer Zeremonie in der Metrostation Maelbeek.

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Drei islamistische Selbstmordattentäter rissen am 22. März 2016 am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen mit in den Tod verletzten mehr als 300 weitere.

An mehreren offiziellen Veranstaltungen nahm auch das belgische Königspaar Philippe und Mathilde teil. Bei der ersten Zeremonie am Brüsseler Flughafen trug ein Angehöriger eines der Opfer ein Lied vor, das er zur Erinnerung an seine getötete Frau komponiert hatte. Zu Streichermusik wurden die Namen aller 16 am Flughafen getöteten Terroropfer verlesen. Um 7.58 Uhr, dem Zeitpunkt der ersten Explosion am Flughafen, hielten die Teilnehmer eine gemeinsame Schweigeminute. Für eine knappe halbe Stunde ruhte der Flugverkehr.

Flughafen-Feuerwehrmann Geert Raveel berichtete, wie wichtig den Rettungskräften die empfangene Anerkennung und Unterstützung gewesen sei. «Jeder hat alles gegeben an dem Tag», sagte er. Am Abend erst habe die Retter die Tragweite des Geschehens eingeholt. «Als Rettungskräfte hoffen wir, dass wir nie wieder ein solches Drama erleben müssen.»

Nahe dem Airport übergab Flughafen-Chef Arnaud Feist die Skulptur «Flight in Mind» («Flug im Kopf») des Künstlers Olivier Strebelle wieder der Öffentlichkeit. Sie stand ursprünglich in der Abflughalle und wurde dort beschädigt, nun hat sie einen Platz im Freien gefunden. Als «Hommage an die Opfer und Zeichen der Hoffnung» sei das geschwungene Kunstwerk aus Metall zu verstehen, sagte Feist. Um 9.11 Uhr, dem Zeitpunkt der Explosion in der U-Bahn, folgte eine weitere Schweigeminute in der Metrostation Maelbeek im Europaviertel.

In der Nähe erinnert künftig ein Denkmal aus zwei Metallplatten an alle Opfer des Terrorismus. «Liebe Familien, Sie teilen diese tiefen Wunden, von tödlichem Wahnsinn verursacht, mit zahllosen Opfern in aller Welt», sagte König Philippe dort an die Angehörigen gewandt. Er rief zur Aufmerksamkeit der Menschen füreinander auf und dazu, «unsere Gesellschaft humaner und gerechter» zu machen. Das Königspaar und Premier Michel wollten im Anschluss noch Angehörige treffen - diesmal unter Ausschluss der Medien.

Auch die EU-Kommission, der Rat als Vertretung der EU-Staaten und das Europaparlament hielten Schweigeminuten ab. «Europa wird niemals den 22. März 2016 vergessen», twitterte EU-Ratspräsident Donald Tusk. Kommissionschef Jean-Claude Juncker erinnerte an eine getötete Mitarbeiterin der Behörde und erklärte, die Terroristen seien gescheitert. «Denn wir haben auf ihren Hass und ihre Gewalt geantwortet, indem wir die Demokratie und das friedliche Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft verteidigt haben», sagte Juncker.

An der historischen Börse in der Innenstadt, die schon nach den Anschlägen zum Sammelpunkt geworden war, kamen die Menschen auch am Dienstag wieder zusammen.

Mitteilung der EU-Kommission

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Wie der Terror Brüssel traf