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Bürgermeister Thomas Weber kandidiert erneut: »Kein Fraktionszwang im Gemeinderat«

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Bischofswiesen: Bürgermeister Thomas Weber kandidiert erneut: »Kein Fraktionszwang im Gemeinderat«
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Bürgermeister Thomas Weber leitet Übungen für die Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Bürgermeister Thomas Weber (CSU) hat in seiner ersten Amtszeit bereits viele Projekte in Angriff genommen. Schwerpunkte waren bezahlbarer Wohnraum und der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Für den Bischofswieser Rathauschef ein guter Anfang, aber noch nicht genug. Deshalb will der 53-Jährige wiedergewählt werden.


Der CSU-Politiker bewirbt sich am 15. März für eine zweite Amtszeit und erzählte dem »Berchtesgadener Anzeiger« unter anderem, warum es für ihn wichtig ist, bedarfsorientierte Politik zu betreiben.

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Erst mit Eintritt in das Bürgermeisteramt 2014 ist Thomas Weber politisch aktiv geworden. CSU-Mitglieder hatten ihn zuvor gefragt, ob er nicht Bürgermeister werden wolle. »Sie haben mich quasi abgeworben.« Der 53-Jährige war bis dahin Großkundenmanager beim Unternehmen »T-Systems« in München. Weber leitete 14 Jahre lang ein Vertriebsteam, das aus zehn bis zwölf Mitarbeitern bestand.

Kandidaten-Steckbrief

Geboren: 30. März 1966 in Salzberg Berchtesgaden.

Familienstand: verheiratet, zwei Töchter.

Berufliche Ausbildung und Werdegang: Abschluss Knabenrealschule Freilassing, 1983 Ausbildung Fernmeldehandwerker Deutsche Bundespost, 1987 bis 1992 Studium Elektrotechnik Fachhochschule Berlin, 1992 bis 1994 Bauleiter Deutsche Telekom in Rosenheim, 1994 bis 2000 Pressesprecher in Traunstein, 2000 bis 2014 Großkundenmanager bei T-Systems in München, 2014 Bürgermeister Gemeinde Bischofswiesen.

Ehrenamtliche Tätigkeiten/Vereine: Gruppenführer Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen, Sportschützen Rauhe Köpfe, WSV Bischofswiesen.

Hobbys: Radfahren, Skifahren.

Dieses Team musste mittels Strategien Lösungen verkaufen. Durch seine Berufserfahrung traute Weber sich zwar das Bürgermeisteramt zu. Aber: »Ich konnte es mir nicht vorstellen. Für mich schien es ein komplett anderer Beruf.«

Dem Vorgänger über die Schultern geschaut

Deshalb begleitete Weber bereits vor der Wahl seinen Vorgänger Toni Altkofer bei der Arbeit, schaute ihm über die Schulter. Dabei fiel ihm auf, dass das Tätigkeitsfeld des Bürgermeisters ähnlich ist wie das des Großkundenmanagers. Kontakte zu den Mitmenschen seien in beiden Berufen sehr wichtig und man müsse als Großkundenmanager wie als Rathauschef Ideen entwickeln, Lösungen anbieten und diese bestenfalls verkaufen. Nur hat Thomas Weber heute natürlich ein anderes Gespann und er muss darüber hinaus die Bischofswieser Bürger zufriedenstellen. Seine Mannschaft: der Gemeinderat und die Verwaltung. »Ich arbeite gerne im Team.«

Besonders gut gefällt Thomas Weber das Verhalten im Gemeinderat. Man könne hart diskutieren, aber grundsätzlich herrsche Frieden. Zudem betreibe Weber keine Parteipolitik: »Bei mir gibt es keinen Fraktionszwang im Gemeinderat. Jeder soll nach seinem besten Gewissen entscheiden.« Nur so könne man gemeinsame Lösungen erarbeiten.

