Bürgermeister Hannes Rasp beklagt das Fehlen von Förderprogrammen

Bildtext einblenden
Der Jodlerweg hat durch das Geschiebe vom Grünstein Schaden erlitten. (Fotos: Christian Wechslinger)
Bildtext einblenden
Im Grabenweg ist die Straße unterspült.

Schönau am Königssee – »Wir sind nicht zu faul zum Reparieren«, sagte Bürgermeister Hannes Rasp am Dienstag im Gemeinderat Schönau am Königssee. Der Rathauschef macht das Fehlen von Förderprogrammen dafür verantwortlich, dass man zahlreiche der beim Unwetter im Juli entstandenen Straßenschäden immer noch nicht behoben habe. Und es gebe keine Stelle, die einen vorzeitigen Baubeginn genehmige.


Als »sehr schade« bezeichnete es Rasp, dass es aktuell keine Förderprogramme für die Behebung von Straßenschäden gebe. Bei den Wasser- und Hochbauarbeiten sei zumindest ein vorzeitiger Baubeginn genehmigt worden, beim Straßenbau nicht. »Darüber gibt momentan keiner Auskunft«, klagte der Bürgermeister. Immerhin habe ihm Umweltminister Thorsten Glauber am Montag zugesagt, dass er das Thema in der Ministerrunde ansprechen wolle. Hannes Rasp warnte davor, dass der Winter schneller komme als man glaube. Denn auch Ausschreibungen und Auftragsvergaben bräuchten einige Zeit. »An uns liegt es jedenfalls nicht«.

Die asphaltierten Straßen mit den größten Schäden sind der Grabenweg, die Richard-Voß-Straße, der Hammerlweg und der Jodlerweg. Darüber hinaus gibt es zahlreiche gekieste Wege mit großen Schäden.

Hubert Maltan (CSU) sprach die Fußwege zwischen der Hinterschönau und Ramsau im Bereich von Ober- und Unterstanzer an, die gegebenenfalls gemeinsam mit der Gemeinde Ramsau repariert werden müssten. Beppo Maltan (Freie Wähler) hatte beobachtet, dass viele Radfahrer hier nicht weiterkämen und umdrehen müssten. Die entsprechende Beschilderung am Straßenbeginn müsse viel größer sein, damit sie auch gesehen werde.

Beppo Maltan wollte schließlich noch wissen, was aus den Hauseigentümern werde, die beim Unwetter massive Schäden erlitten hätten. »Gibt es mittlerweile irgendwelche Hilfsprogramme? Ich habe nämlich gehört, dass viele noch nichts bekommen haben«, sagte Maltan. Bürgermeister Hannes Rasp verwies auf die Soforthilfe von 5 000 Euro, die auch schnell geflossen seien. Darüber hinaus sei die Spendenbereitschaft enorm, die Banken, Firmen und Private hätten hohe Summen gesammelt. Dass es bislang keine weiteren Förderprogramme gebe, liege seines Wissens am Freistaat Bayern, sagte Rasp. Von Seiten des Bundes sei zwar alles geregelt, der Freistaat habe aber die erforderliche Verwaltungsvereinbarung noch nicht unterschrieben.

»Dann war der Auftritt von fünf Ministern am Fuße des Grünsteins ein reiner Werbeauftritt für die Wahlen«, schimpfte Beppo Maltan. Jetzt höre man von den Politikern nichts mehr, »das stinkt mir«.

Nach dem Hochwasserschutz für die stark betroffenen Gebiete Artenreit und Hochwald erkundigte sich Christoph Hallinger (CSU). Hier sei man bislang noch nicht weitergekommen, weil die möglichen Maßnahmen am Grünstein zum Großteil auf Privatgrund realisiert werden müssten, erwiderte Hannes Rasp. Insgesamt aber habe das Wasserwirtschaftsamt Traunstein in der Gemeinde bislang beste Arbeit geleistet, wofür der Rathauschef der Behörde seinen Dank aussprach.

Offen ist bislang, ob der desolate Steg beim Gasthof »Waldstein« über die Königsseer Ache repariert wird. Das erfuhr Josef Springl (CSU) auf seine Anfrage. Bislang gab es laut Bürgermeister Hannes Rasp keine Einigung mit dem Eigentümer. Laut Hannes Rasp ist auch der Triftsteg sanierungsbedürftig.

Ulli Kastner