Der 53-Jährige verfolgt zwei große Ziele, die er bereits in kleinen Schritten umgesetzt hat: die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Beim Thema Wohnen will Weber bedarfsorientiert handeln. »Wenn es keinen Bedarf gibt, wird nichts bebaut.« So sollen Wohnungen Am Burgergraben und auch ein Baugrundstück im ausgewiesenen Gebiet Meislfeld entstehen. Dabei fügt Weber hinzu: »Jede Entscheidung muss mit dem Klimaschutz vereinbar sein.« Des Weiteren will der 53-Jährige Photovoltaikanlagen auf einigen gemeindlichen Liegenschaften installieren.

Für die öffentlichen Verkehrsmittel sieht Weber vor, das Liniennetz auszuweiten. Beispielsweise soll es neue Buslinien Richtung Loipl oder Hochschwarzeck geben. Auch die Abfahrtszeiten sollen künftig in einem verdichteten Takt erfolgen. »Ich habe vor fünf Jahren damit begonnen, erste Maßnahmen beim ÖPNV umzusetzen. Und ich lasse mich davon auch künftig nicht von meinen Gegenkandidaten abbringen, selbst wenn sie dieselben Programmpunkte haben.« Der Rathauschef hat bereits den RufBus etabliert. Der fährt fast alle Haltestellen zwischen Bischofswiesen, Berchtesgaden und Ramsau an, wenn man sich vorher anmeldet.

Bedarf für Jung und Alt

Die Generationen Jung und Alt will Weber ebenfalls fördern. Grund dafür ist die Sozialraumanalyse für die Gemeinde Bischofswiesen. »Wir stellten fest, dass wir künftig mehr Kindergartenplätze benötigen.« Der erhöhte Zuzug aus den osteuropäischen Ländern in die Gemeinde fordere mehr Betreuungsplätze.

Deshalb sollen in der Insula zusätzliche Kindergartenplätze entstehen. Auch für die Grund- und Mittelschule Bischofswiesen sind künftig jeweils drei bis vier Klassenzimmer mehr geplant. »Da wir durch die Sozialraumanalyse aktuelle Zahlen nachweisen konnten, fördert uns die Regierung.« Zudem will Weber seniorengerechte Wohnungen schaffen. »Es ist nur eine Frage des richtigen Standorts.« Wichtig sei die Nähe zum Ortszentrum und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bildung steht für den Rathauschef im Vordergrund. Besonders stolz ist er auf die Offene Ganztagsschule in Bischofswiesen, die die Gemeinde finanziell unterstützt. Die Ganztagseinrichtung fördere die Leistungen der Schüler und soll allen einen Abschluss ermöglichen. »Mit Erfolg bisher. Ein Schulabschluss ist wichtig für die weitere Entwicklung. Hier geht es ausschließlich um das Wohl der Kinder.« Dieses Projekt will er weiterhin unterstützen.

Lob für die Freiwillige Feuerwehr

Der Bürgermeister engagiert sich in seiner Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Bischofswiesen. Dort ist er seit über 30 Jahren aktiv, trägt die Atemschutzgeräte und leitet als Gruppenführer Übungen. Weber ist begeistert von seinen Kollegen: »Wir haben eine super Mannschaft. Die junge Generation ist engagiert.« Der Bürgermeister geht in seiner restlichen Freizeit Skifahren oder unternimmt Fahrradtouren. »Am liebsten fahre ich rund um den Untersberg oder über Loipl in die Mordau.«

In den Wahlsonntag wird Thomas Weber mit einem Familienfrühstück starten. Zwischen Mittag und Abend ist er als Wahlhelfer tätig. »Bei den Wahlen 2014 wollte ich zu Hause bleiben. Das hat aber nicht funktioniert. Ich war zu nervös.« Ab 18 Uhr geht Weber ins Rathaus und bereitet sich anschließend auf die Pressekonferenz vor.

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Live-Ergebnisse am Wahlabend

Wir werden am Abend des 15. März natürlich wieder live alle Wahl-Ergebnisse aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein veröffentlichen.

Patrick Vietze